Leider nicht mehr als unterdurchschnittliche Hack & Slay-Action, die nach nur fünf Stunden ein schnelles Ende findet.
Momentan schwingt Thor für Natalie Portman im Kino seinen mächtigen Hammer. Die Thematik bietet sich selbstverständlich für ein Videospiel an, weswegen SEGA bei der Lizenz zugeschlagen und Liquid Entertainment mit der Umsetzung beauftragt hat. Ein hammermäßiges Spiel ist daraus leider nicht geworden und genau in diesem Moment ist mir klar geworden, dass ich keine weiteren Wortwitze mit dem Begriff "Hammer" machen will.
Ein Paradebeispiel für ein Lizenzspiel
Thor: God of Thunder
Thor: God of Thunder stellt ein typisches Hack & Slay-Spiel im Stile eines God of War dar, ist allerdings nicht einmal im Ansatz so gut ausgefallen. Bewaffnet mit seinem mächtigen Kriegskammer, schlägt Thor allerlei Eismonster, Feuerwesen oder Trolle zu Brei, denen meistens recht einfach beizukommen ist. Darüber hinaus kann Thor wahlweise Blitze, Donner oder Luftschläge ausführen, die eine blaue Anzeige schrumpfen lassen. Aufgefüllt wird diese natürlich durch das Einsammeln von blauen Energiefragmenten. Die roten Gegenstücke füllen hingegen die Lebensenergie auf. Bis hier hin sind also alle altbekannte Elemente enthalten. Mit der Zeit darf man zudem seine Fähigkeiten Ausbauen und neue Angriffe lernen oder seine Spezialfähigkeiten verbessern. Ich hatte allerdings das Gefühl, dass sich die Verbesserungen nur sehr wenig auf das Gameplay ausgewirkt haben. Pro Areal sind verschiedene Heldentaten zu absolvieren, die zusätzliche Erfahrungspunkte einbringen. Dafür muss eine bestimmte Anzahl von irgendwelchen Objekten zerdeppert oder eine ähnlich stupide Aufgabe erledigt werden.
Thor: God of Thunder
Thor, der alte Hammerschwinger, kann sein Arbeitsgerät auch Richtung Feind werfen und mit ihm an markierten Stellen riesige Sprünge bzw. Flugeinlagen zu weiter entfernten Plattformen und Gebieten veranstalten. Wenn ein Kreis plötzlich in der Gegend aufleuchtet, kann man ihn anvisieren und schon macht man einen großen Satz nach vorne. Durch das Einsammeln von verschiedenen Sammelobjekten können wir zum Beispiel die Lebensenergieanzeige ein wenig auffüllen. Auch das kennt man aus God of War und Co. Auch das sind allseits bekannten Dinge, bei denen man kaum etwas falsch machen kann. Das extrem simple Kampfsystem ist jedoch derart ungenau, primitiv und hakelig ausgefallen, dass es kaum Spaß macht, die in Massen auftretenden Feinde zu verkloppen. Man hämmert auf die Buttons ein und ist nur noch froh, wenn man endlich fertig mit diesen Kerlen ist.
Thor: God of Thunder
Das ganze Gameplay entpuppt sich sehr schnell als schlicht nervig und völlig monoton. Manchmal prügelt man über Minuten auf immer neu spawnende und identische Feinde ein, bis es endlich weiter gehen kann. Zumindest auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad ist Thor nicht sonderlich schwer (bis auf den letzten Bossfight), weswegen man nach rund fünf Stunden am Ende angekommen ist. Kämpfe gegen etwas dickere Monster sind allerdings viel zu langwierig und machen überhaupt keine Laune, was vor allem an dem Kampfsystem und der immer gleichen Taktik liegt. Bei Bossfights tänzelt man stets um den Bösewicht herum und kloppt ein wenig auf ihn ein, bis ein kleines Quicktime-Event eingesetzt werden kann. Immer und immer wieder stört man sich an der völlig fehlenden Abwechslung und dem wirklich ungenauen Kampfsystem, das Treffer-Feedback mehr schlecht als recht vermittelt. Auch das Blocken von Angriffen will aufgrund des schlechten Timings nur selten gut gelingen.
