Die Affenbande bietet uns zwar eine recht präzise Move-Steuerung, dafür aber nur wenig Abwechslung und Umfang.
Ape Escape feierte noch auf der ersten PlayStation seine Premiere und konnte mit einer unterhaltsamen und spannenden Affenjagd überzeugen. Nun zeigen sich die Racker erstmals auf der PlayStation 3, unter dem einfachen Namen Ape Escape. Ist es also quasi ein Reboot? Fast, den spielerisch hat der Move-Titel kaum noch etwas mit den Vorgängern zu tun.
Was für ein Affentheater
Ape Escape
Die Affen terrorisieren mal wieder die Erde, angeführt von dem Oberbösewicht Specter. Als namenloser Held macht man sich auf die Suche nach dem Chef-Affen. Mehr muss man eigentlich nicht wissen, außer dass die nichtssagende Story von überraschend schicken Anime-Sequenzen erzählt wird. Aus Ape Escape ist allerdings eine Art von Rail-Shooter mit der Unterstützung von PlayStation Move geworden. Man darf sich als Spieler nicht frei bewegen und wird auf Schienen durch die thematisch unterschiedlichen Level geführt. Mal ist man in einem Freizeitpark, dann wieder auf einer tropischen Insel und etwas später in einer Geistervilla oder im ewigen Eis unterwegs. Abwechslungsreich ist das Ganze schon, zumindest optisch, denn die Affen kleiden sich auch dementsprechend ein, weswegen man auf Pinguine, Geister usw. trifft. Sieht alles ganz süß aus und macht technisch auch einen soliden Eindruck, obwohl Ape Escape sicherlich keine Bananenbäume herausreißt. In jedem Fall bekommt man eine flüssige und bunte Optik geboten.
Ape Escape
Spielerisch ist es da schon etwas enttäuschender ausgefallen. Zunächst muss man aber der Move-Steuerung attestieren, dass sie wunderbar funktioniert, sehr präzises Zielen ermöglicht und keine spürbaren Lags zu bemerken sind. Der DualShock-Controller oder die Navigation-Einheit wird nicht benötigt. Während uns das Spiel auf Schienen durch die Level steuert, schießen wir wie in einem Lightgun-Shooter auf Bananen, auftauchende Affen, Ufos und andere Gefahren. Wahlweise können wir auch zu einem Fächer wechseln, der für den Nahkampf geeignet ist. Hier muss nur die entsprechende Bewegung durchgeführt werden. Wenn es darum geht, die Affen mit dem Fangnetz einzusammeln, hält das Spiel an und die süßen Viecher laufen direkt auf uns zu. Mit der richtigen Schwungbewegung werden die Primaten mit den roten Lichtern auf dem Kopf eingetütet. Das macht man so lange, bis alle drin sind, danach setzt die fliegende Kamera ihre Reise fort.
Irgendwie affig
Ape Escape
Manchmal müssen die Affen aber erst mit der Schleuder herausgelockt werden, ein anderes Mal sollen affige Geschosse abgewehrt werden. Das Spiel dauert nur wenige Stunden, doch leider ist keine Abwechslung gegeben. Die Affenjagd zieht sich und man muss immer und immer wieder auf identische Weise die Affen mit dem Netz einsammeln. Nach 30 Minuten hat man im Prinzip alles gesehen, was man sehen muss. Spielerische Höhepunkte sind Mangelware. Klar, die Affen werden zahlreicher, viel schwierig wird es aber selten, auch wenn sie gerne im Zickzack laufen. Dafür können wir die Kamera leicht nach rechts und links schwenken. Mit dem Abenteuer von einst hat das Ganze kaum noch etwas zu tun. Die Abwechslung ist das größte Problem von Ape Escape, weswegen die Motivation schnell in den Keller fällt, obwohl man seine Highscores in Online-Ranglisten verbessern darf.
Ape Escape
Die Lebensenergie stellen die eingesammelten Bananen dar. Wenn wir einen Affen nicht rechtzeitig einnetzen, klaut uns das haarige Drecksvieh ein paar unserer köstlichen Früchte. Schießt man aber mit der Steinschleuder hinterher, gibt es die gelben Dinger zurück. Da die Bananen jedoch überall herum hängen, ist das Spiel grundsätzlich für die jüngeren Spieler geeignet. Immerhin, die Affen sehen alle recht unterschiedlich aus und haben teils auch diverse Fähigkeiten zu bieten. Spezielle Power-Ups sind auch ganz nett und sorgen dafür, dass wir alles auf dem Bildschirm einsaugen können, inklusive der Affen. Die Bossfights sind nicht der Rede wert: Man schießt die Energieanzeige runter und wartet darauf, dass der Affe auf den Protagonisten, also uns, zu stürmt.
