Die unverbrauchte Thematik und die gelungene Grafik täuschen leider nicht über das träge Gameplay hinweg.
Lucha Libre steht im Spanischen für einen Freistilkampf, der eine Form des professionellen Wrestlings ist und in Mexiko betrieben wird. Die Kämpfer ziehen sich dabei Masken über ihre Köpfe und legen los. Lucha Fury für Xbox Live Arcade kümmert sich um diesen Sport.
Mexikanische Fäuste und Tritte
Lucha! Fury
Lucha Fury ist ein Spiel im Stile eines Final Fight oder Street Rage. Man kloppt sich also von links nach rechts mit einem Charakter durch eins scrollendes Bild und nimmt es mit reichlich Klon-Schurken auf. Zunächst stehen dafür vier Kämpfer (eine Frau und drei Männer) zur Verfügung. Einen fünften Recken kann man freischalten. Zu Beginn sind die Angriffsvarianten stark begrenzt, mit der Zeit lassen sich jedoch immer mehr Wrestling-Moves freischalten. So kann man sich auf Gegner effektvoll draufschmeißen oder sie in den Schwitzkasten nehmen. Das Problem: Eigentlich reicht es, wenn man nur wie bekloppt die Angriffstasten quält, das genügt eigentlich schon. Wahlweise darf man auf Feinde explosive Fässer oder andere Dinge werfen. Geht die Energie zu Neige, tritt man auf Hühner oder zerstört Kisten, um die passenden Health-Items zu finden.
Lucha! Fury
Die Steuerung von Lucha Fury ist leider sehr träge und ungenau ausgefallen. Genaue Kombos sind ein Ding der Unmöglichkeit. Das Blocken und Ausweichen ist nicht möglich, da die entsprechende Funktion entweder nicht gegeben ist oder aufgrund der lahmen Bedienung ständig scheitert. Das Gameplay selbst ist nicht sonderlich abwechslungsreich, da man teilweise für Minuten an einem Punkt immer wieder spawnende Feinde erledigen muss, bis uns das Programm ein paar Meter weiterschickt. Aber das kann man dem Spiel nicht übel nehmen, denn schließlich kann man bei dem Genre kaum etwas anderes erwarten. Frustrierend ist jedoch die schlechte Kollisionsabfrage, die sich in Verbindung mit der trägen Steuerung negativ potenziert. Frustreich sind zudem die vielen Zwischenbosse, bei denen die unfaire Spielmechanik sehr deutlich wird. Manchmal kann man aufgrund der Steuerung nicht vernünftig auf Attacken reagieren. Und stirbt man, muss ein Level komplett vor vorne gestartet werden. Das führt dazu, dass man den 800 Microsoft Points teuren Titel schnell wieder von der Platte löschen möchte.
Lucha! Fury
Nett ist der lokale Vier-Spieler-Modus, der jedoch keine Drop-in/Drop-out-Funktion hat, weswegen ein Kollege nicht dem laufenden Spiel beitreten kann. Man muss einen Durchgang gemeinsam beginnen und beenden. Die qualitative Abstand zwischen Gameplay und Grafik ist bei Lucha Fury enorm. Das Spiel sieht nämlich mit seinem bunten und detaillierten Comic-Look einfach fabelhaft aus. Die Animationen sind witzig und die verschiedenen mexikanischen Szenarios sehr abwechslungsreich gestaltet. Hier lacht das Auge, was auch für die Ohren gilt, denn der Soundtrack versorgt uns mit passenden Klängen aus Mexiko. Aber alleine die Grafik macht bekanntlich kein gutes Spiel aus. So abgedroschen diese Feststellung auch klingt, so passend ist sie in unserem Fall.
