Der Personal Trainer mag seine positiven Seiten haben, verschenkt aber an anderer Stelle zu viel Potenzial!
Auch wenn UFC oder MMA hierzulande eine wohl eher bescheidene Rolle inne hat, so feiern deren Sportler und Stars auch hier ab und an ihre Erfolge. Und für THQ ist es letztendlich einerlei, ob die Spieler nun aufgrund der Lizenz zugreifen oder eben weil der Inhalt einen gewissen Reiz hat. Wenn man an UFC und dazu noch an einen Personal Trainer denkt, leuchten bei kampfbegeisterten Couch-Potatos die Augen. Zusammen mit Move bzw. Kinect schlagkräftige Argumente erlernen und Spaß dabei haben? Ja immer her damit! Doch wer meint, mit UFC Personal Trainer die Kampfkunst erlernen zu können, hat sich geschnitten. Der Titel stellt vielmehr ein knallhartes Workout für den gesamten Körper dar, um kräftetechnisch für die Lektionen in der Kampfsportschule bereit zu sein.
UFC Personal Trainer
Darauf aufbauend, liefert uns der Titel ein reichhaltiges Programm um sämtliche Muskeln zu strapazieren, Reflexe zu verbessern und generell ein wenig Fett abzubauen. Die Trainingseinheiten, sei es nun ein spontanes Training oder aber auch ein auf die Person abgestimmter 30, bzw. gar 60 Tage Plan, betragen meist zwischen 15 und 30 Minuten und beinhalten einzelne Kombinationen aus 70 Grundübungen und stets eine ausführliche Warmup- sowie ordentliche Cool-Down-Phase. Etwas, was wir in so manch anderen Fitness-Produkten wie Your Shape Fitness Evolved ein wenig vermisst haben. Der großen Pluspunkt platz aber wie eine Seifenblase nach einigen Runden bzw. Trainingstagen, denn täglich, ja gar pro Übung wird stets derselbe Einheitsbrei aus schwingenden Armen, anstrengenden Kniebeugen und Mountain-Climber geboten. Darüber hinaus ärgert die Tatsache, dass diese Einheiten nur mühselig übersprungen werden können. Was macht das bitte für einen Sinn, sich nun fünf Minuten um geregelte Atemtechnik und langsames Herunterkommen mit Dehnübungen zu kümmern, wenn man eh noch eine weitere Trainingsrunde oben drauf packen möchte? Zu allem Übel wird auch die uns wieder mit der Aufwärmphase nerven.
Aller Anfang ist schwer
UFC Personal Trainer
In dieselbe ärgerliche Kerbe schlägt die unmotivierte Show der drei Trainer Mark Dellagrotte, Greg Jackson und Javier Mendez - richtige Größen im Business, sofern man sich im Bereich des Kampfsports und UFC auskennt. Diese erläutern zunächst ausführlich jede Übung und zeigen auch auf, worauf man tatsächlich achten soll. Seien es einfache Hiebe und Tritte, oder aber komplizierte Situps kombiniert mit Schlägen, die Vorschau ist positiv, aber auch negativ zu werten, wie wir sehen werden. Denn anschließend soll man bestätigen, dass die Lektion nicht vollkommen an uns vorbei ging und in das eine Ohr hinein gerauscht und aus dem anderen unbemerkt wieder heraus geschossen ist. Wie befohlen so getan, und nach getaner Beweisführung darf man unter Zeitdruck ein paar Wiederholungen machen. Diese strengen bisweilen richtig an, dafür sorgt allein die gute anhand einiger Übungen ermittelte Einstufung zu Beginn der persönlichen Trainings, und man wird dank personalisierter Wochenpläne und Kurse im Bereich Kraft, Kampftechnik und Gewichtsreduzierung ordentlich am Körper feilen. Eine Punkte- und Medaillenvergabe motiviert darüber hinaus beim nächsten Mal wesentlich mehr Leistung zu bringen.
UFC Personal Trainer
Nur missfällt uns das Gedächtnis unseres täglichen Partners, welches einem riesigen Sieb gleicht. Sind einmal ein paar Tage und Trainingseinheiten ins Land gezogen, beginnen die drei Kollegen gewaltig zu nerven. Immer und immer wieder bekommt man dieselben Vorführungen nahegelegt und muss auch nach Wochen noch immer sein Können unter Beweis stellen, sprich drei bis viermal vorführen, dann trainieren. Spätestens nach der dritten oder vierten Übungswiederholung wird ein jeder sicherlich verinnerlicht haben, wie man die Liegestützen zu machen hat oder welche Kombinationen am Sandsack auf uns warten. Da möchte ich nicht auch zu jeder, aber wirklich absolut jeder auf Zeit bewertete Übung vorab 3-4 Beweisführungen leisten, um bei der eigentlichen Trainingseinheit schon die Hälfte an Kraft verloren zu haben. Gerade bei solche körperlich belastenden Übungen wie Situps und alle Varianten davon kann das vor allem für blutige Fitness-Anfänger ziemlich nervtötend sein.
UFC Personal Trainer
Die bekommen eh schon einiges zu tun, denn UFC Personal Trainer geht nicht gerade zimperlich an das gesteckte Ziel heran. Vor allem Leute, die sich auf Muskelaufbau bzw. Reduzierung ihres Körpergewichtes eingeschossen haben, bekommen durchaus harte, dafür aber schon nach kurzer Zeit wahrlich merkbare Trainingseinheiten geboten. Darüber hinaus werden in allen Varianten Kampftechniken integriert bzw. man kann sich auch voll darauf konzentrieren. Erstere Variante legt Wert auf Körper und Fitness und die anderen eher auf Schlag und Tritt-Kombinationen. Das Repertoire reicht von einfachen Faustschlägen, über Uppercuts bis hin zu ordentlichen Tritten mit dem Knie, koordiniert und zeitlich abgestimmt ordentlich durchgeführt - zumindest bei Sportlern mit Prinzipien!
