Trotz absurder Story und kaum vorhandener Abwechslung kann man durchaus Spaß mit dem Titel haben.
Captain America ist wahrscheinlich der patriotischste aller Comic-Helden in den USA, weswegen er bei uns Europäern vielleicht nicht ganz so gut ankommt wie ein Batman oder Spider-Man. Dennoch steht ein Kinofilm auf dem Programm, während SEGA das dazugehörige Spiel liefert. Da der Publisher zuletzt mit Thor: God of Thunder einen halben Totalausfall lieferte, kann man gespannt sein, was Captain America: Super Soldier zu leisten vermag.
Captain America besucht Wolfenstein
Captain America: Super Soldier
Red Skull und sein Schergen von Hydra, die der deutschen Wehrmacht nachempfunden sind, haben sich während des Zweiten Weltkriegs in einem riesigen Schloss in den Alpen eingefunden, um dort eine Superwaffe unter den Bergen auszugraben. Captain America bekommt Wind davon und springt über der Festung ab. In den nächsten 7 bis 8 Stunden Spielzeit durchquert man prachtvoll geschmückte Schlossanlagen, beschauliche kleine Ansiedlungen oder einen feinen Garten, aber auch geheime Labore unter der Erde, Waffenkammern, Schützengräben, einen Gefängniskomplex sowie eine unheimliche Ausgrabungsstätte. Obwohl die gesamte Handlung innerhalb der Mauern der Festung stattfindet, bekommt man genügend Abwechslung spendiert.
Captain America: Super Soldier
Dabei fühlt man sich alleine vom Setting ständig an Wolfenstein erinnert, das allerdings nicht ganz so blutig daher kommt. Dennoch muss man gegen technisch und genetisch hochgezüchtete und teils gruselige Soldaten antreten. Auch Mechs hat Hydra auf Lager. Aber es warten noch andere, grausige Experimente auf den Spieler. Captain America: Super Soldier findet in einer mehr oder weniger offenen Spielwelt statt. Man wird zwar von einem Missionsziel zum nächsten geschickt und muss sich nicht weiter umschauen, dennoch kann man den Komplex nach einiger Zeit frei begehen und bereits besuchte Areale nochmals durchschreiten. Die einzelnen Gebiete sind jedoch mit Ladebildschirmen getrennt. Wahlweise kann man sich in die Kanalisation unter dem Schloss begeben, denn so kommt man leichter und schneller zu den verschiedenen Abschnitten. Ansonsten zeigt uns stets eine aufrufbare Karte, wo es als nächstes hingeht.
Ausweichen und Zuschlagen
Captain America: Super Soldier
Captain America: Super Soldier darf als Third-Person-Action-Adventure bezeichnet werden, das sich auf den Nahkampf konzentriert. Mit nur einer Schlagtaste geht es zur Sache, doch dafür wird auch viel Ausgewichen und Geblockt. Man bekommt dabei immer kurz angezeigt, ob ein Feind zum Schlag ansetzt, weswegen man oft zur Seite springen oder blocken kann. Mit dem richtigen Timing füllt sich eine Anzeige (auch durch das Erledigen von Gegnern), mit der man sogenannte "schwächende Schläge" ausführen kann. Dies bedeutet, dass mit einem Hieb schon Feierabend für den Bösewicht ist. Ist man jedoch von Hydra-Soldaten umgeben, ist das Ausweichen nicht immer leicht, aber für den Sieg enorm wichtig. Abhängig vom Gegner muss man sich immer wieder andere Taktiken einfallen lassen.
Captain America: Super Soldier
Sein Schild benutzt Cap allerdings nicht nur zum Blocken, er kann es auch werfen und so einige Opponenten im Voraus erledigen oder sie zumindest zu Boden werfen. Insgesamt macht das Kampfsystem, auch wenn es alles andere als komplex ist, einen flotten Eindruck. Man kloppt sich gerne mit den Hydras herum. Schafft man es sein Gegenüber mit einem Finisher, oder auf eine andere, spezielle Weise kalt zu machen, werden Punkte auf das Konto gutgeschrieben, was zum Beispiel auch für Bossfights gilt. Die meisten Punkte gibt es jedoch für das Einsammeln von Geheimdienstinformationen in Form von Dossiers, Mappen oder Filmen, die überall in den Leveln verstreut herumliegen. Damit kann man im Laufe des Spiels einige Fähigkeiten freischalten, wie zum Beispiel härtere Schläge.
