Ace Combat: Assault Horizon im Gamezone-Test

Test Peter Grubmair

Das neueste Ace Combat bietet uns deutlich mehr Action und viele toll inszenierte Szenerien.

Die Ace Combat-Reihe war schon immer für ihre zugängliche Action bekannt, weniger aber wegen ihres Simulationsanspruches. Das wird sich mit Assault Horizon auch nicht ändern, trotzdem gibt es interessante Neuerungen, welche den Titel nun deutlich moderner erscheinen lassen, aber auch so manchen Fan vor den Kopf stoßen könnten. Zudem hat man sich von den fiktiven Ländern in deren Lufträume die bisherigen Konflikte ausgetragen wurden verabschiedet und schickt uns neuerdings in das real existierende Dubai oder zur Verteidigung direkt über amerikanische Großstädte. Dazwischen nehmen wir unter dem Kommando der NATO auch an Einsätzen in Russland und Ostafrika teil. Das Ganze kommt auch mit viel Patriotismus, coolen Sprüchen und sogar einer Portion Kriegsverherrlichung daher, die aber technisch sauber serviert wird.

Ace Combat: Assault Horizon Ace Combat: Assault Horizon In der gebotenen Kampagne, die im Jahre 2015 angesiedelt ist, führen wir selbstverständlich einen Krieg gegen die Terroristen, welche sich im Besitz einer bedrohlichen Superwaffe befinden sollen, die wir ihnen natürlich abjagen müssen. Politisch korrekt machen wir das als Teil einer internationalen Truppe, die aus wilden Haudegen, Maulhelden und sogar einem von Zweifeln geplagten Piloten besteht. Dabei wird so manches Klischee bedient, ohne aber die Grenzen des guten Geschmacks zu überschreiten.

Ace Combat: Assault Horizon Ace Combat: Assault Horizon Schon in der ersten Mission, die wir in einer F22 absolvieren, wird uns klar, was sich alles im Vergleich mit den Vorgängern geändert hat. Dem Umstand nämlich, dass das ganze Spiel wie ein Film inszeniert ist, was auch richtig begeistern kann und richtig Spaß macht, haben wir es zu verdanken, dass viele Dinge halbautomatisch ablaufen. Da wäre zum Beispiel der sogenannte Dog Fight Mode, im Spiel DFM abgekürzt, den wir auslösen können sobald wir einen Gegner recht nahe kommen, oder der automatisch ausgelöst wird, wenn sich ein Gegner an unser Heck heften konnte. Haben wir auf diese Weise jemanden ins Visier genommen, fliegt das Flugzeug praktisch von alleine und wir müssen uns nur noch ums Zielen kümmern. Auch das wird uns relativ einfach gemacht, besonders bei den Raketen muss man nur warten bis sie ihr Ziel erfasst haben und der laute Piepton ertönt, schon kann man sich sicher sein, dass der Treffer sitzt. Zugegeben, diese Sequenzen sind toll inszeniert, die Kamera sucht sich dabei immer die ideale Position neben dem Flugzeug und man vermeint fast einen Film zu sehen und kein Spiel zu spielen, nach einer gewissen Anzahl an Dogfights aber kennt man das System und bemerkt dann, dass auch die spektakulären Abschüsse wohl immer nach demselben Muster ablaufen. Es ist nicht erkennbar, dass hier individuelle Treffer ausgewertet werden, es sieht sogar eher danach aus, dass es eine gewisse Anzahl fester Absturzsequenzen gibt die wir immer wieder vorgesetzt bekommen.

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Ace Combat: Assault Horizon Ace Combat: Assault Horizon Die Missionen die wir im Hubschrauber absolvieren spielen sich da schon etwas anders, greifen aber auf ähnliche Mechaniken zurück. Da gibt es nämlich zum einen die, bei denen man den Heli gar nicht fliegt sondern am Maschinengewehr sitzt und auf alles schießt was sich bewegt. Die spielen sich wie ein On-Rail-Shooter und wurden dementsprechend in Szene gesetzt. Wir bekommen dramatischen Funkverkehr mit während wir im Verbund mit den anderen Helis auf alles schießen was uns gefährlich werden könnte. Da gibt's dann schon mal brenzlige Situationen, in denen wir schnell genug den RPG-Schützen ausfindig machen und erledigen müssen oder in denen wir einen der kameradschaftlichen Hubschrauber abstürzen sehen, woraufhin wir Schützenhilfe leisten müssen.

Ace Combat: Assault Horizon Ace Combat: Assault Horizon Deutlich anspruchsvoller aber sind die Missionen wo wir selbst am Steuerknüppel sitzen. Dabei stolpern wir zuerst über die komplett andere Steuerung eines Helis gegenüber eines Düsenflugzeugs. Beide Sticks sind nötig um das Fluggerät dorthin zu bugsieren wo wir es hin haben wollen und gleichzeitig die Waffensysteme zu bedienen. Etwas verwirrend dabei ist, dass man ausgerechnet die beiden Knöpfe, mit denen wir im Flugzeug die primären Waffensysteme abfeuern, im Heli für den Steig- und Sinkflug benötigt, was man aber nach kurzer Zeit im Griff hat. Im Gegenzug dafür ist das Ausweichen im Heli ein Kinderspiel, es genügt LB und RB bzw. L1 und R1 gleichzeitig zu drücken und schon gibt's einen eleganten Überschlag der uns aus dem Gefahrenbereich katapultiert. Doch nicht nur das, gleichzeitig richtet er sich auch noch zum Feind hin aus, so dass wir direkt einen Gegenangriff starten können, selbst wenn wir den Angreifer optisch noch gar nicht wahrgenommen haben. Von den Helikopter-Missionen haben es aber nur zwei Stück ins Spiel geschafft und sie fallen dadurch auf, dass sie meiner Meinung nach deutlich schwieriger zu absolvieren sind als die in den Flugzeugen, was an der komplexeren Steuerung liegt. Die Missionen in den Jets stellen derweil mitunter das Durchhaltevermögen des Spielers auf die Probe, besonders zum Ende hin werden die einzelnen Einsätze ganz schön lang und wenn man dann öfter mal vom letzten Checkpoint aus Neustarten muss, ohne die Möglichkeit das Spiel an dieser Stelle sichern zu können, sollte man schon eine gehörige Portion Geduld und Sitzfleisch mitbringen.

Ace Combat: Assault Horizon Ace Combat: Assault Horizon Das in der Summe sorgt für herrliche Bilder und macht es auch Quereinsteigern leicht mit dem Spiel zurecht zu kommen, besonders auf dem niedrigsten der drei gebotenen Schwierigkeitsstufen, könnte aber, wie Eingangs schon erwähnt, so manchem Fan der Serie nicht gefallen. Trotzdem muss man ganz deutlich sagen, dass es wirklich Spaß macht Ace Combat: Assault Horizon zu spielen, man sollte es nur nicht direkt mit den Vorgängern vergleichen. Denn die Missionen sind wirklich toll inszeniert, die Ländereien und Städte hoch detailliert und die Soundkulisse taugt uns komplett im Geschehen versinken zu lassen. Dazu gesellen sich die gelungene deutsche Sprachausgabe, wenn wir mal von den Machosprüchen in den Cutscenes absehen, und die nun in realen Gebieten angesiedelten Missionen. Genau die aber sind es auch, die zumindest mir manchmal ein flaues Gefühl im Magen bescherten. Ich will nicht unbedingt den Ausdruck "kriegsverherrlichend" benutzen, aber wenn man in einem amerikanischen HiTec-Kriegsgerät auf vermeintliche Talibans schießt die sich mit PickUps und hinten aufmontierten MGs zu wehren versuchen, gleichzeitig die Dächer der zerstörten Wüstenstädte nach einzelnen Personen mit RPGs absucht, dann erinnert das schon sehr stark an die aktuellen Kriegsbilder aus dem Fernsehen. Dabei blieben mir auch die Charaktere im Spiel etwas zu blass und die Geschichte ist leicht vorhersehbar, da sich vieler bekannter Klischees bedient wird. Wenn man den Titel aber als das sieht was er sein will, nämlich ein brillant inszeniertes Action-Feuerwerk, dann erfüllt er die Erwartungen eigentlich schon.

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