Der Titel bietet alles was man von einem ordentlichen RPG-Klassiker erwartet, sticht aber kaum aus der Masse hervor.
Neben den zahlreichen großen Namen des Japano-RPG wie Final Fantasy oder Breath of Fire hat sich auch die Tales of-Reihe vor allem im fernen Osten einen durchaus imposanten Ruf aufgebaut. Mit Tales of Vesperia gelang auf der Xbox 360 ein gelungener Happen für den ausgehungerten Gamer mit einer Affinität zu quietschbuntem Gamedesign. Mit Tales of the Abyss erschien für den 3DS ein Serienableger der es schon vor knapp sechs Jahren auf Sonys Playstation 2 geschafft hat, bisher jedoch einzig Europa vorbehalten war. Brandheiß oder doch nur aufgewärmt?
Krieg der Reiche(n)
Tales of the Abyss
In Tales of the Abyss schlüpfen wir in den Körper von Luke von Fabre, dem vollkommen verzogenen Thronanwärter des Königreichs Kimlasca. Dieser ist nach einer Entführung in seiner Kindheit, an die er seit diesem Erlebnis keinerlei Erinnerung hat, gezwungen sein Dasein innerhalb der Mauern des Königshauses von Kimlasca zu fristen. Obgleich ihm hier die Welt quasi zu Füßen gelegt wird scheint er sehr gelangweilt von den ewig gleichen vier Wänden um ihn herum. Während einer Trainingseinheit mit seinem Lehrmeister wird er kurzerhand von einer rätselhaften jungen Dame angegriffen und findet sich nach einer mysteriösen Lichtexplosion plötzlich in der Wildnis eines völlig anderen Königreichs wieder. Während Luke nun also schnellstmöglich den Weg zurück in sein sicheres Zuhause finden möchte gerät er in einen Konflikt dessen Ausmaße immer größere Dimensionen anzunehmen scheinen und in den eben jene Personen involviert sind, die den Frieden und den Erhalt des "Score" genannten Glaubens sichern sollen.
Echtzeit-Kampf und bewährte Motivation
Tales of the Abyss
In Sachen Spielmechanik erwartet den geneigten Spieler auch in Tales of the Abyss ein gut funktionierender Mix verschiedenster Rollenspiel-Elemente. Erledigen wir nicht gerade in einer der vielen Städte des jeweiligen Königreichs Aufgaben um entweder die Hauptquest voran zu treiben oder aber auch eine der vielen Nebenquests abzuarbeiten, ist die große weite Welt unser Zuhause. Hier begegnen wir typischerweise einigen Monstern und bösen Jungs die uns am liebsten an den Kragen wollen. Anstatt von Zufallskämpfen überrascht zu werden können wir, ähnlich wie in Blue Dragon, die permanent sichtbaren Feinde bekämpfen oder aber auch umgehen. Geraten wir in einen Konflikt mit einem der Angreifer finden wir uns im Kampfbildschirm wieder und müssen uns unseren Widersachern im Echtzeit-Kampfgeschehen stellen. Neben uns als Luke von Fabre stehen drei Mitstreiter auf dem virtuellen Tableau um sich der Angriffe zu erwehren. Die taktische Einstellung eurer Party-Mitglieder kann sowohl vorab als auch während der Action verändert werden sodass ihr im Kampf genügend schlagkräftige sowie magische Unterstützung bekommt. Von euch steuerbar ist dabei nur ein einziger Charakter der Party, wer das allerdings ist bleibt euch überlassen.
Tales of the Abyss
Hauptpunkt in Sachen Angriff sind die Artes. Diese Spezialkräfte, welche sich per Tastenkombination aufrufen oder per Shortcut auf dem Touchscreen platzieren lassen, richten naturgemäß weitaus mehr Schaden in den gegnerischen Reihen an als die normalen Attacken mit der mitgeführten Waffe und werden durch den Overlimit-Modus richtig effektvolle Bildschirmfüller mit ordentlich Bums dahinter. Könnt ihr einen der vielen Zwischengegner auf eurem Weg einmal nicht besiegen bleibt auch in Tales of the Abyss das Aufleveln die altbewährte Devise und so kommt auch Unterwegs wieder dieses "einen Level noch" -Gefühl auf. Dieses beschäftigt euch mit Sicherheit auch weit mehr als die von uns geschätzten 40-50 Spielstunden. Zwischendurch können wir uns mit dem im Kampf verdienten Geld auch in diversen Shops mit Waffen, Heilmitteln oder anderen nützlichen Dingen für uns und unsere Wegbegleiter eindecken. Auch ein paar Schieberätsel und andere eher wenig fordernde Rätseleinlagen erwarten uns ebenfalls im Laufe der Geschichte und bieten trotz der Niveau-Kargheit eine gelungene Abwechslung zum restlichen Gameplay.
