Ein Action-Adventure für PS Move sorgt für frischen Wind in Sachen Bewegungssteuerung. Kann es auch spielerisch überzeugen?
Nach etlichen Tanz-, Fitness- und Sportspielen kommt etwas Schwung in die Playstation-Bude. Die Sony Studios aus San Diego versuchen sich an einem Action-Adventure für den Bewegungscontroller, welches zugegeben stark auf ein junges Publikum zugeschnitten ist, aber eine angenehme Abwechslung zu den sonstigen Move-Titeln darstellt. Als Prinz Edmund, oder besser gesagt Deadmund, schwangen wir in Medieval Moves das Schwert, übten uns im Umgang mit dem Bogen und verprügelten reichlich Skelette. Die Idee dahinter ist ja gar nicht so schlecht, doch in der Ausführung, da hapert es leider dann doch ein wenig!
Medieval Moves
So ein Leben als Prinz stellt man sich recht angenehm vor. Reiche Eltern, immer wieder kehrende Feste und täglich warme Speisen auf dem Tisch. So ergeht es auch Prinz Edmund bis zu jenem schicksalhaften Tag, an dem der böse Skelettzauberer Morgrimm das Herrschaftshaus erstürmt, einen Fluch auf das Königreich legt und die Macht an sich reißt. Zum Glück haben wir in der Haut von Edmund schon die ersten Trainingsstunden in Waffenkunde absolviert und können uns ein wenig gegen die Schergen des Scharlatans behaupten. Doch es kommt, wie es kommen muss. Das Reich geht unter und damit auch Prinz Edmund. Der ist nicht Tod, muss sich aber mit der Tatsache abfinden, dass auch er nun als wandelndes Skelett herum irrt. Tapfer wie der Junge nunmal ist, macht ihm das absolut nicht aus. Er trinkt zur Stärkung eine Milch, packt sein Schwert und macht sich auf, das Schicksal zum Guten zu wenden.
Kindgerechte Präsentation
Medieval Moves
Die Thematik klingt nun unheimlicher, als sie tatsächlich dargestellt wird. Die Optik ist eher putzig gehalten, die feindlichen Skelette wirken eher schlaksig und witzig, als dass sie uns Albträume bescheren könnten und das Königreich gibt sich zwar dunkel, aber dennoch recht farbenfroh und comichaft. Ob wir nun durch in die Felder vor der Burg wandern, oder die Katakomben unsicher machen, zu keiner Zeit kommt ein wirklicher Gruseleffekt auf. Viel eher lacht man über die teils aberwitzige Erscheinung so mancher Skelette. In den tiefen Höhlen springen diese durchaus aus einer Nische auf uns zu, mit einer Kerze auf dem Kopf, damit der dunkle Gang ausgeleuchtet wird. In den Obstplantagen wiederum schwingen sie mit Bauershut auf dem Kopf genüsslich die Sense, stets mit einem verschmitzten Lächeln auf dem fleischlosen Gesicht. Medieval Moves ist für etwas ältere Kids gedacht, daher werden die Feinde auch nicht getötet. Geschichtlich erlöst man deren Seelen, die endlich wieder normal auf Erden wandeln können. Daher verpuffen die Skelette auch in einer Sternenwolke.
Medieval Moves
Die Story wird von einer Erzählerin aus einem Buch vorgelesen, dessen Zeichnungen wie in einem Comic die Ereignisse darstellt und die Augen verwöhnen. Auch die deutschen Sprecher leisten hervorragende Arbeit. Schön, dass man sich die Mühe bezüglich der Übersetzung gemacht hat, denn ausufernde englische Sätze wären dann doch etwas mühselig für die Kleinen gewesen. Prinzipiell handelt es sich um ein klassisches Action-Adventure, in welchen verschiedene Gebiete erkundet, das Schwert geschwungen und ein paar Rätsel gelöst werden. Das Ganze wurde aber für die Move-Steuerung extrem abgespeckt und daraus ein Rail-Adventure geschaffen. Prinz Edmund, oder besser gesagt Prinz Deadmund das Skelett läuft völlig automatisch durch die Gebiete. Wie am Faden gezogen kann das durchaus ziemlich steif aussehen, wenn auch die Kamera wie in einem alten Ego-Shooter sich dreht. Einfluss auf den Spielablauf haben wir zudem nur an ganz wenigen Stellen. Dies mag einen erneuten Durchgang erstrebenswert machen, was aufgrund des Gameplays aber kaum motivierend umgesetzt ist.
