Final Fantasy XIII-2 im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Der Vorgänger noch grandios bildgewaltig und dennoch umstritten: Der Nachfolger soll nun alles besser machen. Kann er es?

Als "Popcorn-Kino par excellence" und "halsbrecherische Achterbahnfahrt des High-Definition-Gamings" haben wir seinerzeit Final Fantasy XIII bezeichnet und dennoch war der Titel nicht umsonst gewaltig umstritten. Die einen erfreuten sich an der bombastischen, actionorientierten und extrem flotten Präsentation, die anderen bemängelten den leichten Zugang und der gewagte Schritt, das mittlerweile doch arg verstaubte Rollenspiel-Genre neu zu definieren. Auch der zuckersüße Nachschlag in Form von Final Fantasy XIII-2 wird an der gespaltenen Situation nicht viel ändern - egal was SquareEnix abliefert, jeden Spieler wird man wohl kaum zufrieden stellen können ...

Final Fantasy XIII-2 Quelle: Videogameszone.de Final Fantasy XIII-2 Der Himmel blitzt, der dunkle Schleier umhüllt eine antik wirkende Stadt und mittendrin Lightning im opulent epischen Kampf gegen Caius - das Ende der Zeit, in einer anderen Welt, in einer anderen Dimension, wie es scheint. So bildgewaltig der Vorgänger abschloss, so berauschend ist das Feuerwerk, welches in den ersten Minuten verraucht. SquareEnix versteht es den Spieler in seinen Bann zu ziehen. Doch lichtet sich erst der Qualm, hinterlässt der vor allem spielerisch müde Start einen lauen, dank der beständig depressiven und jammernden Serah geradezu nervigen Einstieg. Ganz ehrlich, die Geschichte entfaltet sich erst nach einigen Stunden, sobald man etwas mehr in Raum und Zeit eintaucht, die Ereignisse von Final Fantasy XIII etwas aufarbeitet und vor allem das Geheimnis um der Zeitlinie und seinen Paradoxen lüftet. Wer ist Caius, der sich auch Serah und Noel in den Weg stellt? Lebt die schroffe Lightning noch und was ist eigentlich unsere Aufgabe in diesem Abenteuer?

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Final Fantasy XIII-2 Quelle: Videogameszone.de Final Fantasy XIII-2 Viel tiefer wollen wir erst gar nicht in den Plot eintauchen, um hier nicht Gefahr zu laufen, mehr als nötig zu verraten. Doch eines ist klar: Dank der audiovisuellen Grafikdroge zelebriert SquareEnix fulminantes Action-Kino, welches bildgewaltig und aufgrund dessen zeitweise extrem fesselnd über den Bildschirm flimmert. Da kann Serah noch so abstoßend naiv sein und Noel unerquicklich verschlossen sowie ein Grünschnabel vom Dienst, irgendwann und irgendwann fiebert man dann doch mit und ist geradezu vom finalen Showdown und epischen Abspann berauscht. Was hier am Ende gezeigt wird, ist einmalig in der Geschichte von Final Fantasy und lässt - so manche werden gewaltig die Nase rümpfen - eine zusätzliche Erweiterung erahnen. Ganze 25 Stunden an (wie später erläutert nicht gerade harter) Arbeit verpuffen in den letzten Minuten des Spiels und völlig erstarrt fällt uns der Controller zu Boden ... ! Das mag nun zugegeben maßlos theatralisch klingen aber immerhin dürften die nach Abschluss der Haupthandlung und der schweißtreibenden Fleißarbeit von weiteren 25-50 Stunden zugänglichen Enden mehr Aufschluss über das schockierende Ereignis geben.

Final Fantasy XIII-2 Quelle: Videogameszone.de Final Fantasy XIII-2 Aufgrund der teils engen Verknüpfung zum Vorgänger wird so manchem Quereinsteiger aber regelrecht vor den Kopf gestoßen und dieser nur mangelhaft mit einer dürftigen Zusammenfassung um Hauptmenü abgespeist. Der Plot wirkt letztendlich aber komplexer, als er tatsächlich ist und vor allem die Hauptdarsteller Serah und Noel lassen künstlerisches Schauspieltalent missen! Beständig nervt das zerbrechliche Weib mit Tiraden über ihren vermissten Liebhaber Snow sowie der heimlichen Sehnsucht, endlich wieder mit ihrer Schwester vereint zu sein. Doch alles was sie unter anderem im Angesichts ihres Geliebten zustande bringt, ist vollkommen emotionsloses Geblubber. Kein Ausbruch an Glückseligkeit, keine Freudentränen, keine unzertrennliche Umarmung. Wo bitte sind die starken Helden, die imponieren? Wo sind die wirklich bitteren Tränen, die uns unweigerlich zum Taschentuch greifen lassen? Final Fantasy XIII-2 sieht gut aus, fesselt und unterhält, eben wie auch Popcorn-Kino, welches nur selten tiefgründige Dialoge aufzubauen weiß. Hegt man bisweilen sogar Zweifel am eigenen Vorurteil gegenüber dem zwielichtigen Bösewicht Caius, splittert auch dieser zarte Kristall durch wenige Gesten und Szenen und lässt das in Ansätzen offerierte Potential im Winde verwehen.

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