Castlevania Judgment - Kampf der Vampire
Die Castlevania - Reihe hat eine lange Geschichte voller Höhen und Tiefen hinter sich. Auch Neuausrichtungen und Rückbesinnungen waren immer ein Thema bei den Entwicklern. Doch meist gingen die Versuche gründlich daneben, gerade in 3D.
Dennoch blieb sich die Story immer treu und wandelte stehts um Dracula und den Belmont-Clan umher und sorgte nie für Genre-Ausflüge.
Zum aller ersten mal lässt nun Konami seine Figuren wie Vampire und Peitschenschwinger in Beat´em-Up-Gefächten seinen ursprünglichen Genre fremdgehen. Die Prominenz aus allen Castlevania - Teilen lassen sie hier in verschiedenen Arenen auf einander los. Ob das eine gute Idee war, sei mal in den Raum gestellt.
Die bekanntesten Spielcharaktere aus Castlevania versammeln sich an Schauplätzen um das Dracula Schloss und stellen sich immer wieder in Mann-Gegen-Mann-Duellen gegenüber. Fans des Balmont-Clans können hier auf die Urgesteine Simon und Trevor zurückgreifen. Die sich doch eher in der Haut von Vampiren wohl fühlen, können sich entweder für Alucard, dem Vampir mit dem unglaublich aussehenden silbernen Haar entscheiden oder sie nehmen dessen Vater. Natürlich ist auch Maria und der zeitreisende Aeon mit dabei. Dazu trefft ihr auch noch auf den Golem und die Heldin aus dem letzten Nintendo DS Titel "Order of Ecclesia" und zu guter letzt auf den Tod höchst persönlich.
Das Gameplay des Wii-Ablegers "Castlevania: Judgment" erinnert starkt an das "Power Stone" Duo. Aber etwas ist hier anders, denn genauso wie im ersten Teil bestreiten hier nur zwei Protagonisten den Kampf.
In Arenen, die zwar begrenztes Platzangebot haben, könnt ihr euch dennoch frei bewegen. Entfernt euch dennoch nicht zu weit von eurem Gegner, denn seit ihr einmal soweit weg, "verhädert" sich die Kamera und zeigt euch nur noch verschiedene Mauer von der anderen Seite oder sie kreist nur noch um euren Kopf herum.
Während dieser Zeit kann sich euer Gegner um euch kümmern, ohne Angst zu haben dass ihr ihn angreift, da ihr in diesem Fall nichts vor Augen habt. Und dann steht bald auch schon wieder der Begriff "Continue" auf eurem Bildschirm.
Während ihr im Kampf wild umher lauft, aber wie gesagt nicht so weit weg, könnt ihr kleine Gegenstände einsammeln. Hier findet ihr Herzen, Lebensenergie und neue Sekundärwaffen. Wie im Hauptteil der Serie ermöglichen euch die gesammelten Herzen wieder einmal den Einsatz von Extrawaffen. Außerdem könnt ihr auch in den Arenen gefundene Kerzenhalter oder Fässer als Waffen benutzen.
Füllt ihr eure Energieleiste im unteren Bildschirm auf, ist eure Spielfigur in der Lage eine Super Combo zu absolvieren.
Aber immer ein wachsames Auge haben, denn ihr müsst auch hier, wie in jedem anderen Kampfspiel, ausweichen, springen und abwehren. Die Kämpfe zwischen Vampir und Schattenwesen sind spannend und abwechslungsreich, aber auch teilweise sehr hektisch.
Neben den üblichen Kämpfen müsst ihr auch hier ab und an ein paar Rätsel lösen, die euch dann einiges auf eurer Karte freischalten. Somit könnt ihr verschiedene Schauplätze erkunden, aber vor allem das Erkunden von Dracula´s Schloss macht Laune. Überall findet ihr versteckte Kleinigkeiten.
Das Spiel erlaubt es gegen einen computergesteuerten Widersacher, gegen einen Mitspieler vor dem selben Bildschirm oder gegen einen Online-Gegner anzutreten. Dort sind eigentlich keine Grenzen gesetzt. Aber auch der keinen Gegner findet kommt ihm Solo-Modus auch so auf sein Kosten.
Um in den Genuss aller Spielmodi, Figuren und tonnenweise Extras zu kommen, müsst ihr sämtliche Modi Vorgaben erfüllen. Manche könnt ihr freischalten, indem ihr beispielsweise die Wii mit der Nintendo DS verbindet.
Das ganze Spiel nutzt die Eigenschaften der Wii-Steuerung. So müsst ihr für vertikale und horizontale Angriffe die Wiimote schwingen. Wenn ihr zudem noch den B-Knopf gedrückt haltet, bekommt der Gegner es mit andauernden Spezial-Manövern zu tun. Auf Knopfdruck können die Kämpfer blocken, springen und durch Schütteln des Nunchucks weicht ihr nahenden Angriffen aus.
Die Optik in diesem Spiel ist leider gar nicht aktuell und vor allem verpasst sie der Grafikkarte der Wii einen langen Winterschlaf. Das einzig gute dabei ist, durch das ganze Flimmern im Spielverlauf, fallen die schwachen Texturen überhaupt nicht mehr auf. Aber dennoch sind Spielfiguren und Spielkulissen liebevoll zusammengestellt worden.
FAZIT
Nach Castlevania: Judgment wird einigen klar sein, warum bei "Super Smash Bros." auf die Eigenheit der Wii-Steuerungen nicht viel wert gelegt wurde. Denn kurze Runden-Kämpfe und schnell hektische Bewegung, lassen schon förmlich die Handgelenke innerlich weinen. Zudem kommt häufig das Gefühl auf, seine Figur nie wirklich unter Kontrolle zu haben. Durch den Classic-Contoller lassen sich zwar die Kämpfe einfacher gestalten, aber dann ist der Zufall entscheidend. Und wenn wir mal ehrlich sind, wer hat schon Lust ein Spiel ohne logisch angelegten kämpferischen Inhalt zu spielen, wenn es hierbei nur reicht, irgendwelche Bewegungen zu machen.