Ist 007 First Light ein James-Bond-Spiel im Hitman-Kostüm oder doch viel mehr als das?

Special Michael Grünwald
Ist 007 First Light ein James-Bond-Spiel im Hitman-Kostüm oder doch viel mehr als das?
Quelle: IO Interactive

Mit 007 First Light geht es für das Entwicklerstudio IO Interactive zum ersten Mal seit langer Zeit weg von der Hitman-Reihe. Wir verraten, wie der Wechsel gelingt.

Mit 007 First Light bringt IO Interactive ein komplett neues Franchise an den Start. Die Geschichten rund um einen jungen James Bond könnten das Entwicklerteam in den nächsten Jahren noch populärer machen, denn die Hitman-Reihe ist zwar beliebt, aber durch das Stealth-Gameplay eher eine Nische auf dem Markt.

Durch die jahrelange Hitman-Erfahrung stellt sich nun die Frage, wie viel Agent 47 steckt denn in 007 First Light (jetzt kaufen 69,81 € / 62,99 € )? Kann IO Interactive aus dem üblichen Muster ausbrechen, oder sind die Haare des Hauptcharakters die einzige Veränderung? Wir verraten euch, warum IO Interactive es tatsächlich schafft, aus der Komfortzone auszubrechen und Bond eher einem gewissen Nathan Drake als Hitman ähnelt.

Ordentlich im Gym trainiert

Schon beim ersten Eindruck fällt direkt auf, dass es sich die Entwickler nicht einfach gemacht haben. Bond bewegt sich deutlich weniger steif als Agent 47. Während sich die Gangart des glatzköpfigen Killers über die Jahre hinweg kaum verändert hat, ist unser Spion in 007 First Light um einiges leichtfüßiger unterwegs.

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Das zieht sich auch durch das komplette Gameplay. Bond ist agil und bringt die Rolle eines frisch ausgebildeten MI6-Agenten perfekt herüber. Da wird über Hindernisse gehüpft, gesprintet und in Faustkämpfen ziemlich ausgeteilt.

Das kann Agent 47 in Hitman zwar ebenfalls, aber deutlich langsamer und aus technischer Sicht auch nicht mehr wirklich zeitgemäß. Wenn wir eh schon bei den physischen Auseinandersetzungen sind, bleiben wir doch direkt dabei. IO Interactive hat sich nämlich ordentlich ins Zeug gelegt. Während wir es in der Hitman-Reihe im Nahkampf meistens mit Quick-Time-Events zu tun bekommen, prügelt sich Bond regelrecht in Straßenkämpfer-Manier durch seine Widersacher.

Wenn wir Bond von der Leine lassen, gibt es für unsere Gegner ordentlich auf die Mütze. Ins Kampfsystem haben die Entwickler viel Mühe gesteckt. Quelle: PC Games Wenn wir Bond von der Leine lassen, gibt es für unsere Gegner ordentlich auf die Mütze. Ins Kampfsystem haben die Entwickler viel Mühe gesteckt. Wir können dabei mit der Umgebung interagieren, blocken, ausweichen, und das alles macht aufgrund der Action extremen Spaß. 007 First Light ähnelt bei den Prügeleien viel mehr der Uncharted- als der Hitman-Reihe.

Das Einzige, was uns weiterhin ans Hitman-Movement erinnert, sind die Klettereinlagen. Wir hangeln uns an Vorsprüngen entlang, tippeln langsam über den Fenstersims und rutschen an Dachrinnen herunter.

Bond besitzt die gleichen Skills und sieht dabei ähnlich aus wie Agent 47. Das ist aber auch eine der wenigen Parallelen, wenn es ums Gameplay bei den beiden Spielen geht. Was uns nun zum Vergleich der Schießereien bringt.

Würden sich die Schießereien so spielen wie in Hitman, wäre 007 First Light eines Bond-Spiels nicht würdig. Doch das Gunplay kann größtenteils überzeugen. Quelle: PC Games Würden sich die Schießereien so spielen wie in Hitman, wäre 007 First Light eines Bond-Spiels nicht würdig. Doch das Gunplay kann größtenteils überzeugen.

Viel mehr Feuerpower

Eine der größten Schwachstellen des Hitman-Universums ist das Gunplay. Das liegt auch daran, dass es im Franchise darauf ankommt, am Ende jedes Auftrags die Auszeichnung "Lautloser Killer" zu erhalten. Die Gegner über den Haufen zu ballern, steht dadurch an sich nicht im Fokus für 47. Zwar lässt uns Hitman die Wahl, doch Hauptaugenmerk liegt eindeutig auf Täuschen, Tarnen und den restlichen Stealth-Features.

In 007 First Light sieht das anders aus. Zwar zwingt uns das Spiel nur sehr selten an die Waffe, doch sobald Bond die Lizenz zum Töten erhält, erleichtert der Einsatz von Schusswaffen unsere Arbeit massiv. Wir nehmen es in bestimmten Arealen sogar mit ganzen Gegnergruppen auf und das funktioniert sehr gut.

Durch Schüsse auf die Beine bringen wir unsere Feinde zum Schwanken, feuern wir eine gezielte Kugel auf die Hände, fliegt deren Waffe in hohem Bogen davon und auch eine Fokus-Funktion für den Notfall besitzt unser Geheimagent. Obwohl das Waffenhandling noch ausbaufähig ist, bringen die Schusswechsel noch mehr Vielfalt ins Spiel und sorgen für actiongeladene Momente, die perfekt zum Bond-Style passen. Auch in den Filmen kommen wilde Schießereien meistens nicht zu kurz.

  1. Seite 1 Einstieg, Gameplay und Schießereien
  2. Seite 2 Stealth-Features und Gelegenheiten
  3. Seite 3 Spielwelt, Charaktere und Fazit
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