24: The Game im Gamezone-Test

Test Denis Brown

Wir haben Jack Bauer und seinem Team auf den Zahn gefühlt und die ambitionierte Spielumsetzung ausführlich angespielt.

24: The Game 24: The Game Bei der Menge an Zeit, die nicht in den 24 virtuellen Stunden abgedeckt wird, wäre locker eine ein- bis zweistündige Erkundungstour mit freier Hand für den Spieler möglich gewesen. Stattdessen wird der Spieler überhaupt nicht in den Aufbau der Story miteinbezogen. Zu beginn eines Levels stehen die Missionsziele klar fest und der Ablauf ist so linear, dass man die Spielabschnitte blind auswendig lernen kann. Überhaupt ist "24-The Game" viel zu linear ausgefallen, um zu einem erneuten Durchspielen einzuladen. Selbst in den Action-Passagen wäre noch viel Platz für Interaktion mit der Umgebung gewesen, was die Engine auch spielend hergegeben hätte. Einige Ansätze lassen sich ja durchaus erkennen - In einem Level jagt man zu Fuß hinter einer Person her, die in Hinterhöfen Objekte wie Mülltonnen umstößt, um Hindernisse zu schaffen. Hin und wieder darf man auch Multiple-Choice-Gespräche führen oder Hitzedetektoren austricksen. Doch wirkt sich keines der mannigfaltigen Elemente wirklich konsequent auf die Story aus und eine echte Entscheidungsfreiheit ist wirklich nirgends gegeben. Obwohl man sie durch die detailreich aufgebaute Umwelt an jeder Ecke erwartet. Dadurch wirkt "24-The Game" eher wie ein Genre-Mix-Flickenteppich ohne echten Zusammenhang. Wozu die Jungs bei Cambridge die komplexe Umwelt erschaffen haben, wenn alle Spielziele streng vorgegeben sind und linear abgelaufen werden müssen, wird wohl ewig ein Geheimnis bleiben. Das gleiche gilt für die Rätsel und kleinen Denkaufgaben: Die zufallsgenerierten Rätsel, wie das Knacken von Passwörtern und das Kurzschließen von Schaltkreisen, die den actionorientierten Spielaufbau würzen sollen, wissen nicht zu fordern, da sie sich über das ganze Spiel hinweg etwa auf einem Schwierigkeitsgrad halten. Schade, denn die Ideen sind an sich nicht schlecht. Von Lernkurve jedoch keine Spur, da alle Rätsel so leicht sind, wie in den Einführungsleveln.

Perlen vor die Säue

24: The Game 24: The Game Grafisch hat man versucht einen gewissen Realismusgrad aufzubauen, um die Handlungen glaubhaft darzustellen. Die dazu verwendete Havok-Physikengine sorgt sowohl in den Shooter-Passagen wie in den eingestreuten Auto-Verfolgungsjagd-Missionen für künstliche Schwerkraft und Dynamik. Auch in den Zwischensequenzen gab man sich Mühe und versuchte möglichst glaubhafte Ebenbilder der TV-Protagonisten zu modellieren, was auch sehr gut gelungen ist. Kenner der TV-Serie erkennen ihre Lieblingshelden problemlos wieder. Nur zu dumm, dass dann Handys nach einem Telefongespräch einfach aus der Hand verschwinden und die ein oder andere Animation etwas abgehackt wirkt. Grafik und Sound sind sonst auf recht hohem Niveau. Abgesehen von den übertrieben lauten Sterbe-Röchlern dahinscheidender Feinde wurde im Audiobereich ganze Arbeit geleistet, da Soundeffekte und Musik direkt vom TV-Original übernommen wurden und man auch in der deutschen Fassung die Synchronsprecher der Serie verpflichten konnte. Die Umgebungsgrafik wirkt durch sanfte Farben und schöne Lichteffekte zudem relativ glaubwürdig. Gerade die Cut-Scenes transportieren das Feeling der Serie wirklich ausgezeichnet und bieten dem Fan mit Split-Screen Einstellungen und Wackel-Kamera den richtigen Einstieg in die nächste Spielstufe. Nutzt nur alles nix, wenn das Spiel selbst nix taugt.

Meinung

Wertung zu 24: The Game (PS2)

Wertung:

6.0 /10
Pro & Contra
gute Stimmung durch Grafik und Sounddie dem TV-Original sehr nahe kommtgute Ansätze für ein abwechslungsreiches Spielprinzip durch viele Anleihen aus verschiedenen SpielgenresAbwechslungsreiche Spielpassagenoriginal Synchronsprecher der TV-Serie
schlechte KIunausgegorener Schwierigkeitsgrad ohne Lernkurvedafür frustrierend dumme Gegner in den Auto-Levelssehr linearkeinerlei Handlungsfreiheit trotz komplexer Umwelttheoretisch gut gedachte, aber nutzlose und unausgereifte Steuerung in den Shooter-Levelsteilweise abgehackte Animationen (z.B. verschwindende Handys)
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