Spielekinder an die Front: 42 Grundideen mit verschiedenen Abwandlungen warten darauf gespielt zu werden.
Extraspiele
Anvisieren, Zielen und Punktreffer kassieren
Gemeinhin sagt man gerne "weder Fisch noch Fleisch" und damit ist diese Kategorie wohl am Besten beschrieben. Eine kleine aber durchaus feine Mischung an unterschiedlichen Spielvarianten wird im Bereich Extraspiele angeboten. Dabei handelt es sich weitläufig um bekannte Formen von Gesellschaftsspielen, die - neumodisch besehen - viele auch aus dem TV-Programm kennen:
Shake it > Überaus kinderfreundliche Variante des russischen Roulettes. Eine Flasche muss so lange geschüttelt werden, bis der Korken raus knallt.
Domino > Gesamt gibt es verschiedene Varianten, die dem schon leicht angestaubten aber immer wieder spannenden Zahlenspiel Würze verleihen.
Hanufada > Japanisches Kartenspiel in der Koi-Koi Variante. Zahlenwerte spielen keine Rolle. Vielmehr will das Jahr nach seinen Zeiten geordnet werden.
Wortballons: Auch als Glücksrad bzw. Galgenmännchen bekannt.
Sportspiele
Sport ist bekanntlich ein dehnbarere Begriff und dennoch fallen auch Geschicklichkeitseinlagen wie Billard oder Dart darunter. Und genau diese Möglichkeiten bietet euch die Ecke Sportspiele, die sich gleichfalls bekannter und beliebter Freizeitaktivitäten bedient:
Bowling > Geschicklichkeit ist Trumpf; Simulation eher Fehlanzeige.
Dart > Gut gezielt ist halb gewonnen.
Billard > Eine ruhige Hand und gekonntes Zielen sind die halbe Miete.
Balance > Klötzchen müssen auf einer Waage gestapelt werden. Ähnlich dem Prinzip des Wackelturms und anderen Zerstör- und Aufbauspielen.
Schwupps > Gespielt wird auf verschieden großen Feldern mit einem Spielchip. Dabei ist schupsen Trumpf und wer das am besten kann, gewinnt.
Spiele gegen dich selbst
Habt ihr einmal keine Lust euch mit dem Computer oder menschlichen Gegnern zu messen, stehen immerhin noch drei Spielvarianten zur Verfügung, da ich euch ganz allein vergnügen könnt:
Patience > Gemeinhin u.a. auch als Soltaire bekannt. Einziger Haken: Die aufzudeckenden Karten können nur im Dreierpack abgehoben werden.
Mahjongg Solitaire > Flapsig als "japanisches Memory" formuliert ist diese inzwischen auch hierzulande sehr bekannte Spielart in aller Munde und erfreut sich großer Beleibtheit.
Ausweg > Eine Abwandlung des Klassikers Sokoban.
Und wie spielt sich das jetzt alles?
Immer hübsch der Reihe nach
Allen möglichen Unkenrufen zum Trotz funktioniert die Spielsammlung nicht zuletzt dank des Touchscreens überaus gut und genau. Stylus Gegner haben hier keine Chance, denn alternative Steuerungsmöglichkeiten, ggf. mit dem Digikreuz sind nicht machbar. Aber die braucht es auch nicht, da die Umsetzung Screen und Stift einfach fantastisch funktioniert und nicht einmal Anfänger vor unüberwindbare Hürden stellt. Die vorhandenen Klippen sind eher die spielerischen Herausforderungen, welche die einzelnen Spiele mit sich bringen. Diese variieren dann noch in Art und Weise, wie man die Spiele meistern kann. Die einfachste Art ist dabei natürlich das freie Spiel, bei dem ihr euch - Single, versteht sich - durch alle verfügbaren Spiele zocken könnt. Da es nichts groß frei zu spielen gibt, bis auf ein paar kleine Goodies wie Avatare die Online genutzt werden können, usw., stehen alle 42 Spiele von Anfang zur Verfügung. Ebenfalls als Einzelspieler deklariert, aber mit deutlich mehr Pfiff versehen ist der Missionsmodus als auch die Stempel-Tour. Bei der Stempel-Tour spielt ihr die 42 Spiele der Reihe nach durch. Für jeden Sieg gibt es Stempel. Aber auch die Niederlage wird immerhin noch mit einem Stempel belohnt. Anders hingegen der Missionsmodus, bei dem die Spiele bestimmte zusätzliche Herausforderungen für euch parat haben. So verlangt das Dominospiel von euch, dass ihr in drei Runden 20 Punkte erreichen müsst. Hingegen fordert euch das Dartspiel auf, gesamt 200 Punkte oder mehr zu erreichen. Das Damespiel wiederum setzt voraus, dass ihr euren Gegner vom Feld putzt und dabei 10 zehn eurer eigenen Steine behaltet. Oder ihr müsst im Rommé Spiel versuchen alle acht Karten auf einmal auszuspielen. Und so warten alle gegebenen Spiele neben dem eigentlichen Spielziel mit zusätzlichen Aufgaben auf euch. Damit ist glücklicherweise für den Solospieler genug Abwechslung geboten.
Keine Frage allerdings, dass der Umfang der Spielesammlung erst im Onlinemodus zum Tragen kommt und die verschiedenen Varianten mit menschlichen Gegner so richtig Spaß machen. Gesamt können Online bis zu acht Spieler in den Wettstreit treten und sich dabei Gemeinheiten als auch Nettigkeiten über das Picto-Chat zuschustern. Eine Freundesliste kann gleichermaßen geführt werden und wer wissen will, wie gut er generell abschneidet, sollte in der Weltrangliste nachsehen, die sich zudem auf den eigenen DS runterladen lässt. Wer keine Lust auf Online-Gaming hat oder ggf. nicht über die Möglichkeiten verfügt, kann das Ganze auch lokal mit einem Freund durchspielen. Netterweise braucht es dafür auch nur ein Modul und schon kann der Spaß zu zweit beginnen.
Ein bisschen klein ist's schon
Ein bisschen genau hinschauen hilft weiter
Man soll ja nicht päpstlicher sein als der Pabst und so lassen wir auch generell alle Fünfe gerade sein. Dennoch sei angemerkt, dass bisweilen die Optik der dargebotenen Spiele ein Augenkneifen nicht vermeidbar macht. Vor allem Spiele, die in Sachen Ausspielen (bestimmte Kartenspiele, Domino, usw.) einiges an Platz benötigen, werden im Verlauf einer Runde doch arg klein. Glück mit denen, die gute Gucker haben. Generell allerdings kann man der zugegeben einfachen und eher zweckmäßigen Grafik keinen Vorwurf machen. Die Kartenstapel und Blätter sind ebenso gut und einfach zu erkennen wie die Spielbretter, Dartscheiben oder Billardtische. Speziell bei letzteren sollte man grundsätzlich keinen Realismus erwarten - was ohnehin für das gesamte Spielangebot seine Gültigkeit hat. Manches Mal wirken die Spielauftritte auch überaus lieblos und trist, wie z.B. das Mensch-ärgere-dich-nicht- oder das Damebrett. Da gesamt eher mit dezenten und gedeckten Farben agiert wurde, erscheint das augenscheinliche Bild ein wenig arg traurig. Aber wie einleitend erwähnt, hier geht es nicht um Schönheit; Hier geht es um Spielspaß der sauber dargestellt rüber kommen soll. Und das tut er zweifelsohne, da gibt es nichts zu meckern.
Anders hingegen beim Sound, da man sich gerne mal die Ohren zuhalten möchte. Zugegeben, spielt man gegen andere, nimmt man alles wahr nur nicht das z.T. sehr nervige Getüdel. Alleine sieht es da schon anders aus. Die z.T. Psychojazz artigen Einlagen wissen leider nur wenig zu begeistern und unterm Strich hätten sich die Macher das Gefiedel auch schenken können. Gut, dass es eine nette Erfindung namens Lautsprecherregler gibt.
