999: 9 Hours, 9 Persons, 9 Doors im Gamezone-Test

Test Michael Stadler

Facettenreiche Rätselkost aus Japan, die bisher leider nur als Import erhältlich ist.

999: 9 Hours, 9 Persons, 9 Doors 999: 9 Hours, 9 Persons, 9 Doors Doch dann ändert sich unsere Ausgangslage abrupt, denn das Klirren eines der im Zimmer vorhandenen Bullaugen lässt die Verwirrung der adrenalingeladenen Handlungsbereitschaft weichen. Jetzt ist der Moment, in dem wir uns schnell klar werden müssen, welches Utensil in unserer Umgebung sich jetzt dafür eignet den einzigen Fluchtweg, die Tür, zu öffnen. Was darauf folgt sind etliche kleine Rätsel an deren Ende eine offene Tür für uns herausspringt. Aufgrund der nun schon beachtlichen Wassermenge, dürfen wir allerdings nicht selber gehen, sondern werden vielmehr hinaus gespült. Als wir an der Spitze einer kleinen Treppe auf eine weitere Tür aufmerksam gemacht werden, ergreifen wir unsere Chance und treten ein. In einem riesigen, prunkvoll dekorierten Raum merken wir alsbald, dass wir nicht allein sind. Und so beginnt das Spiel...

Adventskalender mal anders

999: 9 Hours, 9 Persons, 9 Doors 999: 9 Hours, 9 Persons, 9 Doors Der junge Herr, dessen unfreiwilligen Spielbeitritt und panische Flucht wir eben beschrieben haben, heißt Junpei und ist für die nächsten Stunden unser verlängerter virtueller Arm in einem wahnwitzigen Spiel. Ein Spiel nach den folgenden Regeln: Auf dem Schiff befinden sich, Junpei mit einbegriffen, neun Kandidaten. Jeder von ihnen hat, so wie er, eine Nummer auf dem Armband abgebildet. Überall auf dem Schiff befinden sich Türen, die mit den Armbändern der Kandidaten geöffnet werden. Dazu muss die Zahl auf dem Armband der unfreiwilligen Mitspieler zusammengenommen eine Ziffer ergeben, deren Quersumme die Zahl der Tür ergibt. So braucht die Tür mit der Zahl fünf beispielsweise Nummer sieben, Nummer zwei und Nummer fünf(7+2+5=14 und 1+4=5). Der Clou hierbei ist, dass es immer zwischen drei und fünf Spieler sein müssen, die in den folgenden Raum gehen. Eine Tür mit den richtigen Nummern und der richtigen Spieleranzahl zu öffnen, nur um dann einen anderen Teilnehmer passieren zu lassen wird nicht gestattet. Wer es trotzdem wagen sollte das Spiel auszutricksen, dem wird eine Bombe zum Verhängnis. Diese trägt nämlich jeder Kandidat in seinem Magen und den Auslöser dafür am Handgelenk: Das Nummernarmband. Und damit die Dramaturgie ihren Höhepunkt erreicht, droht das Schiff in neun Stunden zu sinken. Der einzige Weg aus der Todesfalle ist, die Tür mit der Nummer neun zu finden und zu betreten.

999: 9 Hours, 9 Persons, 9 Doors 999: 9 Hours, 9 Persons, 9 Doors Klar ist schon von Beginn an, dass dieses Spiel zum größten Teil von der packend inszenierten Geschichte und ihren facettenreichen Charakteren lebt. Die anfänglich neun Personen sind wirklich detailliert ausgearbeitet und offenbaren im Verlauf der Geschichte noch die eine oder andere Leiche im Keller. Leider gibt es keine Sprachausgabe, sodass jegliche Erklärung oder Konversation von euch gelesen werden muss. Allerdings tut dies wenig zur Sache, denn so wirkt das Spiel stets wie ein interaktiver Roman. Flashbacks, Story-Twists und intensive Unterhaltungen lassen euch regelrecht den Mund offen stehen und sind dermaßen filmreif inszeniert, dass sie durchaus als Filmvorlage für einen Saw-Konkurrenten herhalten könnten. Ein interessanter Grafikmix aus realistischen Standbildern und im Stile eines Mangas gezeichneten Umgebungen hält den Spieler auch optisch bei der Stange. Der Soundtrack spiegelt jederzeit die bedrohliche Lage der Partizipanten wieder und beschallt euch gerade mit Kopfhörern so intensiv, schwer, belastend und schaurig, dass es einem beinahe in jeder Umgebung eiskalt den Rücken hinunter läuft. Spielerisch gehört "999" zwar zu einem Randgenre, welchem es aber wieder zu neuem Glanz verhilft: Das Point and Click Adventure.

999: 9 Hours, 9 Persons, 9 Doors 999: 9 Hours, 9 Persons, 9 Doors Per Stylus bewegt ihr euch über mehrere Standbilder durch die vor euch liegenden Räume und sammelt fleißig Gegenstände. Richtig eingesetzt bzw. mit einander kombiniert löst ihr Rätsel um Rätsel und kommt der letzten Tür immer wieder ein Stück näher. So verrät euch ein Fetzen Papier den Code für einen Aktenkoffer, der euch wiederum neue Dinge für das Inventar verschafft, die ihr an anderer Stelle wieder erfolgreich einsetzt. Bedenkt jedoch immer, dass euer Handeln auch dementsprechende Konsequenzen nach sich zieht. Mit insgesamt sechs möglichen Endsequenzen erhält nicht nur die Geschichte weiteren Tiefgang, sondern auch der Titel einen deutlich höheren Wiederspielwert.

Meinung

Wertung zu 999: 9 Hours, 9 Persons, 9 Doors (NDS)

Wertung:

8.9 /10
Pro & Contra
detaillierte Charaktereungemein spannende Storyschockierend gute Soundkulisseanspruchsvolle Rätseltoller DesignmixPoint and Click Steuerung klappt mit dem Stylus wunderbar
krasser Übergang von Storyteilen zu Spielelementenfehlende SprachausgabePoint and Click...
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