Das Aufbaustrategie-Spiel kehrt zurück und tritt in die Fußstapfen des grandiosen DS-Vorgängers.
Der Kampf um die Waren
ANNO: Erschaffe eine neue Welt
All die Grundlagen zum Aufbau einer solchen Siedlung werden euch in der Kampagne recht gut erläutert und falls dennoch Fragen auftauchen, scheut nicht den Weg zum Berater oder nutz die vielfältigen Tool-Tipp Funktionen. Denn eine florierende Wirtschaft zu unterhalten, ist nicht gerade einfach. Sowohl Klima und Bodenbeschaffenheit spielen eine Rolle für entsprechende Anbauplantagen. Oftmals bleibt der Weg auf eine weitere Insel nicht erspart, auf der eine Zweigkolonie für gewisse Materialen oder den Bergbau errichtet wird. Schlussendlich müssen alle Bauwerke mit einem Straßennetz verbunden sein, damit die Waren in ins Lager geliefert werden können. Erst dann können sich eure Bürger an den Luxusgegenständen laben. Überschüssiges wird auf dem hiesigen Markt angeboten, wobei Angebot und Nachfrage wieder einmal den Preis regeln. Ist der Markt überschwemmt, gibt es nur wenig Zaster für die mühsam erarbeiteten Rohstoffe. Der Handel ist aber nach wie vor nur peripher zu betrachten, denn hauptsächlich sorgen die Einwohner über Steuereinahmen für klingelnde Kassen - und wer die Finanzen nicht im Auge behält, landet alsbald im Armenhaus.
ANNO: Erschaffe eine neue Welt
Gewisse Vorsicht ist auch bei den Nachbarn geboten. Die Meere werden von den Kosaren heimgesucht, die allzu gerne Schiffe kapern. Einem fremden Segel am Horizont sollte man immer misstrauisch entgegen blicken, auch wenn oftmals Freundschaften entstehen. Nicht alle Bewohner in der orientalischen Welt sind freundlich gesinnt. Daher gilt auch bei "Erschaffe eine neue Welt", dass mit der Zeit ein Grundschutz mittels einer Wehrmacht zum Sicherung der Warenlager und Bürger angebracht ist. Sowohl in den Lagerhäusern, als auch in speziellen Stützpunkten und Kasernen lassen sich Soldaten stationieren. Diese Gebäude werden von den kriegerischen Barbaren angegriffen und letztendlich entscheidet die Übermacht und ein wenig Glück über Sieg und Niederlage. Dem militärischen Dasein schenkt man aber glücklicherweise eher weniger Beachtung. Der Kader muss zwar stimmig sein, aber letztendlich spielt sich der Einmarsch in das Territorium des Feindes eher schlicht als ausgeklügelt. Auch die neue Nintendo DS Variante legt weiterhin mehr Wert auf den Aufbau einer florierenden Wirtschaft.
Karten und das Piratenpack
ANNO: Erschaffe eine neue Welt
Für aufmerksame Leser und Kenner des Vorgängers liest sich die Beschreibung wie ein Déjà-vu-Erlebnis, denn spielerisch hat sich seid der erstmaligen Erscheinung von "Anno" in den Gewässern des Nintendo DS nur kaum etwas getan. Man benötigt fast gar eine Lupe und den Direktvergleich, um tatsächlich irgendwelche Unterschiede feststellen zu können. Am auffälligsten ist zunächst die knuffigere Darstellung. Dies vermittelt nicht nur das Comic-Cover, sondern auch die Zwischensequenzen und letztendlich Architektur der Siedlungen. Bauwerke werden nicht mehr scharfkantig dargestellt, denn sie sorgen mit Weichzeichnungen für eine knuddelige Optik - in der sich das wuselnde Volk tatsächlich wohl zufühlen scheint. Und trotz des Wandels ist ein Manko des Vorgängers nach wie vor vorhanden: Nicht selten bewohnen alle Aristokraten dasselbe Gebäude, als ob man dieses als Bausatz bei Ikea bekommen würde. Dies ist natürlich auf jedwede Gesellschaftsschicht übertragbar und sorgt mitunter für Abwechslungsarmut - auch wenn uns die Technik einmal mehr absolut begeistern kann. Kein anderes DS-Aufbauspiel sieht so detailliert und schön aus.
ANNO: Erschaffe eine neue Welt
Wird die Lupe beim Gameplay angesetzt, so finden sich auch dort noch interessante Dinge. Der Orient zum Beispiel ist ein unbeschriebenes Blatt mit fremden Völkern und unbekannten Inseln. Neben dem Handel von neuen Technologien gilt es als Abkömmling von König George zunächst die Welt zu kartographisieren. Das besiedelbare Gebiet ist anfänglich stark eingeschränkt, doch durch Erwerb von Seekarten kann die Spielwiese üppig erweitert werden. Die Gunst orientalischer Völker erntet man aber nur durch die Erfüllung gewisser Aufgaben - so genannter Verdienste. Dies kann der Aufbau einer großen Stadt sein, das Anhäufen von Reichtümern, oder vorzuweisende Rohstoffkunde - wann immer euch eine Auszeichnung verliehen wird, könnt ihr euch eine neue Seekarte aussuchen und damit ein weiteres Gebiet für die Besiedlung eures Volkes aufdecken.
ANNO: Erschaffe eine neue Welt
Neuerdings lockt auch die Schatzsuche. Auf den orientalischen Märken finden sich für eine entsprechend entgegenkommende Menge an Goldstücken Schatzkarten. Einmal erworben, werden die versunkenen Güter mittels eines schwarzen X auf der Weltkarte eingezeichnet. Auf den Spuren eines Jack Sparrow schippert man alsdann mit dem Entdeckerbötchen durch die Weltmeere und versucht die Geheimnise zu lüften. Die Waren sind aber nicht völlig grundlos vom Meer verschluckt worden. Das Piratenpack der Kosaren wittert ihre Beute schon kilometerweit gegen den Wind und versucht euch stets daran zu hindern, die Schätze zu bergen, oder zumindest die Waren in den sicheren Hafen zu bringen. Nicht selten kann ein solches Unternehmen dazu führen, dass die komplette Flotte des Königs ebenfalls zu Bruch geht und den Haien zum Fraß vorgeworfen wird. Es mag noch einige kleinere Feinheiten im Detail geben, die aber das Spielgefühl nicht weltbewegend verändern. Wer also den Vorgänger schon in der Sammlung stehen hat, wird mit "Erschaffe eine neue Welt" leider nicht viel Neues zu Gesicht bekommen.
In Handumdrehen zur Metropole
ANNO: Erschaffe eine neue Welt
Vollkommen übernommen wurde zum Glück auch die Steuerung des Vorgängers, welche ausschlaggebend für den Erfolg des Titels war. Diese versucht erst gar nicht, die Maus und Tastatur des PCs zu ersetzen, sondern baut auf einem eigenen Schema auf. Den Anfang macht die durchdachte Einteilung der beiden Bildschirme. Während oben alle Hinweise und Listen zu sehen sind, geht der Punk auf dem unteren Schirm ab. Alle kontextsensitiven Elemente befinden sich auf dem Touchscreen und sind schnell zugänglich. Einzig allein die Symbolik mag nicht immer deutlich genug sein, so dass Anfänger häufig auf die Tool-Tipps zurückgreifen müssen. Hat man das verschachtelte Ringmenü verinnerlicht, werden mit dem Stift relativ flott neue Siedlungen aus dem Boden gestampft.
