Lest in unserem Test, ob sich der Kauf dieses verrückten Snowboard-Trips zum Start der Xbox 360 auch wirklich lohnt.
Viel los, auch abseits der Piste
Amped 3
Erst ganz kurz vor der Veröffentlichung von "Amped 3" wurde bekannt, dass der viel versprechende Onlinemodus leider dem Rotstift zum Opfer gefallen ist. Natürlich war daran der enorme Zeitdruck schuld, was aber nichts daran ändert, dass ein wichtiges Spielelement des zweiten Teils nun nicht mehr vorhanden ist. Wirklich schade, das 2K Games sich dafür nicht noch einen Monat mehr Zeit gelassen hat und das Spiel in abgespeckter Form auf den Markt geschmissen hat. Wenigstens sind die Online-Ranglisten noch vorhanden und für jedes einzelne der unzähligen Events wird eure Bestzeit zentral abgespeichert. Da man den aktuellen Rang auf Xbox Live sofort eingeblendet bekommt, wiederholt man manche Events ganz einfach per Knopfdruck, nur um noch ein paar Plätze weiter oben zu landen. Pro Berg kann auch ein Event von zwei Spielern gleichzeitig absolviert werden, allerdings wäre es zu viel des Guten, diesbezüglich von einem 2-Spieler-Modus zu sprechen.
Amped 3
Wie bei jedem anderen Funsportspiel könnt ihr natürlich auch hier das Aussehen eures Charakters den eigenen Wünschen anpassen und ihn individuell einkleiden. Die neu gekauften Boards haben allerdings keine Auswirkung auf das Handling und auch die mittlerweile zum Standard gehörenden Attributsverbesserungen sucht man in "Amped 3" leider vergebens. Es gibt zwar ein paar Herausforderungen, die beispielsweise die Fähigkeit zum Grinden aufbessern, jedoch sind solche Begegnungen stark in der Unterzahl. Besser gelungen ist da schon der integrierte Parkeditor, welcher rd auf einfache Weise ermöglicht, die Berge den eigenen Wünschen anzupassen. Ihr könnt also tatsächlich genau die Pisten, die ihr normalerweise im Zuge der Herausforderungen befahrt, um eigene Rampen, Kicker, Boxen und Rails erweitern. Neue Objekte werden im Lauf des Spiels verfügbar, also selbst der Baumodus bietet eine hohe Langzeitmotivation. Die neuen Konstruktionen können dann übrigens nicht nur mit dem Snowboard, sondern auch jederzeit mit einem von vielen freispielbaren Schlitten oder dem Snowmobil befahren werden.
Die Technik: NextGen ist was anderes
Amped 3
Eigentlich hätte man "Amped 3" auch auf alten Xbox veröffentlichen können, denn die NextGen-Grafik der Xbox 360 wird von diesem Spiel nicht im Geringsten ausgenutzt. Den einzigen Hinweis auf die nächste Generation der Technik geben die sehr detaillierten Charaktere während der Echtzeit-Zwischensequenzen und die teilweise enorm hohe Weitsicht, die vom Gipfel bis hinunter ins Tal reicht. Allerdings kommt es genau aus diesem Grund auch hin und wieder zu kleineren Rucklern - die typische Kinderkrankheit der ersten 360-Spiele ist also auch hier vorhanden. Allerdings fällt das Ruckeln nur bei ganz wenigen Strecken auf und auch sonst ist die Optik zweckmäßig bis schön. Besonders die hochauflösenden Texturen des Schnees und der Charaktere machen sich auf einem HDTV-Gerät sehr ordentlich und lassen genügend winterliche Atmosphäre aufkommen. Unsere Wertung für die Grafik ist aber dennoch recht hoch ausgefallen, was in erster Line an der bereits angesprochenen Präsentation und den aufwendig gestalteten Zwischensequenzen liegt. Die Entwickler haben sich dafür derart viel Mühe gegeben und auch etwas völlig Neues realisiert, so etwas muss auch wertungstechnisch honoriert werden.
Die Musik ist ebenfalls sehr ordentlich ausgefallen, eine gigantische Vielfalt verschiedenster Stücke erwartet euch. Natürlich ist das Repertoire vorrangig sehr punkig und rockig ausgefallen, aber auch zahlreiche HipHop-Tracks sind vorhanden. Besonders möchten wir an dieser Stelle auch noch die Musik während der eher seltenen Ladepausen hervorheben - so gut gelaunt sind wir selten aus einem Ladebildschirm entlassen worden. Absolut vorbildlich ist auch die Lokalisierung des Spiels: Im Gegensatz zu den offiziellen Launch-Titeln von Microsoft glänzt "Amped 3" mit glaubhaften und sehr lässigen Sprechern, die auch die vielen Slang-Hürden mit Leichtigkeit nehmen konnten.
