Another Code R: Die Suche nach der verborgenen Erinnerung im Gamezone-Test

Test Andreas Keser

Ashley jagt nun auch auf der Wii ihren Erinnerungen hinterher. Doch ebenso erfolgreich wie auf Nintendos DS?

Another Code R: Die Suche nach der verborgenen Erinnerung Another Code R: Die Suche nach der verborgenen Erinnerung Die Rätsel sind stets fair und halten sich in Sachen Komplexität enorm zurück. Oft geht es schlicht und einfach darum, dass man Gegenstand A zu Ort B bringt. Ist das erledigt wird an Ort B ein Ereignis gestartet und die Handlung nimmt ihren Lauf. Leider sind bestimmte Gegenstände so lange "gesperrt" bis sie auch wirklich relevant für die Geschichte sind. Wollt ihr einfach mal so ein paar Streichhölzer einstecken oder Orte erkunden, die ihr derzeit noch nicht besuchen müsst, dann geht das schlichtweg nicht. Die Streichhölzer lassen sich erst dann aufnehmen, wenn ihr sie auch wirklich benötigt um damit ein Feuer anzuzünden. Wer mit seinen Ideen also zu schnell ist, der wird möglicherweise verwirrt sein, dass er ein Rätsel mit dem Gegenstand XY lösen muss, obwohl er diesen Gegenstand zuvor schon 20 Mal untersucht hat und bislang nie irgendetwas damit anzufangen war. Manche Objekte müssen also zum richtigen Zeitpunkt "gefunden" werden, da sie vorher keine Rolle spielen und somit nicht aufgenommen werden können.

Feuer machen und Fotos schießen

Another Code R: Die Suche nach der verborgenen Erinnerung Another Code R: Die Suche nach der verborgenen Erinnerung Die Bandbreite der Rätsel ist groß. Meist müssen aber nur simple Alltagshandlungen ausgeführt werden. Sammelt beispielsweise Dosen, die ihr mittels Wii-Fernbedienung in eine Recyclingstation legt und den Hebel zieht, um eine Recycling-Marke zu erhalten, die für bestimmte Dinge benötigt wird. Auch das Anzünden eines Feuers läuft über die Wii-Remote. Dazu muss man ein Streichholz zunächst einige Sekunden an ein Papier halten, damit es Feuer fängt. Da es noch nicht so richtig brennen will muss man mit einem Stück Pappe (das erst dann vom Boden aufgehoben werden kann, wenn man es braucht) Luft zufächern. Dazu wird die Wii-FB in einer fächernden Bewegung auf und ab geführt. Manche Ideen sind ganz nett, aber insgesamt hätte man die Rätsel knackiger und noch ein wenig einfallsreicher gestalten können.

Another Code R: Die Suche nach der verborgenen Erinnerung Another Code R: Die Suche nach der verborgenen Erinnerung Ashley trägt auch dieses Mal wieder ein DAS (eine Nachbildung des Nintendo DSi) mit sich herum. Sie hat es von ihrem Vater erhalten und steht dadurch mit ihm in Verbindung. Außerdem kann sie damit 20 Fotos schießen, was hier und da sogar zwingend nötig ist, damit die Geschichte weiterlaufen kann. Neu hinzugekommen ist das TAS (eine Nachbildung der Wii-Remote). Damit lassen sich beispielweise Türschlösser knacken. Meist ist das schnell gemacht - einfach einen vorgegebenen "Code" eintippen (z.B. A, +, 2, B) und schon öffnet sich die Tür. An einer Stelle haben sich die Entwickler aber einen kreativen Gag einfallen lassen: Sie verlangen von euch, dass ihr die Taste "3" drückt. Doch habt ihr diese jemals auf eurer Wii-Fernbedienung gesehen? Nein? Na dann lasst euch was einfallen.

Another Code R: Die Suche nach der verborgenen Erinnerung Another Code R: Die Suche nach der verborgenen Erinnerung Im Laufe der Handlung werden Ashley ab und zu Fragen gestellt. Normalerweise ist nicht der Spieler für die Antworten zuständig, da das taffe Mädel meist von sich aus redet und nicht von euch mit passenden Antworten versorgt werden muss. Doch hier und da habt ihr sehr wohl Einfluss darauf, was sie sagt. Manchmal ist es möglich sich dazu zu entscheiden, die Wahrheit zu sagen oder dreist zu lügen. Da die Story aber sehr linear aufgebaut ist, haben solche Entscheidungen eigentlich keinerlei Gewicht. Oft läuft die Handlung nach der Entscheidung kaum anders weiter, als wenn man sich für die andere Antwort entschieden hätte. Das ist ziemlich schade, denn hier hätte man dem Spieler ein wenig mehr Möglichkeiten und Freiheiten gewähren können.

Stummfilm im Comicstil

Another Code R: Die Suche nach der verborgenen Erinnerung Quelle: Nintendo/ Cing Another Code R: Die Suche nach der verborgenen Erinnerung Wie bereits erwähnt wird in "Another Code R" unheimlich viel geredet. Dass die Dialoge nichts aussagen ist dabei sogar wörtlich zu verstehen. Die Charaktere sprechen nämlich kein einziges Wort. Die komplette Handlung muss von vorne bis hinten in Textform gelesen werden. Sämtliche Personen bleiben stumm. Das ist bei einer solchen Textfülle enorm anstrengend und heutzutage nicht mehr zeitgemäß. Man hätte sich um engagierte und lebendige Synchronsprecher bemühen müssen, die der Geschichte mit ihren Stimmen Leben einhauchen. Das hätte alles aufgelockert und die ohnehin oft langatmigen Dialoge deutlich erträglicher gemacht. Man hat sich beim Sound also nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Dafür ist die Hintergrundmusik aber meist ganz angenehm.
Auch die Optik überzeugt. Der Comic-Look wirkt mit seinen Celshading-Charakteren frisch und lebendig. Einzelne Effekte runden das alles noch ein wenig ab (zum Beispiel wenn Ashley ein Flashback hat). Die Mimik und Gestik der Personen sind gut, allerdings hätte man hier auch noch mehr machen können. Das gilt ebenso für die Animationen. Wenn sich beispielsweise ein Hund aus dem Sitzen heraus umdreht und in die andere Richtung davon läuft, dann "rutscht" sein Hinterteil anfangs noch aus der Drehung heraus über den Asphalt, was ein wenig unschön aussieht.

Meinung

Wertung zu Another Code R: Die Suche nach der verborgenen Erinnerung (Wii)

Wertung:

7.6 /10
Pro & Contra
Toll inszenierte und spannende Haupthandlungguter Umfangstimmiger Comic-Look mit schönen Celshading-Modellenangenehme MelodienSteuerung funktioniert gut
Keine Sprachausgabeenorm viel Textbanale und belanglose Dialoge nehmen kaum ein Endewenig Freiheiten, da man sich nur wie auf „Schienen“ bewegen kann„gesperrte Gegenstände“zu einfach gestrickte Rätsel
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