For Answer bietet uns arg stagnierendes Mecha-Action-Gameplay ohne große Neuerungen.
Armored Core: For Answer
Ist am Ende einer erfolgreich absolvierten Mission etwas Geld im Beutel hängen geblieben, so kann man dies im Shop, dem ACSIS, auf den Kopf hauen. Und dieser Shop bietet wirklich eine üppige Auswahl an Teilen, die es so zuvor noch nicht im Verlauf der Serie gab. Konnte man bei Armored Core schon auf stolze 337 (Xbox 360) and 300 (PS3) Tuningteile zurückgreifen, so sind es bei For Answer gleich 442 Bauteile die dazu einladen, wie wild an seinem Mecha herumzuschrauben um ihn noch effizienter werden zu lassen. Das nötige Kleingeld hierfür muss, wie gesagt, hart erarbeitet werden, doch anschließend kann man sich nahezu stundenlang im Shop aufhalten und an seinem eigenen NEXT feilen, hämmern, schweißen und schrauben. Wer mag kann seinen NEXT aber auch von Grund auf selber zusammen bauen, lackieren und designen. Ganz so einfach ist dies aber nicht, da man natürlich immer auf die Balance und den richtigen Schwerpunkt achten muss, damit sich der Blechgigant überhaupt bewegen kann. Hierzu steht aber die Möglichkeit bereit, den Mecha diversen Testläufen zu unterziehen. Eine Tuning-Werkstatt für Mechs, die das Herz eines jeden Fans sichtlich höher schlagen lässt, doch bis auf die vielfältigeren Bauteile ist auch hierbei kaum Veränderung zu Armored Core 4 zu erkennen. Dazu kommt die Tatsache, dass auch die Menüführung nicht wirklich eine Runderneuerung erfahren hat und Neulinge vielleicht schnell die Flinte ins Korn werfen, da zu Anfang alles recht unübersichtlich wirkt. Sich als Kampfroboter-Ingenieur zu betätigen ist eben kein Leichtes, weswegen man sich schon eine Weile einarbeiten muss.
Technisch verrostetes Altmetall
Armored Core: For Answer
Armored Core 4 wurde, bis auf die pompösen Introsequenzen, schon recht spärlich in Szene gesetzt und wer darauf gehofft hat, dass man mit For Answer etwas mehr aus der Xbox 360, bzw. Playstation 3 kitzelt, wird definitiv enttäuscht und erlebt erneut ein Deja Vu. An Detailarmut ist Armored Core For Answer wohl kaum zu übertreffen, auch wenn die Mecha-Modelle ordentlich umgesetzt wurden. Die Landschaften durch die wir uns mit dem Kampfgefährt bewegen sind denkbar karg, texturarm und ganz und gar nicht ansprechend. Kämpft man sich durch das Innere einer feindlichen Zentrale wurde sogar gänzlich an Textur gespart, so dass der Hintergrund teilweise komplett schwarz ist und nur einige Rohre und Bodenbeläge darauf hindeuten, wo man sich gerade befindet. So schwankt man zwischen, böse gesagt, grauen Blöcken die Gebäude darstellen sollen und einer Menge schlechtem "Bodenbelag", der elendig langweilig aussieht. Und obwohl die Umgebung streckenweise zerstörbar ist, wirken die einstürzenden Gebäude polygonarm und die Explosionen kleinerer Ziele streckenweise unspektakulärer als ein zündender Knallfrosch. Auf weiter Flur gibt es so meist nur den Spieler sowie die zu zerstörenden Ziele. Minimalistisch ist hierfür noch eine denkbar nette Umschreibung für dieses ...
Armored Core: For Answer
In den Außenarealen sieht es natürlich ebenso trist aus und nur die teils spektakulären Kämpfe gegen die riesigen "Arms Forts" versprechen etwas mehr grafische Leistung, doch alles in allem hat sich die Grafik nicht verändert oder gar verbessert. Kenner der Serie kommen hiermit sicher zurecht, erwarten genau dies oder hatten ohnehin keine großen Erwartungen. Sollten sie auch nicht haben um nicht vollständig enttäuscht zu werden. Spieler die sich schon immer ein Mech-Spiel zulegen wollten und sich (auch aus Ermangelung an Alternativen) für Armored Core For Answer entschieden haben, werden aufgrund des kargen Eindrucks erst einmal schlucken müssen. Sicher auch ein zweites mal! Dazu kommt die etwas nervöse Kamera die dem Geschehen nicht immer optimal folgt, gerade wenn es hektischer wird. Da kann man nur froh sein, dass man seine Sicht ständig zentrieren und nach vorn richten kann, auch wenn dies sicherlich keine der eleganteren Lösungswege ist. Doch wie hier es am Anfang? Die Erde wurde denkbar unbewohnbar und trist und exakt dieses Bild spiegelt die grafische Leistung auch wieder, ob nun gewollt oder ungewollt.
Armored Core: For Answer
Musikalisch wirkt das Ganze nicht unterirdisch, aber eben auch nur solide, wobei die Titelmelodie recht ansprechend komponiert wurde. Die Sound FX ebenfalls recht passend, wobei der Spieler die typischen Mecha-Laser-Bumm-Kawumms-Geräusche geboten bekommt, mit denen man anderswo schon zu Genüge zugedröhnt wurde und die sich übrigens auch nicht großartig vom Vorgänger unterscheiden. Schade ist auf jeden Fall die Tatsache, dass es weder für eine deutsche Synchronisation, noch für Untertitel (?!) gereicht hat, weswegen einige User eventuell Verständnisprobleme haben werden, wenn sie der englischen Sprache nicht gerade mächtig sind. Hierbei muss also immer wieder ein Blick ins Booklet geworfen werden, welches aber auf Deutsch zur Verfügung steht.
Kooperativer Spielmodus ohne Partner
Armored Core: For Answer
Ebenfalls neu in der Serie ist der hinzugekommene Co-Op Mode, bei dem man die meisten der insgesamt 42 Missionen auch mit einem Freund bestreiten kann und sich nicht immer nur auf die Miet-Söldner, die einem in einigen Missionen der Solokampagne zur Verfügung stehen, verlassen muss. Dumm nur, dass man eine gehörige Zeit warten muss, bis man einen Mitspieler findet, wenn überhaupt jemand zur Verfügung steht, was nicht gerade für die Verbreitung des Titels spricht. Darüber hinaus steht natürlich auch der Versus-Mode zur Auswahl in dem man gegen einen anderen Spieler antreten kann, doch diese Funktion gab es ebenfalls bei Armored Core 4, weswegen man auch in diesem Sektor nicht von revolutionären Neuerungen sprechen kann. Aufgrund der Tatsache, dass man kaum Mitspieler findet fragt man sich schon wie man das "10.000 Kills"-Achievement jemals erreichen soll.
