Erstaunlich an diesem Titel ist weder Story, noch Spielsystem oder Grafik. Dafür die Veröffentlichung im Westen.
Strategieähnliches Konzept ohne taktischen Einfluss
Astonisha Story
Ihr müsst die Attribute der Charaktere im Auge behalten und vor allem die Fähigkeiten der Einzelnen ausnutzen, z. B. sollte ein Bogenschütze eher im Hintergrund agieren als frontal mit einem Gegner zusammenprallen. Dennoch fehlt es dem Kampf an Tiefgang und vor allem Taktik. Eher Stumpfsinnig stellt man seine Schachfiguren um die Widersacher herum auf und attackiert diese unermüdlich, bis sie den Kürzeren ziehen. Neigt sich der Vorrat an Trefferpunkte dem Ende, versorgt man seine Helden mit Heilzauber oder aber käuflichen Heilgegenständen. Bei den Angriffen spielt es dabei keine Rolle, ob ihr einen Gegner unfair von hinten erstecht, oder diesen offensichtlich von vorne angreift, die Attacken werden in etwa den selben Effekt haben und eine ähnliche Verletzung hervorrufen. Auch mit der späteren Erweiterung durch deutlich mehr Zauber erscheint das Kampfsystem etwas zu einfach gestrickt, was diesen Titel wiederum auch für Anfänger interessant machen könnte. Wirklich viel beachten muss man zumindest bei diesen Auseinandersetzungen nicht.
Nach dem Kampf werden fleißig Erfahrungspunkte gezählt, wobei diese auf alle Teammitglieder verteilt werden. Fairerweise bekommt ein herausragender Mitstreiter zusätzlich einige Punkte gutgeschrieben. Mit etwas Glück, findet man in den Taschen der Feinde einige Goldmünzen wie auch interessante Items, welche sogleich in das Inventar wandern. Danach beginnt wieder die große Wanderung. Schmerzlich werdet ihr, vor allem in den sehr verwinkelten Verließen und Höhlen, eine Übersichtskarte vermissen. Nicht selten irrt man recht kopflos durch die Gegend und sucht blindlings nach dem Ausgang - sehr nervig vor allem dann, wenn die Heilgegenstände ausgehen und man immer wieder durch zufällige Kämpfe aufgehalten wird. Generell sind die Menüs recht mager ausgestattet. Nur die nötigsten Informationen werden preis gegeben, zusätzliche Hinweise wie z. B. ein Questbuch fehlen ganz.
Die technische Umsetzung auf der PSP
Astonisha Story
Das Alter merkt man dem Spiel vor allem an der Grafik an. Ihr wandert durch eine zwar durchaus nett gestaltete 2D Welt, welche aber dennoch nicht mehr ganz zeitgemäß daher kommt. Der Titel hat aber auch schon gute zwölf Jahre auf dem Buckel und von daher ist dies nicht verwunderlich. Architektonisch ähnelt sich fast jede Stadt, zumindest was den Grundriss betrifft. Hier gilt vor allem das Motto "Quadratisch, praktisch, Gut!" - genau so wurde jede Stadt erschaffen. Nett anzusehen ist die Welt aber dennoch: Die Blumen wiegen sich sanft im Wind, Vögel und andere Tiere huschen durchs Bild und vor allem großzügig gezeichnete Objekte und Gebäude sehen auf dem breiten Bildschirm der PSP ganz nett aus. Etwas Besonderes sind neben vorherbestimmten Ereignissen aber die Zaubereffekte, welche ein wahres Feuerwerk an bunten Farben mit sich bringen. Feuersbrunst, Eisfall und Blitz - alles hellt den Bildschirm kräftig auf und sorgt doch noch für den einen oder anderen Augenschmaus.
Grafisch nicht wirklich was auf dem Kasten haben und letztendlich technisch nicht ausgereift sein - das schlägt übel auf den Magen. Trotz einer für die PSP sicherlich handliche Optik nerven von Beginn an übelste Ladehemmungen. Nicht nur zwischen jedem Abschnittswechsel werden kräftig Daten gelesen, dargestellt durch einen langweiligen Ladebildschirm, auch während des Spieles kommt es ständig zu Slowdowns. Der angesprochene Hund bellt erst einige Sekunden später, nachdem das Soundfile mit surrender UMD nachgeladen wurde, beim Ausführen von Attacken bleibt das Bild kurzzeitig eingefroren und selbst in den Menüs muss die PSP fleißig Daten scheffeln. Wenn man schon ein solch antiquiertes Spiel für eine technisch erhabene Konsole auf den Markt wirft, sollte man zumindest derartige Probleme umgehen. Und da wird schon beim Lesen der Soundfiles waren: Die Musik selber ist klanglich nichts besonderes, die Melodien nerven aber auch nicht sonderlich. Ein erschreckendes Beispiel sind aber die Soundeffekte wie Jubelgeschrei oder auch die Kampfgeräusche, welche sehr abgehackt und monoton aus den Boxen schallen.
