Wut, Zorn und Hass! Getrieben von solch explosiven Zutaten prügelt sich Asura durch einen fulminant inszenierten, spielbaren Anime!
Asura's Wrath
Das ganze Abenteuer gleicht einem epischen Schlachtfest, welches mit fulminanter Bildschirmaction und unglaublichem Grafikfeuerwerk für satte sieben Stunden fesseln kann. Selbst die Kämpfe mit dem schlichten Fußvolk, tierischer Mutationen einer bösen Kraft auch Gohma genannt, werden unglaublich dynamisch und mit rasanten Bildwechseln inszeniert. Kaum entfesselt Asura seinen Zorn, fliegen die Funken, werden die Feinde kilometerweit durch die Luft geschleudert und mit unglaublich flinken Fausthieben in den Boden gerammt. Da bleibt kein Auge und kein Rüssel verschont, dennoch stellen sich die Schergen uns unbeeindruckt immer und immer wieder in den Weg. Ihr Pech, könnte man durchaus sagen. Sie hatten sicherlich die Wahl! Das Kleinvieh dient aber meist nur als kurzweiliger Appetithappen. Die Rache gilt den Verrätern, den Betrügern, den Gottheiten, denen sich Asura nach und nach stellen wird. Kämpfe gegen diese schwermütigen Kollegen fallen episch aus und erinnern frappierend an die gewaltigen Auseinandersetzungen einiger Kontrahenten der Naruto TV-Serie. Sicherlich nicht verwunderlich, da Production Head Director Hiroshi Matsuyama und Director Seiji Shimoda von Cyber Connect 2 dem Frechdachs im orangefarbenen Overall sehr gute Umsetzungen als Videospiel bescherten.
Völlig abgedreht und übertrieben (genial)
Asura's Wrath
Um hier nur ein Beispiel für den gewaltigen und bildreichen Gigantismus aufzutischen, gehen wir auf die Szenen ein, die uns schon auf der letztjährigen gamescom schmackhaft präsentiert wurde. Asura trifft in den ersten Spielminuten bereits auf den dickbäuchigen Wyzen, welcher nicht von ungefähr an Steinfiguren des Hinduismus erinnert. Die Gottheit ist nicht sonderlich darüber erfreut, den verachteten Asura unter sich zu haben. Doch Asura metzelt das Kleinvieh nieder, steigert seine Aggression und putzt anschließend nach einem Quick-Time-Event den Schotter mit der Kinnlade der Gottheit, bevor er diese über den Abgrund in die Tiefen schleudert. Das alles geht extrem flott von der Hand und bietet eine atemberaubende Dynamik, vor allem dank der gewieften Kameraperspektiven. Diese liefern ein befremdliches, aber extrem cooles Bild, aufgrund ungewohnter Positionen und stellen überdimensionale Darstellung in den Vordergrund. Ebenfalls auffallend die zahlreichen Details, wie der hin und her wippende Bauch des Bosses oder die Kleidung, die sich bei jedem Schritt bewegt.
Asura's Wrath
Wer nun glaubt, damit wäre der Sargdeckel angebracht und dicht verschlossen, scheint nach wie vor kein Gefühl für die atemberaubende Inszenierung von Asura's Wrath zu haben! Nach kurzer Verschnaufpause stehen wir einer Reinkarnation und somit Vajira Wizen gegenüber, einem turmhohen Steinkoloss, welcher uns zu Boden wirft, mit einer Arschbombe in den Schotter drückt und anschließend mit einem Stakkato an Faustschlägen sicher gehen möchte, dass Asura ein für alle Mal keinen Ton mehr von sich gibt. Abermals entflammt unser Protagonist seine Wut, gibt sich nicht geschlagen und muss sich in der nächsten Szene mit einem Star Wars ähnlichen Raumschiff abplagen. Raketen werden abgefangen, zurückgeschleudert und abermals diverses Kleinvieh parallel beackert.
Asura's Wrath
Bildgewaltig geht es nach weiteren Quick-Time-Events in ein Rennen mit dem überdimensionalen Boss, welchen wir mit unserem Schnellfeuer unter Beschuss nehmen und ankommende Raketen per Taste zurückschleudern. Nochmals, mit voller Wut, wird der Gegner in die Luft geworfen und anschließend mit allerletzter Kraftanstrengung in den Kosmos geschleudert. Das reicht aber - man will es einfach nicht mehr fassen - weiterhin nicht aus, um eine Gottheit dem Erdboden gleich zu machen. Nach einem kurzen Gemurmel mutiert der Feind zu einem grollenden Giganten, dessen Finger den Planeten wie einen Ball aussehen lässt. Er glaubt, mit dem Daumen Asura endgültig vernichten zu können doch ein letztes Mal entflammt dessen Wut, mit sechs Fäusten hämmert Asura auf den Finger ein (der Kollege gab den treffenden Vergleich mit Fist of the North Star ab), bis seine Arme zu Staub zerfallen. Der Halbgott und Protagonist landet einen letzten finalen Schlag, welcher den Steinkoloss in Lava verwandelt und die Gottheit ein für alle Mal ins Jenseits befördert.
Vom Spieler zum Zuschauer
Asura's Wrath
Von Effekthascherei geblendet, benötigt ein jeder nach einer solchen Auseinandersetzung erst mal eine Verschnaufpause, um den Puls auf normale Bahnen zu bringen - doch die gibt es in Asura's Wrath beim besten Willen nicht. Derart opulent geht es über Stunden hinweg weiter. Das Spiel ist eine pausenlose Aneinanderreihung extrem gewaltiger Szenen und Superlativen, was einem Fest für die Sinne gleichkommt. Die teils orchestrale Untermalung schmiegt sich dabei ebenso dem gigantischen Feuerwerk an und kommt stellenweise genauso pompös daher, wie das unglaubliche Spielgeschehen. Der Soundtrack kann aber auch mit Stücken wie die Symphonny 9 aus From the New World überraschen und einfühlsame Melodien die Gehörhänge umschmeicheln. Audiovisuell gibt sich der Titel wahrlich alle Mühen und punktet - somit dürfte ein jeder Gefallen finden, der auch nur einen Funken für Actionkost übrig hat.
