Atelier Iris 2: The Azaroth of Destiny im Gamezone-Test

Test CharLu

Frage: Was kommt bei raus, wenn man eine spannende Story mit Alchemie kombiniert? Ganz klar, ein knuffiges Rollenspiel.

Oh mein Gott ... ist das knuffig

Atelier Iris 2: The Azaroth of Destiny Atelier Iris 2: The Azaroth of Destiny Eines muss Spieler von Atelier Iris 2 von Anfang klar sein: Prachtvolle Grafiken, ausgefeilte Details oder gar herrlich gleichmäßige Texturen ohne Flimmern wird man nicht finden. Eher das Gegenteil ist der Fall - wobei das im Falle dieses hübschen Rollenspiels ausnahmsweise nur bedingt negativ aufzufassen ist. Generell einmal kommen Knuddel-Liebhaber voll und ganz auf ihre Kosten. Der verwendete und dargestellte Stil ist einfach, zudem auch richtig knallbunt und vor allem im wahrsten Sinn des Wortes knuffig. Keine Frage, mit einem solchen Stil muss man was anfangen könnten, sonst nützen auch die besten RPG-Eigenschaften nichts.

Atelier Iris 2: The Azaroth of Destiny Atelier Iris 2: The Azaroth of Destiny Generell arbeitet Atelier Iris 2 mit einer Mischung aus 3D und 2D-Darstellung. Die Level-Abschnitte bzw. die Gebiete als auch die Figuren zeigen sich in 3D; Hingegen bestimmte Elemente versprühen alten 2D-Charme. Gesamt dominiert zweifelsfrei allerdings die 3D-Komponente. Die Ansicht für den Spieler zeigt sich mit der isometrischen Ansicht verwandt und gewährt den Spieleinblick "von leicht schräg oben". Die dabei zu entdeckenden Umgebungen präsentieren sich generell recht abwechslungsreich und vielseitig. So sind die belebten Städte und Siedlungen mit allerlei Gewusel verschiedenster Gestalten, laufend als auch fliegend bzw. schwebend, bevölkert. Vorhandene Gebäude unterscheiden sich auffallend in ihrer äußeren Struktur und Darstellung, wenngleich das vorhandenen Innenleben gerne mal Gleichheiten offenbaren. Erfreulich die Tatsache, dass den Machern Details überaus wichtig waren. Vor allem verspielte und verschnörkelte Ein- und Ansichten werden euch immer wieder begegnen und die sehr lebendige Welt zusätzlich aufpeppen. Auch die Figuren wissen zu überzeugen, da sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Wirken sie auf der Spielerkarte noch wie ein kleines knubbeliges Männchen, zeigt sich das eigentliche Aussehen erst in den Dialogsequenzen. Dann nämlich erscheinen die Charakter in großen Ausschnitten auf der jeweils linken bzw. rechten Bildschirmseite. Damit sind auch den möglichen Gefühlen, welche die Helden immer wieder durchleben, keine Grenzen gesetzt. So reißt der Charakter z.B. die Augen weit auf, wenn er über eine Information entsetzt ist oder er bekommt einen herzigen Ausdruck, wenn er lacht oder aber er senkt den Kopf, wenn etwas Trauriges verkündet wird. Die Mimik, wenn auch - wie das restliche Spiel - in Zeichenstil präsentiert, ist schlicht gelungen und vor allem in der Lage die relevanten Emotionen gut zu vermitteln. Nicht zuletzt auch dank der gekonnt gezeichneten und animierten Charaktere. Dafür wirken die Bewegungen der knuddeligen Kollegen im Spielverlauf selbst recht mager und dürftig. So zeigen sich die Protagonisten mit einem üblichen und wenig ausgefallenen Repertoire, dass sich denn auch in den Kämpfen fortsetzt und hier ebenfalls mit wenig bis keiner Abwechslung leider negativ auffällt.

Atelier Iris 2: The Azaroth of Destiny Atelier Iris 2: The Azaroth of Destiny Wer sich in die Welt von Eden als auch Belkhyde & Co. aufmacht, wird mit einer wahren Farbenflut konfrontiert. Glücklicherweise haben sich die Entwickler eher im Pastellbereich bedient und geben den Ortschaften und Gebieten ein angenehmes Flair. So wechseln sich denn Wüstenlandschaften mit Stadtstrukturen oder Waldregionen ab. Höhlen und unterirdische Gänge dürfen natürlich nicht fehlen und auch hübsche kleine Zimmer- und Ladeneinrichtungen sind gleichfalls anzutreffen. Und was auf den ersten Blick so niedlich gekonnt aussieht, erscheint auf den zweiten Blick nicht mehr zeitgemäß. Außer Frage steht natürlich die Tatsache, dass Fans und Liebhaber dieser Optiken und Darstellungsweisen nichts zu meckern haben werden. Im direkten Vergleich mit Genrekollegen allerdings büßt Atelier Iris optisch in jedem Fall ein und verliert massiv an Boden. Erschwerend kommt hinzu, dass die Texturen alles andere als einen Feinschliff bekommen haben und das Flimmern einem gern und oft zu schaffen macht. Die Grundfeste der Darstellung ist zweifelsfrei in Ordnung - einfach, aber in Ordnung; Ein gute geschliffenes Feintuning allerdings hätte der Optik auf jeden Fall gut getan.

Japano-Pop, Fiedelklänge & Fremdsprachen

Atelier Iris 2: The Azaroth of Destiny Atelier Iris 2: The Azaroth of Destiny Eines muss man den eher "typisch japanischen Rollenspielen" ja lassen: Wenn es einen Bereich gibt, den man fast immer lobend ansprechen kann, dann ganz sicher den Soundtrack. So auch in diesem Fall, da die Musik bei Atelier Iris 2 über jeden Zweifel erhaben ist. Allein die Intro-Musik beweist, wie gut Japano-Pop klingen kann. Auch wenn im Zweifelsfall hiesige Spieler kein Wort von dem verstehen, was die Sängerin zum Besten gibt - gut klingen tut es auf jeden Fall. Ein Garant zum Fuß mit wippen. Und gleichfalls kann die Brücke zu den im Spiel vorkommenden Sounds geschlagen werden, die sich in keinem Fall verstecken müssen. Ganz im Gegenteil, unterstreichen sie die jeweiligen Szenerien gekonnt und je nach Bedarf mit einer zusätzlichen Priese Humor, Angst oder auch mal Traurigkeit in der akustischen Abfolge. Eher treibende Klänge begleiten euch in den Gefechtssituationen. Wandelt ihr hingegen über die Weltenkarte bzw. haltet euch in den Städten auf, tüdelt eher leises Gefiedel im Hintergrund, so dass ihr euch ohne Probleme auf die z.T. sehr vielen Dialoge konzentrieren könnt.

Womit wir ein perfektes Stichwort für euch haben, denn konzentrieren müsst ihr euch so manches Mal, da weder die Sprachausgabe noch die Textfelder in Deutsch gehalten sind. Einmal mehr verlangt man euch eure Englischkenntnisse ab und die sind z.T. absolut oberes Niveau. Selbstverständlich kommt ihr auch mit Schulenglisch weiter, vor allem da sich viele Ereignisse bzw. Gegebenheiten auch aus dem Zusammenhang heraus übersetzen lassen. Hilfreich ist auch die Tatsache, dass das gesprochene Wort mit passenden Textfeldern daher kommt und ihr bestimmen könnt, wie lange der Text eingeblendet sein soll oder nicht. Erst wenn ihr den Bestätigungs-Button drückt, folgt das nächste Textfenster.

Viel Text gibt es auch im Menü zu verdauen, vor allem im Hinblick auf die viele Möglichkeiten hinsichtlich der Mana-Erstellung, der Synthese und alle den anderen alchemistischen Angelegenheiten. Generell könnt ihr auf ein Hilfe Tutorial zurückgreifen, welches euch alle möglichen Vorgänge und Handgriffe näher bringt. Allerdings muss man hier anmerken, dass die vorhandenen Texte durchaus gehobenes Level offenbaren und speziell Anfänger in Sachen Englisch dann und wann nicht umhin kommen werden das Wörterbuch zu zücken. Wer sich diesen Stress nicht antun will, der greift einfach zum Handbuch des Spiels zurück. Auch wenn dort alle möglichen Optionen nur im Stichwortverfahren beschrieben sind, so ist es dennoch eine große Hilfe, vor allem da die Stichwort artige Beschreibung in Deutsch gehalten ist.

Und last not least muss man den Synchronsprechern Tribut zollen, denn ihre Arbeit ist anstandslos einwandfrei und überaus gelungen. Gute Betonung und eine klare Aussprache sorgen dafür, dass die gezeichneten Figuren ein Stück mehr Leben eingehaucht bekommen.

Meinung

Wertung zu Atelier Iris 2: The Azaroth of Destiny (PS2)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
detailreiche und angenehm farbenfrohe Grafikknuffige und verspielte Charaktereschöner Zeichenstil mit viel Emotionenumfangreiches Menü mit vielen Möglichkeiteninteressante und spannend erzählte StoryAlchemie-Featuretrotz hohem Umfang einfache Menüführungtolle Sounduntermalunggute & verständliche Sprachausgabekurze Ladezeitendeutsches HandbuchBonus Soundtrack CD im Spiel enthalten50/60 Hz Modus
nichts für Spieler die mit Knuddeloptik nichts anfangen könnenkeine deutsche Texte bzw. keine deutsche Synchronisation im Spielgemessen heutigem Stand technisch veraltetzu grobe Texturen und häufiges Flimmern
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