B-Boy im Gamezone-Test

Test CharLu

Coole Tanzkombinationen können richtig faszinierend sein und sind unterm Strich verdammt schwer nachzumachen.

Plaza und Kanalrinne

B-Boy B-Boy Wenn ihr zu euren Battles sowie den kleineren und mittleren Turnieren, die zwischendrin immer wieder zu absolvieren sind, aufbrecht, gelangt ihr an verschiedene Orte. Gleichzeitig allerdings erweisen sich die Tanzarenen immer wieder ähnlich, denn am Ende beschränkt sich der relevante Ort auf Pappkartons bzw. anderweitige Unterlagen, die euch das Tanzen - ganz dem originalen Vorbild folgend - leichter machen sollen. Daher gibt es gemeinhin wenig optische Ergüsse, die das Auge zufrieden stellen. Ihr habt zwar unterschiedliche Locations, die mal bei Tage, mal bei Nacht eingefangen sind. Da sie allerdings für den eigentlichen Zweck nicht relevant sind, darf man sie getrost vernachlässigen. Und selbst wenn man sie mit mehr als nur ein bisschen beachtet, zeigen sich die verschiedenen Orte namentlich unterschiedlich; Optisch haben sie dafür einiges gemein. So bekommt ihr zumeinst Häuserschluchten bzw. Gassen und Hinterhöfe, gerne auch mal Kanalrinnen und Co. zu Gesicht, die sich nur wenig differenziert zeigen. Grautöne und ein leichter Smogartiger Touch lassen sich nicht absprechen. Dafür wieder bunt und hervorstechend die vielen, vielen Graffitis, welche die Wände der jeweiligen Tanzarenen zieren. Selbst in einigen Innenbereichen, die ebenfalls eher grau in grau erscheinen, tummeln sich die netten Farbkleckse, die das Bild Gott sei Dank auffrischen. Generell sollte man den Umgebungen allerdings wenig bis keine Beachtung schenken, denn diese sind für das Spielgeschehen absolut unerheblich. Somit spielt es auch nur eine geringe Rolle, dass man leider wieder einmal das recht typische (Kanten)Flimmern serviert bekommt, ebenso wie matschige Texturen und immer wieder auftretende Clippingfehler.

B-Boy B-Boy Viel wichtiger sind dagegen die Tänzer und Tänzerinnen sowie ihre Bewegungen. Selbige wurden dank Motion Capturing eingefangen und zeigen sich in der virtuellen Fassung von einer sehr ordentlichen Seite. Dabei stört es dann auch recht wenig, dass die Kollegen gesamt eher etwas eckig und bisweilen auch recht Klonartig daher kommen. Männlein und Weiblein sehen sich gesamt sehr ähnlich und trotz der Möglichkeit ein gewisses Feintuning in Sachen Optik zu betreiben, macht es am Ende den Bock nicht fett. Aber die Damen und Herren Fußfeger müssen keine Modenschau gewinnen, es gilt Tanzbattles für sich zu entscheiden und da machen die Herrschaften allesamt eine gute Figur. Die Bewegungen wirken so weit weich, flüssig und relativ rund, so dass es grundlegend nichts zu meckern gibt. Turns, Spins, Windmills, Toprocks, Sixsteps und Co. zeigen woher sie kommen und wirken authentisch. Und auch das Posen beherrschen die Kandidaten sehr gut, was sie gerne einsetzen, wenn sie ein Battle gewonnen haben oder aber den Gegner provozieren wollen, und verfügen über ein recht vielfältiges Repertoire, das man sich gerne einfach mal so gut anschauen kann.

Alles gar nicht so einfach

B-Boy B-Boy Ein altes Sprichwort sagt: "Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen" .. oder aber "nur Übung macht den Meister"; Und das trifft auch auf B-Boy ohne Zweifel zu. Erwartet keine Spaziergang, denn das System hat es wahrlich in sich, womit der Schwierigkeitsgrad im Verhältnis zu anderen bzw. ähnlichen Spielen sehr hoch ausgefallen ist. Zwar sichert einem das Training einen gewissen Einstieg zu und gesamt erleichtert dieser Umstand auch ein wenig, aber die Initialzündung muss vom Spieler kommen, d.h. sich richtig in die Materie einzufinden. Erst dann kann ein Erfolg auf lange Sicht ins Auge gefasst werden. Dabei ist dann nicht einmal das eher mühevolle Handling ein Problem. Durch die recht ausführliche Erklärung (inkl. Movebuch sei Dank) braucht man in erster Linie ein gutes Gedächtnis, um die vielen, vielen Tricks abspulen zu können. Die Herausforderung ergibt sich dann allerdings in der gekonnten Kombination, da man auch dem Rhythmustool seine Beachtung schenken muss. Ein wenig Fingerakrobatik ist genauso gefordert wie eine recht schnelle Reaktion, die allerdings dank etwas träg geratener Funktionsweise im Spiel gern an seine Grenzen stößt. Allzu oft kommt ihr dann nämlich durcheinander und die Figur macht alles mögliche nur nicht mehr das was sie soll. Das kann einen sehr schnell aus dem Konzept bringen und das zugehörige, dann nicht mehr aufzuhaltende Ergebnis lässt zu wünschen übrig. So bleibt schlussendlich nichts anderes übrig als einfach nur üben, üben, üben.

Futter für verwöhnte Ohren

B-Boy B-Boy Wer sich an B-Boy wagt, sollte vorzugsweise mit den zugehörigen Beats am Besten nicht auf Kriegsfuß stehen. Eine gewisse Affinität zu Funk, Soul, Hip Hop und Rap ist in jedem Fall hilfreich, damit einem die gesamt über 40 verschiedenen lizenzierten Songs, z.T. sehr aktuelle Kaliber (u.a. auch aus den Charts) nicht auf den Keks gehen. So wird man Titel von u.a. den Black Eyed Peas auf die Ohren bekommen, genauso wie Songs von Cypress Hill, Way Cool oder Brothers on the Slide. Und das sind am Ende auch die Songs, zu denen ihr so rhythmisch wie möglich performen müsst.
In Sachen Sprache bekommt ihr deutsche Bildschirmtexte serviert ebenso wie ein deutsch gesprochene Texte. Die Jungs und Mädels geben sich dabei absolute Mühe und lassen das Geschehen authentisch wirken. Entsprechende Betonungen runden das akustische Bild ordentlich ab und gesamt liefern die Macher keinen wirklichen Grund zu meckern. Selbiges gilt auch für die jeweiligen Umgebungsgeräusche, die sich bei den jeweiligen Locations offenbaren. Zwar treten selbige dank der Tanzaction schon bald in den Hintergrund (und sie sind letztlich auch nicht wirklich relevant), aber sie passen dennoch zum gesamten Erscheinungsbild.

Anmerkung: Vielen Dank an Wikipedia für die einleitenden Informationen zu Hintergründen und Entstehung des B-Boying.

Meinung

Wertung zu B-Boy (PS2)

Wertung:

6.8 /10
Pro & Contra
interessanter Backgroundgroßer und vielfältiger Spielumfang mit vielen Herausforderungenabwechslungsreiche Musikgute Synchronisation in deutscher Sprachedeutsche Bildschirmtexte
kurze Ladezeitengute Darstellung der Moves und Tanzdarbietungenhoher SchwierigkeitsgradBattles müssen oft wiederholt werden, da die CPU bisweilen oft unschlagbar erscheintReaktionszeiten teilweise zu lang, so dass dann Moves bzw. Kombinationen nicht gelingenkein Mehrspielermodusnur was für echte Fans des B-Boying (ist einfach eine eigene Welt)
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 07/2026 PCGH Magazin 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk