Mehr als nur ein neuer Anstrich? Lest alles über die NextGen-Umsetzung in unserem Test.
Unvergleichlich guter Mehrspielermodus
Battlefield 2: Modern Combat
Wer sich über Xbox Live in den umfangreichen Onlinemodus des Spiels stürzt, kommt definitiv nicht mehr von diesem Spiel los: Mit bis zu 24 Spielern gleichzeitig darf man auf 16 verschiedenen Maps in den Kampf ziehen und sich an der gigantischen Waffen- und Fahrzeugvielfalt erfreuen. Das Spielprinzip des Eroberungsmodus ist mit dem der preisgekrönten PC-Version identisch, einige Konsoleros werden es bereits von "Star Wars: Battlefront" her kennen: Zwei Fraktionen müssen auf einer gigantischen Karte einzelne Stützpunkte einnehmen und halten. Für eingenommene Punkte werden so genannte "Tickets" gutgeschrieben, sinkt die Zahl der Tickes durch häufig sterbende Teammitglieder oder den Verlust von zu vielen Stützpunkten auf Null, hat das Team verloren. Den größten Spaß machen in diesem Spielmodus natürlich das geniale Teamgefühl (samt Headset-Absprache), und der Einsatz der vielen verschiedenen Fahr- und Flugzeuge. Da die Vehikel von mehreren Spielern gleichzeitig besetzt werden können, sitzt der beste Fahrer im Team natürlich am Steuer, während die anderen die Umgebung gut im Auge behalten. In der schützenden Basis warten aber nicht nur typische Militär-Jeeps, sondern auch ausgewachsene Panzer, Hubschrauber und sogar Kanonenboote auf euch. Außerdem muss jeder Spieler vor seinem Einsatz an einem der eroberten Stützpunkte die gewünschte Klasse festlegen. Zur Wahl stehen Sturmsoldaten, Scharfschützen, Spezialeinheiten, Ingenieure und Versorgungseinheiten. Jede davon verfügt über eine entsprechende Ausrüstung und hat dadurch auch bestimmte Aufgaben im Kampf. Beispielsweise ist ein Ingenieur mit seinem Raketenwerfer primär für den Angriff auf feindliche Panzer geeignet, während der Scharfschütze natürlich seinen Platz auf Türmen und Hausdächern einnimmt.
Battlefield 2: Modern Combat
Als kleiner Bonus lassen sich alle 16 Karten auch im "Capture the Flag"-Modus spielen, jedoch dürfte diese Spielvariante neben dem genialen Eroberungsmodus nur ein Schattendasein fristen. Nach einer Runde haben allerdings alle Spieler auf dem Server die Möglichkeit abzustimmen, welcher Spielmodus und welche Karte als nächstes an der Reihe ist. Die zahlreichen Spielserver sind übrigens leistungsfähige Geräte direkt bei Electronic Arts, ihr müsst euch also nicht selbst um das Eröffnen eines eigenen Servers kümmern. Auch wenn Spiele wie "Star Wars: Battlefront" das unverwechselbare "Battlefield-Gameplay" bereits erfolgreich auf die Konsolen losgelassen haben, überzeugt das Spiel von den Schöpfern der Serie weiterhin durch den Bezug zur Realität und die hervorragend gut gestalteten Spielkarten. In den verwinkelten Häusern und der mit viel Liebe zum Detail gestalteten Umgebung bieten sich, zusammen mit den Fahrzeugen und Klassen, unzählige taktische Möglichkeiten, welche selbst die Profis über lange Zeit zum Experimentieren einladen. Der Onlinemodus hat im Gegensatz zur Einzelspieler-Kampagne bei der Umsetzung auf die Xbox 360 keinen Schaden genommen und spielt sich nach wie vor so hervorragend wie schon auf der alten Xbox. Dank überarbeiteter Edelgrafik sieht das Spektakel nun noch besser aus und die knackigen Waffen- und Kriegsgeräusche wirken ebenfalls um ein Stück klarer.
Leider nicht ganz fehlerfreie NextGen-Umsetzung
Battlefield 2: Modern Combat
Die auffälligste Änderung im Vergleich zur Version für die alte Xbox betrifft natürlich die Grafik: Die Entwickler von Digital Illusions haben dabei nicht nur die Auflösung auf den HDTV-Standard angehoben und sämtliche Texturen gegen wesentlich schärfere Varianten ausgetauscht, sondern anscheinend auch die Engine des Spiels komplett neu programmiert. Deshalb mussten auch alle Maps - Online wie Offline - vollständig überarbeitet werden. Auch wenn die Karten den grundlegend gleichen Aufbau besitzen, werden Kenner die zahlreichen Änderungen und den deutlich angehobenen Detailgrad bemerken. Es fällt aber auch auf, dass man sich für die hochauflösende Neuinszenierung bei den Mehrspieler-Maps wesentlich mehr Mühe gegeben hat und die Solo-Maps mitunter auch steril wirken. Doch leider gibt es auch an dieser Stelle nicht nur Positives zu vermelden: Ganz besonders die viel zu dunklen Innenräume haben bei uns für viel unnötigen Ärger gesorgt. Aus den früher noch leicht abgedunkelten Räumen sind jetzt schwarze Löcher geworden, aus denen man nur noch mit viel Glück wieder herausfindet. Auch sonst wird einem der hochdynamische Helligkeitswechsel oftmals zum Verhängnis, da man seine Feinde im Solomodus nun wesentlich schlechter als beim Original erkennen kann. Und neben dem weniger ansprechenden Menüdesign fallen schließlich auch noch die Videos aus dem Rahmen: Zwar sind die größtenteils sinnfreien Filmschnipsel in der Einzelspieler-Kampagne ohnehin reine Nebensache, doch haben sich die Entwickler nicht einmal die Mühe gemacht, diese in HDTV-Auflösung neu zu erstellen. Stattdessen hat man einfach einen schwarzen Rahmen um die Filmchen gelegt - kein Zeichen von besonders engagierter Arbeit. Die Soundkulisse des Spiels ist glücklicherweise vollständig erhalten geblieben und kann weiterhin als sehr gelungen bezeichnet werden, denn nicht nur die knackigen Waffengeräusche, sondern auch die tolle Hintergrundmusik sind auf höchstem Niveau.
