Marlowe und seine Chaoscrew legen wieder los und auch online ist schon die Hölle los!
Battlefield: Bad Company 2
Andere Negativ-Punkte des Vorgängers hat man aber leider nicht ausmerzen können. Etwa den sehr schlauchlevelartigen Werdegang in der Kampagne. Auch diesmal kämpft man sich wieder von einem "geschlossenen" Bereich zum nächsten, indem man einfach alle Gegner umnietet - Gameplay von vorgestern! Wenn man ganz pingelig ist, kann man Kämpfen sogar komplett ausweichen: Einfach um die Gegnerschar rumrennen und bis zum Trigger-Punkt der nächsten Videosequenz sprinten, schon ist man das nervige Fußvolk von Kanonenfutter-Gegnern los. Das wäre zwar vielleicht nicht weiter schlimm, wenn es wenigstens gut umgesetzt wäre, leider hat man aber auch hier wieder gepatzt: Zwar können Kollegen nicht sterben/verschwinden, für den Fall, dass man alleine vorweg rennt hat sich die Engine aber einen Trick einfallen lassen. Alle paar Meter gibt es einen Rücksetzpunkt für die Kameraden, wohin diese dann automatisch gebeamt werden. So geschieht es beim Spielen relativ häufig, dass unsere Männer sich an uns vorbeibeamen können oder einfach urplötzlich wo auftauchen oder verschwinden - erst Recht Gameplay von vorgestern.
Open-World im Schlauchlevel?
Battlefield: Bad Company 2
Entgegen der Multiplayer-Prämisse "Je größer desto besser" hat man im Singleplayer von BFBC2 nur selten die Freiheiten, die man aus der Serie gewohnt ist. Statt einer riesigen Map und frei wählbaren Einsatzzielen gibt das Spiel feste Ziele verteilt. Die Schlauchlevel, die der Marke Battlefield so gar nicht passen, sind zwar einigermaßen nachvollziehbar, dennoch schränken sie den Spieler in seiner Bewegung durch hässliche Schranken wie unüberwindbare Abgründe und ähnlich hässliche Kniffe ein. Kleiner Wermutstropfen: Durch kluges Storytelling und einige Einlagen bietet Bad Company 2 relativ viel Abwechslung was Szenerie und Atmosphäre anbelangt und fordert den Spieler etwa durch eine Sniper- und Schleichmission, coole Panzerfahrten sowie "Moorhuhn-Missionen" von der Blackhawk-Gatlinggeschützen aus.
Mehrspieler auf Konsole und PC
Battlefield: Bad Company 2
Das Kernstück des battlefield'schen Gameplays ist und bleibt aber unbestritten der Multiplayer-Part. Nicht umsonst war der letzte Teil, Battlefield 1943, sogar ein reines Online-Vergnügen. Auf bisher insgesamt acht Karten (+ zwei Zusatz-Maps für Kunden der Limited Edition oder DLC-Käufer) geht es hoch her, wobei sich diese in Aufbau, Setting und Modi grundlegend voneinander unterscheiden. So spielt es sich auf winterlichen Berg-Karten wie Port Valdez (bekannt aus Beta und Konsolendemo) anders, als auf sommerlich warmen Wüstenkarten, auf denen auch die Sichtweite immens höher ist. In der Beta anspielen konnten Spieler bisher den neuen Rush Modus. Der neue Spielmodus orientiert sich am Gold Rush des Vorgängers, nur dass die Goldkisten durch hochtechnisierten Kommunikationskisten ausgetauscht wurden. Zwei von diesen M-COM genannten Geräten stehen nun in jeder Basis und sind das Ziel beider Spielparteien. Während die eine diese Punkte verteidigen muss, sollen Angreifer, die ein Ticketmaximum haben und somit binnen einer bestimmten Zeit ihre Ziele erreichen müssen, alle Basen zerstören. Auf der Map freigeschaltet sind aber immer nur die zwei aktuellsten Punkte sowie die Heimbasis der Angreifer, sind die M-COMs einmal eingenommen, wandert der Frontverlauf ins Hinterland. Sehr schön und vor allem klug, der Kampf wird dadurch intensiviert und auf bestimmte Orte fokussiert. Ewiges Gelatsche und die Suche nach Feinden in der endlosen Weite der riesigen Maps entfällt also.
Battlefield: Bad Company 2
Für feste Team-Spieler und Clans bestimmt interessant sein dürfte der Squad-Rush Modus. Statt mit 32 Spielern am PC oder 24 Spielern auf der Konsole spielt man hier in kleinen 4vs4-Matches gegeneinander. Die Hektik von vielen unkontrollierten Spielern entgeht einem dadurch, es geht aber nicht minder intensiv zu. Mitunter könnte dieser Modus auch für den eSport interessant sein, den gewöhnlicherweise der Genrekönig Counter-Strike anführt. Könnte das ein adäquater Ersatz oder zumindest ein würdiger Konkurrent auf den gutbesuchten FridayNight Games werden? Nach dem etwas holprigen Start in die Online-Karriere - die Server wollten anfangs noch nicht so recht, und einigen kleineren Fixes läuft das Online-Gameplay derzeit recht flüssig. Dennoch arbeitet DICE auch jetzt noch kräftig an Client- und Server-Software, weshalb es noch zu Lags, Disconnects und kleineren Problemen kommen kann. Praktischerweise wird der Spieler über ein Laufband im Hauptmenü über Derartiges informiert.
