Battlefield: Bad Company im Gamezone-Test

Test Sandro Odak

Mit Bad Company liefert DICE endlich eine wahrhaft gelungene Fortsetzung der BF-Reihe ab, die Single- und Multiplayern einheizt!

Es ist nicht alles Gold, was glänzt...

Battlefield: Bad Company Battlefield: Bad Company Auf den Singleplayerkarten der Kampagne sind überall Sammelobjekte verteilt, die es zu finden gilt. So können wir nach dem versteckten Gold suchen, das meist an abgelegenen Orten fernab des Geschehens auf uns wartet. Neben Gold sammeln wir auch bei Waffenfunden Punkte. Nach dem kolossalen Ende der Kampagne, das leider schon viel zu früh kommt und sich nach einem, höchstens zwei ausgedehnten Spieltagen ankündigt haben wir die Möglichkeit, die Kampagne auf einer höheren Schwierigkeitsstufe zu wiederholen, um auch das letzte Sammelobjekt zu finden und eventuell noch den ein oder anderen Wald niederzumähen, was auf der PS3 nur leider keine Achievments bringt.

Battlefield: Bad Company Battlefield: Bad Company Und da war auch schon das Stichwort! Gemeint ist die phänomenale Umgebungsphysik, der DICE's hauseigene Frostbite-Engine zugrunde liegt. Mit Hilfe eben dieser können wir beispielsweise der in sich schlüssig agierenden KI die Deckung wegsprengen, denn so ziemlich alles im Spiel ist zerstörbar: vom Baum über kleine Hütten im Spiel bis hin zum riesigen Treibstoffsilo, alles können wir unter Zuhilfenahme von ein bisschen Sprengstoff oder Munition stilecht aus dem Weg räumen und uns so neue Deckung schaffen oder die Wand einreißen, hinter der wir einen Feind vermuten. Doch wir sind nicht die einzigen, die das beherrschen. Denn auch die Russen und Söldner, die uns gegenüberstehen, wissen was sie tun und scheuen nicht davor zurück, Sandsäcke einfach aus dem Weg zu schießen. Gefallen hat uns die KI vor allem im Spielmodus "Schwer", da sie sich die feindliche Seite hier fast perfekt verhielt. Dabei gehen Gegner von selbst in Deckung, suchen sich bei Beschuss neue Deckungen und fühlen sich in Gruppen um einiges sicherer als allein. Im normalen Modus agieren die Gegner zwar auch noch realistisch und fordern Spieler, es häufen sich jedoch KI-Ausfälle, bei denen die Pixelrussen entweder an uns vorbeigehen, einfach stehen bleiben und drauf warten abgeknallt zu werden oder aber direkt ins Feuer laufen. Im Großen und Ganzen jedoch bietet der Soloteil viel Spielspaß und bereitet einen auf den Multiplayer gekonnt vor.

Gold Rush!

Battlefield: Bad Company Battlefield: Bad Company Der Hauptaspekt jedoch liegt nach wie vor im Multiplayer. Dieser bietet uns derzeit leider nur einen Spielmodus, der jedoch neu eingefügt wurde. Beim Gold Rush (zu dt.: Goldrausch) gibt es zwei Teams, eines das angreifft und eines das verteidigt. Das Hauptziel der Angreifer ist es, alle Goldkisten, die den Verteidigern gehören, zu zerstören und somit das Match für sich zu entscheiden. Diese Goldkisten stehen jeweils zu zweit in einer Basis, sind sie zerstört gilt es für die Verteidiger die nächstgelegene Basis zu beschützen so gut es geht. Ziel der Verteidiger ist es, neben der Beschützung des Goldes, die Leben der gegnerischen Seite auf Null zu bringen. Diese hat einen Lebensbalken, ähnlich der zuvor bekannten Tickets, der mit jedem Ableben der Teammitglieder sinkt.

Battlefield: Bad Company Battlefield: Bad Company Der Modus spielt sich sehr schnell und dynamisch, was den Spielfluss enorm hoch hält und einen zwingt, permanent in Bewegung zu bleiben. Langeweile kommt dabei, wie im Singleplayer, kaum auf, ebenso wenig kommt es zu Ballungen von Kampfhandlungen an einem Punkt, da die Goldkisten meist von mehreren Seiten her erreichbar und somit schwer zu verteidigen sind. Interessant was die Spieldynamik betrifft, ist auch die Tatsache, dass zu Beginn einer Runde nicht die komplette Karte begehbar ist, sondern diese erst mit dem Verlust zweier Goldkisten nach hinten verlagert wird. Dadurch werden lange Laufwege aber auch triste "Gegnerlosigkeit" verhindert, die man noch so gut aus den großen Maps von Battlefield 2 kennt. Was jedoch noch aus BF2 bekannt ist, ist die Klassenunterteilung der Online-Spieler. Beim Eintritt oder Spawn auf der Karte können wir zwischen fünf grundverschiedenen Klassen wählen. Zur Auswahl stehen uns dabei Sturmsoldaten, die mit Gewehren und Granatwerfern der Gegenseite einheizen, Sprengstoffexperten, die Schrotflinten und Raketenwerfer einsetzen, Aufklärer, welche aus der Deckung mit Präzisionsgewehren und Lasermarkern arbeiten, Spezialisten mit schallgedämpften Gewehren und C4 sowie Versorgungssoldaten, die neben Maschinengewehren auch Medikits mit sich rumtragen und Verwundete wieder flott machen. Zusätzlich dazu bietet BF:BC ein Freischaltsystem, dass einem bessere und effektivere Waffen im Falle von Online-Erfolgen verspricht.

Battlefield: Bad Company Battlefield: Bad Company Zur Verfügung stehen bisher acht Karten, die teils mit Fahrzeugen besiedelt und befahrbar sind, teils aber auch nur mit Infanterie-Einheiten begangen werden können. Enttäuschend daran ist, dass man die acht Karten schon bald kennt und entweder selber erahnen kann wo die Gegner sind, oder aber der Gegner unsere total geheime Sniperposition kennt und uns regelmäßig über den Haufen schießt. Auch einen taktischen Anführer wie in BF2 gibt es nicht mehr, ersetzt wird dieser durch einen Artillerieschützen in der Haupt-Basis, der mit schwerem Geschütz den Gegnern einheizen soll. Um der drohenden Kurzweil entgegegen zutreten plant DICE übrigens laut aktuellsten Meldungen, den Conquest-Modus, sprich das altbewährte einnehmen und halten der Basisflaggen, nachzupatchen. Derzeit ist dieser Modus jedoch noch nicht vorhanden.

Technik

Battlefield: Bad Company Battlefield: Bad Company Was könnte man anderes über Bad Company's Technik verlautbaren, als dass diese wundervoll gelungen ist. Graphisch ist der Titel auf den ersten Blick ein absoluter Hammer und überzeugt mit vielen, netten, vor allem aber sinnvollen, Details und gelungenen Effekten. Dem genaueren Blick hält diese Fassade aber leider nicht stand, vor allem beim Zoomen oder dynamischen Lichteffekten erkennt man schnell Kantenflimmern unscharfe Texturen. Ähnlich geht es den Schattendarstelung, auch diese sind nur rudimentärer Natur und verlaufen bei genauerem Hinsehen mit den Boden- und Wandtexturen.

Battlefield: Bad Company Battlefield: Bad Company Besonders gelungen ist die Physik-Engine, auf die wir schon zuvor eingingen. Neben Häuserwänden, Zäunen und Sandsäcken können wir im Spiel fast alles zerschießen oder mit genug Feuerkraft in die Luft jagen, um den Gegnern die Deckung zu nehmen. Mit schwerem Geschütz wie etwa Artilleriekanonen können wir zudem auch Löcher in den Boden sprengen, was wiederum Schutz vor feindlichem Kugeln bedeutet. Verwirrt haben uns beim Test jedoch auch Ausfälle der Engine, etwa wenn ein Gegner sich hinter einem Treppengeländer versteckt und unsere Kugeln an ihm einfach abprallen. Als stünde er hinter meterdicken Betonwänden. Auch fällt einem schnell auf, dass Wände irgendwie immer im gleichen Muster herausbrechen und man sich schon bald ausmalen kann, wie ein Gegenstand zerstört wird. Inkonsequenterweise gibt es bei Häusern und Hütten übrigens unzerstörbare Wände und Träger, die im Endeffekt das Dach vor dem Einsturz bewahren. Schade, Häuser in sich zusammenfallen zu lassen hätten wir, vor allem in Multiplayer-Matches, gerne gesehen und sicher unsere Freude daran gehabt ein Haus zum Einsturz zu bringen, nachdem ein Haufen Gegner hineinläuft...

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