Beijing 2008: The official Video Game of the Olympic Games im Gamezone-Test

Test Thomas Pfnür

Das offizielle Sportgame von SEGA zu den Olympischen Spielen glänzt eigentlich nur mit den fast 40 sportlichen Disziplinen.

Grob unterteilen sich die Disziplinen in die Bereiche Leichtathletik, Wassersport, Turnen, Schießen und Sonstige. Hier nun eine mehr oder weniger detaillierte Aufstellung, was euch im Einzelnen erwarten - und wie gesagt, das kann sich durchaus sehen lassen.

Leichtathletik:
Beijing 2008: The official Video Game of the Olympic Games Beijing 2008: The official Video Game of the Olympic Games Auf der Aschenbahn könnt ihr euch im 100, 200, 400, 800, 1500 Meter-, sowie 100 bzw. 110 Meter-Hürden-Lauf beweisen. Die Steuerung ist hierbei zwischen den einzelnen Arten natürlich fast identisch, wobei bei den längeren Distanzen mehr auf die Kondition geachtete werden muss, während bei den Hürden-Events vor allem noch die zusätzliche Sprungvariante zu beachten ist. Ebenfalls mehr Koordination in der Steuerung verlangen die Disziplinen Hochsprung, Weitsprung, Dreisprung, Kugelstoßen, Diskuswerfen, Hammerwerfen und Speerwerfen. Hierbei müsst ihr erst über Buttons, Analogstick oder Sixxaxis-Steuerung eine gewisse Geschwindigkeit bzw. Kraft aufbauen, um dann im letzten Teil durch Drücken der Schultertasten den entsprechenden Sprung-/Wurfwinkel festzulegen.
Fazit: Schweißtreibende, teilweise extrem nervige Angelegenheit.

Wassersport:
Beijing 2008: The official Video Game of the Olympic Games Beijing 2008: The official Video Game of the Olympic Games In der Schwimmhalle könnt ihr euch im 50 Meter Freistil, 100 Meter Rücken, 100 Meter Schmetterling und 100 Meter Brust in den Kampf um die Medaillen begeben. Die Steuerung ist hierbei absolut identisch zu den Laufdisziplinen. Etwas vom Steuerungs-Allerlei abweichend sind hingegen die Varianten Turmspringen vom 3 bzw. 10 Meter Brett. Hier müsst ihr weder hektisch diversen Tasten drücken, noch verkrampfen sich irgendwelche Finger. Hier könnt ihr euch entspannt zurücklehnen und einfach über die beiden Analogsticks sämtliche Figuren steuern. Nach wenig Übung ist bei diesen Disziplinen sogar relativ schnell eine Goldmedaille möglich. Übrigens: eure Steuerungsfehler werden leider optisch nicht dargestellt.
Fazit: Von Schweißtreibend bis Relaxt wird hier alles geboten.

Turnen:
Beijing 2008: The official Video Game of the Olympic Games Beijing 2008: The official Video Game of the Olympic Games Ja, ich gebe es zu. Wenn ich etwas bei einer Olympiade mit absoluter Missachtung strafe, dann ist das Turnen. Für mich die personifizierte Langeweile. Aber zum Glück denken ja nicht alle Leute so wie ich, SEGA natürlich auch nicht, weshalb euch innerhalb von "Beijing 2008" die Möglichkeit gegeben wird, sämtliche Arten dieses Hallensports nachzuspielen. Varianten sind hierbei: Bodenturnen, Barren, Sprung, Schwebebalken, Stufenbarren und Ringe. Gesteuert wird das Ganze in einem Bedienungs-Mix aus Button, Analogstick und Schultertaste. Also eigentlich nicht wirklich etwas Neues. Auch hier gilt, eure Steuerungsfehler werden optisch nicht dargestellt.
Fazit: Aufgrund der ungenauen Tastenabfrage ziemlich nervig.

Schießen:
Beijing 2008: The official Video Game of the Olympic Games Beijing 2008: The official Video Game of the Olympic Games Bei einer realen Olympiade wohl nur Randsportart, bei Spielumsetzungen mit der Thematik eigentlich immer enthalten: das Schießen. Auch beim aktuellen Lizenztitel habt ihr die Möglichkeit euch im Skeet, 10 Meter Luftpistole, 25 Meter Schnellfeuerpistole und dem Bogenschießen zu messen. Die Steuerung sollte hierbei auf der Hand liegen. Anzielen über den Anlogstick, abfeuern durch Button oder Schultertaste.
Fazit: Hier passt alles - Steuerung, Spielspaß, Schwierigkeitsgrad

Sonstige:
Beijing 2008: The official Video Game of the Olympic Games Beijing 2008: The official Video Game of the Olympic Games Dahinter verbergen sich sämtliche Sportarten, die sonst nirgends zuzuordnen waren. Als das wären: Gewichtheben, Judo, Radrennen, Kajak und Tischtennis. So unterschiedlich wie die Disziplinen sind, so unterschiedlich ist auch die Steuerung derselben ausgefallen. Diese reicht von der reinen Analogsticksteuerung beim Gewichtheben und Kajakfahren bis hin zum Bedienungs-Mix aus allen Elementen beim Radrennen. Ganz aus der Reihe fällt Tischtennis. Hier wird eine ziemlich vereinfachte Bedienung angeboten, die unterschiedliche Schlagarten und sehr eingeschränkte Bewegungen des Protagonisten beinhaltet. Nicht gerade weltbewegend, aber immerhin mal etwas anderes innerhalb von "Beijing 2008":
Fazit: Von Nichtsteuerbar (Kajak) bis nette Abwechslung (Tischtennis, Radrennen)

Von allem etwas: tolle Präsentation, mittelmäßige Grafik, schwacher Sound

Beijing 2008: The official Video Game of the Olympic Games Beijing 2008: The official Video Game of the Olympic Games Ein weiteres Highlight des Titels "Beijing 2008", neben der Disziplinanzahl, dürfte die grafische Präsentation sein. Von der Eröffnungsfeier beim Olympia-Event über die Vorstellung der teilnehmenden Sportler bis hin zur passenden Siegerehrung wird euch alles geboten. Schön, aber auch bei einem Lizenzprodukt nicht anders zu erwarten, dass sämtliche Wettkampfstätten möglichst Originalgetreu ins Spiel integriert wurden. So werdet ihr im Laufe einer virtuellen Olympiade nicht nur das Nationalstation, sondern auch das Schwimmzentrum, das Laoshan-Velodrom und das Shijingshan-Schießgelände zu Gesicht bekommen. Original mag das ja alles sein, besonders liebvoll ist es allerdings nicht umgesetzt. Gerade die Hintergründe, im speziellen natürlich die Fans verschwimmen relativ schnell zu einem undefinierbaren Texturmatsch. Bei einem Titel für die leistungsstarken Konsolen von Sony und MS eigentlich ein Unding. Ebenfalls negativ: es fehlt den Zuschauern an Bewegung und Eigenleben. Kein Fahnengeschwenke, keine Laolawelle, kein sichtbarer Jubel - alles das, was eigentlich solche Veranstaltungen im "real life" ausmacht, fehlt hier komplett. Noch schlimmer ist es aber, dass das Flair nicht mal durch die entsprechende akustische Untermalung erzeugt werden kann. Das Publikum gibt sich zurückhaltend, dezent und kaum auffällig, genau so wie man es von der chinesischen Bevölkerung erwarten würde, aber natürlich nicht von internationalen Fans bei einer Sportgroßveranstaltung. Wo ist das rhythmische Klatschen? Wo der aufbrausende Jubel?

Zumindest bezüglich der Animationen der einzelnen Sportler gibt sich der Titel kaum eine Blöße. Zwar kämpft man auch hier mit leichten Qualitätsschwankungen, aber diese sind nicht so ausgeprägt wie noch in anderen Bereichen des Spiels. Will heißen, dass man sowohl absolut stimmige Bewegungsabläufe, als auch teilweise hölzerne Animationen zu sehen bekommt - letztere aber wirklich nur sehr selten.

Beijing 2008: The official Video Game of the Olympic Games Beijing 2008: The official Video Game of the Olympic Games Leider kämpft "Beijing 2008" dafür aber auf technischer Seite mit einigen sehr auffälligen Unzulänglichkeiten. So müsst ihr euch bei beiden Umsetzungen auf teilweise heftige Framerate-Einbrüche - gerade bei Wettkämpfen mit mehreren Sportlern gleichzeitig -, auf lange Ladezeiten und als PS3-User auf ein ständiges Flimmern einstellen. Aufgrund der grafisch über weite Strecken nur mittelmäßigen Kost ist dies eigentlich kaum nachvollziehbar bzw. eigentlich nur auf Schlamperei der Entwickler durch entsprechenden Veröffentlichungszeitdruck zurückzuführen. Letzteres könnte auch der Grund für den schwachen Sound sein. Nichtvorhandene Stimmung - wie bereits beschrieben, belanglose Hintergrundmusik und ein Kommentar zum Abschalten. Apropos Kommentar. Anfangs ist man sich nicht klar, was mit diesem Menüpunkt wirklich gemeint ist, denn was man hört ist eine Art Stadionsprecher, der die Disziplinen, manchmal auch die Sportler selbst, monoton vorstellt. Der engagierte Sprecher scheint gelangweilt, wir sind es spätestens nach der zweiten Sportart auch und wollen abschalten. Doch halt, was hören wir denn da in der Wiederholung zum gerade beendeten 400 Meter Lauf? Im besten Englisch wird nochmals auf sämtliche Feinheiten des auf dem Bildschirm Dargestellten eingegangen. Problem hierbei ist nur, dass wir eigentlich Deutsch eingestellt haben, der Stadionsprecher auch auf Deutsch spricht, nur der Kommentator - jetzt wissen wir auch, weshalb der Menüpunkt so lautet - scheint dieser Sprache nicht mächtig zu sein. Scheinbar wurde hier die Lokalisierung einfach auf halben Weg eingestellt - auch nicht schlecht.

Meinung

Wertung zu Beijing 2008: The official Video Game of the Olympic Games (X360)

Wertung:

5.9 /10
Pro & Contra
Mehrere Steuerungsvarianten werden angebotenteilweise durchaus motivierende Sportarteninsgesamt 38 DisziplinenOlympiamodusOnlinemodusschöne Präsentationpassende Animationen
Teilweise ungenaue Steuerungmanche Disziplinen kaum spielbarkaum innovatives Gameplaystarke Schwankungen im SchwierigkeitsgradSchwierigkeitsgrad nicht einstellbarSpiel kaum für Einzelspieler geeignetschwache Hintergründekaum Bewegung im PublikumPerformance-ProblemeFlimmern (PS3)lange Ladezeitenschwacher Soundenglisch-deutsches Sprach-Wirrwarrschlechte Lokalisierung
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