Belief & Betrayal im Gamezone-Test

Test BigJim

Ein gelungenes Abenteuer voller unheimlicher Intrigen, Geheimbündelei und üblen Gestalten in dunklen Kutten.

Point&Click

Belief & Betrayal Belief & Betrayal Die Spielsteuerung entspricht der eines typischen Point&Click-Adventures. Die Figuren werden in Gang gesetzt, indem man mit der linken Maustaste auf den gewünschten Punkt klickt, wohin sich der betreffende Charakter dann dorthin bewegt. Per (linkem) Doppelklick läuft die Figur schneller; bei einem Rechtsklick wechselt sie sofort zum angewiesenen Zielpunkt. Diverse Cursorsymbole fürs Benutzen, Untersuchen, Reden usw. zeigen dem Spieler an, welche (Inter-)Aktionen gerade möglich sind. Das Inventar am unteren Bildschirmrand ist übersichtlich und durchaus praktisch. Weniger praktisch sind die zum Teil sehr unglücklichen Kameraperspektiven. In den Außenbereichen (Marktplätze, Straßen etc.) beobachten wir unseren Charakter oftmals aus der Vogelperspektive, wobei die Kamera dann dummerweise so hoch angebracht ist, dass wir unseren Helden bei der Entfernung mit bloßen Augen kaum noch wahrnehmen können. Auch sind die Ausgänge nicht immer gekennzeichnet, was die räumliche Orientierung erschwert. Hilfreich: Per Leertaste lassen sich bei Bedarf alle Objekte anzeigen, die der Spieler betrachten oder nutzen kann, wodurch nerventötendes Pixelhunting entfällt. Hier haben die Entwickler offenbar beim Genre-Kollegen "Geheimakte Tunguska" abgeguckt, denn dort gab es diese Funktion schon im letzten Jahr.

Relativ neu ist der Einsatz eines Kommunikators. Hier werden eingehende Informationen gespeichert und bei Bedarf weitergeleitet. Entdeckt also Jonathan beispielsweise einen lateinischen Satz, den er aufgrund seiner fehlenden Fremdsprachenkenntnisse nicht übersetzen kann, wird dieser im Kommunikator abgelegt und per E-Mail an Kat McKendal, die Londoner Altphilologin, gesendet. Überhaupt stehen die beiden, da sie für gewöhnlich getrennt agieren, in ständigem Mail-Kontakt. Deshalb steuern wir nicht nur Jo, sondern von Zeit zu Zeit auch Kat, was für Abwechselung und Tempo während des Spielverlaufs sorgt, weil dadurch die Schauplätze häufiger wechseln.

Grafik und Sound

Belief & Betrayal Belief & Betrayal Gewiss, die Figuren könnten manchmal etwas weniger verwaschen, ihre Animationen mitunter flüssiger ausfallen. Entschädigt wird man aber immer wieder durch die vergleichsweise realistische Darstellung von Innen- und Außenarealen. Die Schauplätze und Orte wirken jederzeit authentisch, sei es nun der Vatikanpalast in Rom, eine verlassene Wohnung irgendwo am Stadtrand, die Gemäldegalerie in einem kirchlichen Museum oder die Gondeln am Nachthafen von Venedig. Zudem sorgen vorbeifahrende Fahrzeuge und dahinschlendernde Spaziergänger dafür, dass die Spielwelt so gut wie nie künstlich oder leblos erscheint.

Über jeden Zweifel erhaben ist die deutsche Synchronisation. Mit Mark Bremer (Jonathan Danter) und Marion von Stengel (Kat McKendal) wurden zwei beliebte Synchronsprecher engagiert, die ihre Aufgabe souverän meistern. Erfreulicherweise wurden auch sämtliche Nebencharaktere sehr gut lokalisiert, was in einem Adventure aufgrund des relativ hohen Dialoganteils bekanntlich sehr wichtig ist. Ab und zu hätte man den coolen Hauptfiguren vielleicht etwas mehr Ironie gewünscht. Dennoch wirken Jo und Kat durchweg sympathisch und auch glaubwürdig. Die Musik fügt sich harmonisch in die jeweilige Szenerie ein. Lediglich mit den Hintergrundgeräuschen wurde gegeizt. Denn diese beschränken sich in Belief & Betrayal nur auf das Wesentliche, wie Schrittgeräusche, Straßenlärm oder das Klingeln eines Telefons.

Meinung

Wertung zu Belief & Betrayal (PC)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
spannende Storysehr gute Synchronsprecherfaires und einsteigerfreundliches Rätseldesigninteressante FigurenHilfefunktion (Gegenstandsanzeige)Musikabwechselungsreiche Schauplätze"Kommunikator"
teilweise ungünstige Kameraperspektivenoptische Darstellung der Charaktere wenig detailliertkurze Spielzeit (ca. 7 Stunden)für Profis stellenweise unterfordernd
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