Es ist wieder Zeit in den Tarnanzug zu schlüpfen. Böse Buben im Dschungel warten.
Dschungel-Pampe
Es ist alles so grün und braun hier
Generell davon ausgehend, dass die meisten wohl noch nie einen echten Dschungel gesehen haben, wissen wir dennoch - TV & Co. sei Dank - wie so was aussehen kann. Riesengroß, lebendig und viele verschiedene Pflanzen und noch mehr Tiere. Bei dem Versuch, einen Dschungel virtuell zu gestalten bleibt es nicht aus, dass Abstriche vorgenommen werden. Ist auch logisch, denn es gilt lediglich einen Rahmen zu schaffen um das Spielgeschehen platzieren zu können. Was aber, wenn dieser Rahmen eher einer braun-grünen Pampe gleicht und wenig bis gar nichts mit einem Dschungel zu tun hat? Genau, dann seid ihr bei BHD: Team Sabre im sogenannten kolumbianischen Dschungel unterwegs und versucht Drogenfreunden das Leben schwer zu machen. Und wer sich auf die Fährte macht und den Bösen Buben einheizen will, der wird am Ende alles andere als eine lebendige Welt erleben. Zugegeben, immerhin ist die für einen Dschungel typische Vegetation durchaus zu erkennen. Gesamt gesehen wirkt sie allerdings recht leblos und eher hingeklatscht. Details sind ebenso Mangelware wie Abwechslung. Schön anzusehen ohne Zweifel die Tatsache, dass sich zumindest langes Gras im Wind beweg. Weniger hübsch dagegen der Umstand, dass man durch übergroße Wurzeln oder groß geratene Farnblätter und Wedel einfach so durchlaufen kann. In Zeiten, da Genrekonkurrenten bzw. andere Spiele mit Grünzeug schon bewiesen haben, dass sich Farn- bzw. Palmenblätter zur Seite neigen und zurückfallen anstatt - wie im vorliegenden Fall - bewegungslos zu verharren, sorgt ganz klar für Unmut.
Zivilisten müssen gerettet werden
In Sachen Animationen sieht es irgendwie nicht viel besser aus. Auch wenn ihr in der Ego-Ansicht spielt, bleibt es nicht aus, dass ihr eure Kollegen bzw. Gegner, hilfsbedürftige Eingeborene oder auch verschiedene Fahrzeuge vorbei wanken seht. Im Bezug auf die zweibeinigen Kollegen wirken selbige sehr steif und anstatt zu laufen staksen die Herrschaften durchs Bild. Überaus unrund und vor allem mit einer Art Copy & Paste Bewegungsmuster gesegnet, wandeln die eigene Leute, Gegner als auch Unschuldige umher. Speziell Letztere offenbaren zwischendrin gerne mal das zweifelhafte Vergnügen, dass sie scheinbar in Ruhe gelassen werden wollen und schlicht um ihr Leben flehen. Dies sieht allerdings gar nicht danach aus, vielmehr erweckt es den Eindruck, dass die Eingeborenen des Dschungels Fliegen und anderes schwirrendes Getier verscheuchen wollen, bevor sie dann steckensteif und dezent kopflos davon rennen.
Fahrzeuge sind nur hübsche Schauobjekte
Fahrzeuge sind gleichermaßen im Spiel enthalten, können allerdings von euch nicht gesteuert bzw. übernommen werden. Vielmehr kommen sie nur dann zum Einsatz, wenn ihr an einen bestimmten Ort gebracht werdet. Dabei spielt es dann keine Rolle ob zu Lande, zu Wasser oder in der Luft. Generell beweisen die Fahrzeuge noch das beste Bewegungsmuster, wenngleich speziell Fahrzeuge zu Lande die meiste Unwucht zu bieten haben. Da die Gefährte gesamt allerdings sehr wenig vorkommen bzw. für euch nur sekundäre Relevanz besitzen, ist ihr Auftritt nicht wirklich schwer zu gewichten. Sie sind eben da, dienen dem Transport und schauen dabei nach gesundem Mittelmaß aus, ohne jedoch effektiv gut zu sein.
Im Dschungel herrscht oft dichter Nebel
Wobei das ein generelles Problem von BHD: Team Sabre darstellt, da man gesamt leider hinter den technischen Möglichkeiten zurück geblieben ist. Die schon obligatorisch gewordenen grafischen Mängel sind auch in diesem Titel enthalten und trüben das Bild. So bietet sich einmal mehr das komplette Programm bestehend aus Pop Ups, Treppchen-Darstellung, Flimmern, Pixelfehler und Grafikblitzer sowie z.T. extremer Nebel, der erst kurz vor knapp den Blick auf das Wesentliche frei gibt. Dabei spielt es keine Rolle ob es sich um die Spiel- bzw. Zwischensequenzen handelt. Ein trüber und grauer Schleier garniert den kompletten optischen Auftritt und gesamt ist die Drogenrazzia-böse-Buben-Jagd alles andere als hitverdächtig.
Verständigung nicht ganz leicht gemacht
Alles leicht verständlich
Da der grafische Auftritt nicht wirklich punkten kann, ist zumindest das Handling als auch die Synchronisation bzw. die Sprachausgabe in der Lage gesamt wieder ein bisschen Boden gut zu machen. Erfreulicher Weise bedarf es keiner englischer Sprachkenntnisse, da die Schöpfer alles eingedeutscht haben. Wort als auch Schrift sind damit verständlich abgefasst und lassen auf einfache Art und Weise wissen, was man von euch will. Nicht übermäßig euphorisch aber immerhin mit einem gewissen Quäntchen Einsatz zeigen sich die Sprecher, welche für die verschiedenen virtuellen Kollegen mit ihrer Stimme Pate gestanden haben. Unterschiedliche Sprecher lassen das Szenario ein Stück lebendiger wirken, wenngleich stets wiederholte Sätze - die zudem auch sehr unpassend erfolgen - den so positiv gewonnenen Eindruck schnell wieder zu Nichte machen. Habt ihr z.B. einen Bereich von Gegner gereinigt und seid noch auf der Suche nach dem neuen Sammelpunkt, da der Kompass bzw. die kleine Minikarte nicht unbedingt übersichtlich und genau erscheint, da schreien eure Kollegen noch aus vollem Leibe, dass sie schmerzlich getroffen sind. Komisch nur, dass sämtliche Feuergefechte seit geraumer Zeit eingestellt wurden. Dafür wissen Schuss- als auch Explosionsgeräusche zu überzeugen und auch die partiell eingestreuten Umgebungsgeräusche, welche für einen Dschungel üblich sind, können sich so weit hören lassen - wenngleich diese leider spärlich gesät sind. Gleiches gilt auch für die partiell vorhandene Musik, die mal mehr, mal weniger laut und treibend im Hintergrund daher plätschert. Unspektakulär im Gesamten, aber immerhin passend.
Inverter bzw. Non-Inverter dürften auch mit der Steuerung kein gravierendes Problem haben. Obwohl die Tasten des Joypads - z.B. für die Befehlserteilung der Kollegen - mehrfach belegt sind, kommen keine Missverständnisse auf. Die Belegung ist gesamt logisch ausgefallen und kann selbst von Ego-Shooter Einsteigern recht schnell erlernt werden. Ein passendes Tutorial in der ersten Mission hilft überdies zu erkunden, welche Tasten wie belegt sind und erleichtern damit die Steuerung ungemein.
Ein guter Blickwinkel ist die halbe Miete
Anders hingegen sieht es mit der Kamera als auch der Kollisionsabfrage aus. Wird euer Vorhaben schon dahingehend erschwert, dass sich euer virtuelles alter Ego - nebst aller möglichen Aktionen - beinahe schwerfälliger als ein Traktor bewegt, macht euch auch gerne mal die Kamera sprichwörtlich einen Strich durch die Rechnung. Gerne bleibt sie hängen oder zeigt euch alles mögliche nur nicht das, was ihr sehen müsst. Eine Nachjustierung ist natürlich möglich, erweist sich allerdings als ebenfalls schwerfällig. Und wenn ihr nicht gerade über die Schwerfälligkeit eures Kollegen bzw. die etwas missglückte Kamera stolpert, kann es eine überdimensionalgroße Wurzel eines Baumes sein oder auch ein Zaunpfahl, der gut und gerne auf das doppelte bzw. dreifache anschwellen kann. Und das immer nur mit dem einen Ziel euch an eurem Vorhaben zu hindern. Eine gute Kollisionsabfrage sieht ganz klar anders aus. Dafür machen es euch die Gegner wiederum einfach bzw. eigentlich muss man sagen, das integrierte Zielsystem. Dieses erweist sich als überaus Einsteigerfreundlich und am Ende müsst ihr den Widersacher nicht einmal 100% anvisiert haben; Die ungefähre Richtung reicht und der böse Bube fällt tot ins Gras. Nicht zwingend zu verwechseln mit einem überaus hilfreichen Auto-Aiming, das sicher dann und wann bedingt zum Tragen kommt, hier aber sehr seltsame Ausmaße annimmt.
