BlazBlue ist die Offenbarung für Guilty Gear- und 2D Beat 'em Up Fans und blanker Horror für den gemeinen Casual Gamer!
Anime ist Power-Metal
BlazBlue: Calamity Trigger
Realismus? Das war gestern! In BlazBlue regiert unbegrenzte Fantasie und das spiegelt sich im Anime-Grafikstil des Spiels deutlich wieder. Alle Charaktere wurden in stundenlanger Kleinstarbeit handgezeichnet und liebevoll animiert, während die Hintergründe passend und ebenso atmosphärisch in Szene gesetzt wurden. Dabei wird man immer wieder von den irren Einfällen und spektakulären Inszenierungen der verschiedenen Specialmoves überrascht, welche jedoch erst einmal erlernt werden müssen. Gelingt dies, so bietet sich ein Blitz- und Farbgewitter der ganz besonderen Art, da jeder Charakter über schier unmenschliche Manöver verfügt, die sich in einer energiegeladenen Inszenierung auf dem Bildschirm entladen. Man sollte aber auch erwähnen, dass man ein Faible für diese Art von grafischer Darstellung haben sollte, weil BlazBlue mit seinem verschrobenem Anime-Design sicherlich nicht den Geschmack jeden Spielers trifft. Doch auch wenn man diese Art von Optik nicht sonderlich mag, so muss man dem Spiel eine flüssige Umsetzung bescheinigen, da es trotz all der gigantischen Effekte auf dem Bildschirm nie zu Einbrüchen in der Framerate kommt. Grafisch ist dem Spiel also wahrlich nichts vorzuwerfen und es begeistert durch frische und ungewöhnliche Einfälle. Schade nur, dass nicht mehr solcher grandiosen Anime-Sequenzen wie zum Anfang des Spiels eingebunden wurden, da diese das Herz eines Animefans sichtlich höher schlagen lassen sollte.
BlazBlue: Calamity Trigger
Der Sound hingegen ist altbekannte Prügelspielkost; Treibende Gitarren und Doublebass-Attacken untermalen die knallbunte Endzeitszenerie und treiben zu spektakulären Angriffen an. Auch hier kann man gespaltener Ansicht sein, da einige Spieler bei einem solchen Titel nichts anderes erwarten als diese Art von "J-Pop Power Metal", während andere den Soundtrack auf Dauer nervig finden. Passend ist er allemal, da er die ohnehin schon hanebüchene Szenerie durch seine überdrehten Kompositionen definitiv unterstützt. Im Gegensatz zur Spielhallen-Variante wurde dieser sogar noch aufgemotzt und erweitert, so dass der Konsolenspieler wesentlich mehr geboten bekommt und vor allem einen Vorteil genießt: Den Soundtrack zu Haus hören zu können, ohne vom Lärm der anderen Automaten gestört zu werden. Die Synchronisation hat man jedoch auf Japanisch belassen, was dem Flair des Spiels aber nur zugute kommt. Dafür gibt es (jede Menge) deutsche Untertitel, wobei die Übersetzung zwar verständlich, aber nicht immer wirklich sauber gelungen ist und manche Formulierungen irgendwie seltsam klingen.
