Bully: Die Ehrenrunde im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Willkommen zurück an der Bullworth Akademie, mit neuen Fächern, neuen Aufgaben und alten Missetaten.

Bully: Die Ehrenrunde Bully: Die Ehrenrunde Erweiterungen der "Ehrenrunde" zeigen sich nur in einem relativ marginalen Umfang. Insgesamt gibt es nur acht neue Missionen, die geschickt in den Verlauf des Abenteuers integriert wurden. Greift zum Beispiel einem gebrochenen und besoffnen Weihnachtsmann unter die Arme, um gehässigen Kleinkindern Disziplin beizubringen. Die zusätzlichen Fächer wurden schon angesprochen und darüber hinaus erfreut man sich an weiteren Klamotten für den Kleiderschrank. Als besonderes Schmankerl wird aus dem Hauptmenü heraus ein Mehrspielermodus angeboten. Dieser bezieht sich aber einzig allein auf mehrere Minispiele, die man zu zweit zocken kann. Wirklich lange kann dieser Modus nicht unterhalten. In wie weit all diese Erweiterungen einen erneuten Kauf rechtfertigen, muss letztendlich jeder für sich entscheiden.

Von gestern oder heute?

Bully: Die Ehrenrunde Bully: Die Ehrenrunde Die Wii kann im Gegensatz zur Xbox 360 und der Playstation 2 eindeutig aufgrund des außergewöhnlichen Steuerungskonzepts punkten, welches durchaus Spielspaßpotenzial birgt. Zwar wirkt auch hier das Spielsystem anfänglich sehr überladen, was sich zugleich auch in der komplexen Steuerung spiegelt, doch hat man diese mal gemeistert, geht das Spiel flott von der Hand. Der Bengel huscht über den Schulhof und klettert per Knopfdruck unbeschwert über die Mauer. Dank Nintendo kann der Spieler aber auch aktiv in das Geschen eingreifen und wird mit der Wii-Remote und dem Nunchuk fuchtelnd dem Jimmy Kommandos übergeben. In den Schlägereien stellen beide Controller-Teile die jeweiligen Fäuste dar und können zusätzlich mit Tasten für Spezialschläge kombiniert werden, was ziemlich lustig und schweißtreibend ausfällt. Profitieren tut das Spiel aber vor allem in zahlreichen Minispielen. Objekte können mit der Wii-Remote als Zeiger deutlich schneller aufgegriffen und verarbeitet werden. Unter anderem fällt dadurch der Biologieunterricht intuitiver aus. Schnell hat man das Skalpell zur Hand und kann - eine ruhige Hand vorausgesetzt - das Tier schnell aufschneiden. Mit dem Stick ist dies bei weitem nicht so präzise und auf solch agile Weise möglich. Aber auch Grenzen tun sich auf, wenn die Sensoren nicht mehr richtig anschlagen oder die Buttonbelegung einfach zu umständlich wird. Auch die Kamera lässt sich auf der Wii bei weitem nicht so gut justieren, wie auf der Xbox 360.

Bully: Die Ehrenrunde Bully: Die Ehrenrunde Technisch unterliegt die Wii-Variante der HD-Fassung aber um Welten. Das Spiel erinnert stark an die PS2 Version und versorgt uns zwar mit derselben ausufernden Welt, die aber recht verwaschen und unscharf präsentiert wird. Einzelne Texturen weisen kaum Details auf und gleichen eher einfarbigen Blöcken. Sehr unschön ist zudem die stark begrenzte Weitsicht. Die glasklare Aussicht der Xbox 360 Umsetzung wird durch einen stetig vorhandenen Nebel zunichte gemacht, der eine trübselige Ambiente vermittelt. Ebenfalls eingespart wurden zahlreiche Effekte. Die tollen Spiegelungen in der Eingangshalle des Schulgebäudes sind verblasst und auch der Jahrmarkt wirkt nicht mehr ganz so farbenfroh. Dennoch macht das Spiel für die Wii eine akzeptable Figur, vor allem da es ein umfangreiches Gebiet mit zahlreichen Aktivitäten zur Verfügung stellt. In dieser Hinsicht kann kaum ein zweites Spiel eine solche Freiheit den Wii-Spielern bieten. Zudem punktet das Spiel mit einem flüssigen Grafikaufbau, der nur selten ins Stocken zu kommen scheint!

Bully: Die Ehrenrunde Bully: Die Ehrenrunde Auf die Ohren gibt es weiterhin sehr gewöhnungsbedürftige Mucke, die im Hintergrund nur mitplätschernde und dudelnde Stücke offeriert. Nicht selten kommt das Gefühl auf, einer nervigen Dauerschleife unterlegen zu sein. Verträumt blickt man auf alte GTA Tage zurück, wo der Soundtrack fast gar ein Markenzeichen des Spiels darstellte. Auch die Umgebungsgeräusche reizen die Konsole nicht aus und klingen eher betagt und kommen fast gar sporadisch. Absolut hervorragend ist aber die umfangreiche Sprachausgabe. Diese ist, wie üblich, komplett in Englisch gehalten. Mit Schulkenntnissen ist der Hauptteil durchaus verständlich, entsprechende Details und der schwarze Humor könnte aber im Dialekt und den oftmals mit Slang gesprochenen Texten untergehen. Eine deutsche Übersetzung in Form von Untertitel verschafft Abhilfe und durchbricht die Sprachbarriere. Diese ist zudem recht gut gelungen und bietet ebenso gewagte und freche Sprüche. Aus einem einfachen "whatever" kann dann schon mal ein "du mich auch" werden. Der Übersetzer nahm also auch im Deutschen kein Blatt vor den Mund.

Meinung

Wertung zu Bully: Die Ehrenrunde (Wii)

Wertung:

8.4 /10
Pro & Contra
Nach wie vor abwechslungsreiches Gameplaygroße spielerische Freiheitabwechslungsreiches Missionsdesignrecht gute Story mit Wirrungen und Wendungengroße Spielwieseguter Spielumfangsehr schöne Atmosphäreumfangreiche Statistiken
Unscharfe Optikvernebelte Aussichtschwache Grafikeinige Steuerungsschwächen aufgrund Buttonbelegung und Kameradudelnde und sich wiederholende Hintergrundmusikteils nervig häufige und ausgiebigere Ladezeiten
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