Willkommen zurück an der Bullworth Akademie, mit neuen Fächern, neuen Aufgaben und alten Missetaten.
Von gestern oder heute?
Bully: Die Ehrenrunde
Die auffälligste Neuerung zeigt sich - zumindest auf der Xbox 360 - in der Optik. Die runderneuerten Texturen und Grafiken erstrahlen nun in polierter HD-Pracht und offerieren ein deutlich schärferes und subjektiv betrachtet schöneres Bild. Die üppigen Details fallen auf einem modernen Flachbild-TV sofort auf, sowie neue Effekte wie Spiegelungen auf dem Parkett und realistische Schattenwürfe. Nach wie vor ist auch die Mimik und Gestik vollkommen überzeugend. Doch sollte man sich bei aller Liebe zu "Bully" nichts vormachen! Den Ursprung des Titels sieht man der Xbox 360 Variante deutlich an. Denn auch wenn die Optik ganz nett ist, verwöhnte HD-Zocker werden dennoch die Nase rümpfen. Bisweilen hat die Umsetzung auch mit technischen Problemen zu kämpfen. Heftiges Nachladen sorgt in einigen Spielszenen für starke Einbrüche in der Framerate und selten kann auch das Bild einfrieren. Die Probleme sind aber bekannt und wer die Möglichkeit hat, sollte unbedingt den in kürze erhältlichen Patch über Xbox Live laden. Dieser soll die meisten Unstimmigkeiten beheben und einen flüssigeren Spielablauf ermöglichen.
Bully: Die Ehrenrunde
Anfänglich wirkt das Spiel recht überladen, mit all seinen Möglichkeiten und Funktionen, was sich auch auf die Steuerung auswirkt. Einige Eigenheiten zum Beispiel bei der manuellen Justierung der Kamera bringt der Titel durchaus mit sich, hat man sich aber erst einmal daran gewöhnt, sprintet der Bengel flott über den Hof und klettert per Knopfdruck unbeschwert über die Mauer. Auch die Minispiele sind meist recht eingängig, hätten aber etwas mehr Präzision und teilweise eine leichtere Handhabe verdient gehabt. Gerade Biologie ist ein Fach, dass im Vergleich mit der Wii-Variante dann doch stark negativ auffallend ist.
Bully: Die Ehrenrunde
Auf die Ohren gibt es weiterhin sehr gewöhnungsbedürftige Mucke, die im Hintergrund nur mitplätschernde und dudelnde Stücke offeriert. Nicht selten kommt das Gefühl auf, einer nervigen Dauerschleife unterlegen zu sein. Verträumt blickt man auf alte GTA Tage zurück, wo der Soundtrack fast gar ein Markenzeichen des Spiels darstellte. Auch die Umgebungsgeräusche reizen die Konsole nicht aus und klingen eher betagt und kommen fast gar sporadisch. Absolut hervorragend ist aber die umfangreiche Sprachausgabe. Diese ist, wie üblich, komplett in Englisch gehalten. Mit Schulkenntnissen ist der Hauptteil durchaus verständlich, entsprechende Details und der schwarze Humor könnte aber im Dialekt und den oftmals mit Slang gesprochenen Texten untergehen. Eine deutsche Übersetzung in Form von Untertitel verschafft Abhilfe und durchbricht die Sprachbarriere. Diese ist zudem recht gut gelungen und bietet ebenso gewagte und freche Sprüche. Aus einem einfachen "whatever" kann dann schon mal ein "du mich auch" werden. Der Übersetzer nahm also auch im Deutschen kein Blatt vor den Mund.