Bust a Move im Gamezone-Test

Test Gonzo09

Bust a Move für die Wii ist das genaue Gegenteil von Bust a Move für den DS, nämlich langweilig und unausgegoren.

Derzeit haben zwei Franchises aus der "ganz sicher alten und gut müsste sie eigentlich auch gewesen sein" Zeit schwer damit zu ringen, dass Spieler heute nicht mehr so gerne 40 € + X für etwas auf den Tisch legen, was sich seit den Zeiten des Super Nintendo in seinem Herzen nicht weiterentwickelt hat. Problemfall eins sind die knuffigen Bombermänner, die mal mehr, mal weniger erfolgreich damit ringen, dass Ihr angestammtes Terrain, der einen Screen große Bombenplatz, nicht mehr groß genug für ein ganzes Spiel ist. Das zweite Sorgenkind dürfte wohl Bust-A-Move, aka Puzzle Bobble, sein. Ein simpler Tetrisableger allein reißt es heute wohl nicht mehr.

Bust a Move Bust a Move Auf dem DS konnten Bub, Bob und die restliche in farbfroher Grenzdebilität grinsende Comic-Crew letztens mit einem günstigen Preis und einer gelungenen Steuerung überzeugen. Der günstige Pries fällt auf der Wii bei Bust-A-Move Bash! schon mal weg. 40 € sind für ein Spiel, dessen Kern Ihr so eigentlich schon seit den Anbeginn der Zeit - oder zumindest 1995, was sich in diesem Business genauso anfühlt - spielt, ein stolzer Kurs. Muss also ein wenig mehr her und, oh Wunder, die Wii bietet Euch eine innovative Steuerung.

Stab oder Gewehr?

Bust a Move Bust a Move Statt die Kugelkanone mit dem D-Pad oder dem Stick des Nunchuk zu lenken, was seit Anbeginn perfekt funktioniert, bekommt Ihr als Modi Gewehr und Stab zur Auswahl. Stab könnt Ihr gleich wieder vergessen. Ihr sollt die Mote so halten, als wäre es die Kanone auf dem Screen und dann neigen. Das funktioniert dermaßen unpräzise, dass Ihr schnell Zweifel an dem gesamten Steuerungskonzept der Wii bekommen könntet. Das Gewehr bringt das Vertrauen aber wieder zurück. Vielleicht ein wenig zu gründlich. Mit einem Fadenkreuz zeigt Ihr dahin, wo die Kugel landen soll, eine kurze Linie illustriert den Weg, den die Kugel nehmen wird. Absolut präzise, mit einem Gefühl von Natürlich. Mit steigender Anzahl von Spielern kommen dann auch noch Classic-Controller und Gamecube-Pads zum Einsatz, die sich dann wie schon immer handhaben.

Endlos: Ja. Spaßig: Nein.

An den Spielmodi hat sich auf den ersten Blick auch nicht viel geändert. Endlos und Puzzle dürften wohl jedem ein Begriff sein. Das sie Euch in eine Art spielinduziertes Koma schicken, ist aber neu. Besonders der Endlosmodus scheint komplett auf eine Zielgruppe abzuzielen, die Herzbeschwerden plagt und besser keiner Art von Aufregung ausgesetzt werden sollte.

Bust a Move Bust a Move Ihr spielt, feuert brav Kugeln nach oben, wartet gelegentlich sogar untätig, bis endlich wieder eine brauchbare Menge an Kugeln nachrückte, löst diese wieder auf, wieder warten... da ist kein Gefühl von Dringlichkeit, Hektik oder Spannung. Mehr ein Eindruck von Beschäftigungstherapie. Es dauert gefühlte Jahre, bis der Schwierigkeitsgrad dann endlich richtig anzieht und Ihr das Spielgefühl von Bust-A-Move bekommt: Action, Freude über das gerade noch abwendete Ende, eine gute Kombo, die es noch mal geradeso rausriss.

Und hier endlich wusste ich dann wieder, warum ich die Serie seit Jahren spiele. Nur dass ich vorher noch nie eine halbe Stunde illustrierte Wartezeit überstehen musste, bis es soweit war. Am besten schaltet Ihr sofort alle acht Kugel-Farben im Optionsmenü an und lasst die Wand ein paar Zentimeter herunterkommen. Dann kommt schneller Freude auf.

Puzzeln ohne Nachdenken

Bust a Move Bust a Move Der Puzzelmode leidet unter dem gleichen Mangel an Herausforderung. 250 verfügbare plus noch einmal 250 freischaltbare scheinbar tückische Anordnungen von Kugeln klingen scheinbar erst mal nach langem, langem Rätselspaß. Wenn ich da nicht dieses "scheinbar" eingebaut hätte und auch noch gleich zweimal. Durch die Eigenart der Steuerungsvariante "Gewehr" Euch Weg und Ziel der Kugel zu zeigen reduziert sich das Ganze auf ziemlich hirntotes Abarbeiten ohne große Verrenkungen der Gehirnwindungen - die Bust-A-Move sowieso selten erforderte - oder geschicktem Zielen. Erst in der zweiten Hälfte der 500 Aufgaben kommt gelegentlich eine Schweißperle dazu, das könnte aber auch daran gelegen haben, dass mein Handgelenk langsam knirschende Geräusche von sich gab. Masse ja, Klasse naja.

Aber immer noch besser als der dritte Solo-Modus: Shooting. Kugeln fliegen über den Screen. Ihr zielt mit der Mote, wählt mit dem Steuerkreuz die zu der Kugel passende Farbe und schießt sie ab. Träge, doof, das Auswählen nervt durch die ungeschickte Steuerungsbelegung, weckt mich, wenns vorbei ist. Hier, lieber Spielmodus, nimm diesen gnädigen Mantel des Schweigens, wir wollen nie mehr von Dir sprechen.

Acht Spieler, ein Chaos

Bust a Move Bust a Move Der Mehrspielermodus wurde für die Wii komplett umgestrickt. Vorbei sind die freundlich-einfachen Zeiten des geteilten Screens, wo Ihr gegeneinander battled und die Kugel hin- und herschickt, bis einer am Ende ist. So ein einfaches Vergnügen wäre ja zu simpel. Stattdessen steht etwas von acht Spielern auf der Packung. Acht? Auf der Wii? Selbst unter aufbieten aller Kräfte bekamen wir vor einem Beamer nur sieben Leute zusammen - vor einem kleinen TV bringt selbst Twister Euch Einander nicht so nahe wie das hier - drei davon mit einigen alten Gamecube-Controllern bewaffnet.

Bust a Move Bust a Move Was sich dann abspielte, konnte zwar für eine Stunde gut unterhalten, aber diese Dynamik setzt schnell und auch ohne Bust-A-Move ein, wenn sieben gut gelaunte Leute in einem Zimmer sind. Dass wir wild, ohne Taktik und Strategie alle gemeinsam auf die herabströmende Wand aus Kugeln ballerten war da eher ein kleiner Zusatzbonus. Selbst wenn mal jemand versuchte taktisch orientiert zu spielen, zeigt sich schnell, dass zwei andere sowieso dazwischen ballerten und schon waren alle wieder fröhlich am Buttonsmashing, möge der zufällig Auserwählte gewinnen. Dazu kommt noch eine wahre Flut von Power-Ups und auch wenn das entstehende Chaos schön bunt sich entfaltet: Ein geordneter und langfristig - im Sinne von mehr als einer Stunde - motivierender Spielmodus wäre hier besser als dieses Shoot-Fest gewesen. So was wie der alte Versus-Modus beispielsweise...

Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass die Grafik anständig aussieht. Nicht mehr, nicht weniger. Die Wii kann mehr, Bust-A-Move nicht. Bunte Farben, niedliche Saurier, gut erkennbare Kugel, mehr braucht das Spiel auch nicht. Musik? Vorhanden. Fröhlicher J-Pop. Und nach einer Stunde im Puzzlemodus mit immer demselben 60-Sekunden-Loop werdet Ihr wünschen, dass sie nicht mehr vorhanden wäre.

Meinung

Wertung zu Bust a Move (Wii)

Wertung:

4.9 /10
Pro & Contra
Gewehr-Steuerung funktioniert tadellos8-Spieler Multiplayer gibt es nicht oftDie wenigen etwas härteren Level bringen klassischen Bust-A-Move-SpaßFür absolute Gelegenheitsspieler sicher nicht zu schwer
Für Normal-Spieler zu einfachfür Bust-A-Move-Profis beinahe beleidigend leichtGewehr-Modus funktioniert so gutdass die Herausforderung bei den Puzzles gegen Null tendiertMehrspielermodus artet zu einem reinen Glücksspiel ausShooting-Modus würde nicht einmal als Gratis-Flashgame eine Daseinsberechtigung habenhoher PreisMusik wiederholt sich schnell
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