CSI Tödliche Verschwörung im Gamezone-Test

Test CharLu

Selbst als ausgemachter CSI-Fan muss man erkennen, dass der diesjährige Titel schwächelt.

Altbackene Moderne

CSI Tödliche Verschwörung CSI Tödliche Verschwörung An jedem Tatort gibt es reichlich zu tun, warten doch genügend Beweise darauf von euch entdeckt zu werden. Dafür habt ihr auch stets euer Köfferchen dabei, in dem alles schlummert, was eine Schnüffelnase von heute so braucht. Angefangen über Pinzetten, mit denen sich kleinste Teilchen auflesen lassen, über Fingerabdruck-Werkzeuge, Indikator-Flüssigkeiten wie das gute Luminol, mit dem ihr vermeintlich weg gewischte Blutspuren wieder sichtbar machen könnt als auch Abguss-Utensilien, mit denen sich Abdrücke erzeugen lassen. Um generell alle Indizien zusammentragen zu können, braucht es ein gutes Auge eurerseits. Schaut euch um, späht in die kleinsten Ecken, unter jedes Bett und jeden Schrank, lupft jeden Teppich ein wenig an und vielleicht spuckt auch der Abfluss etwas aus, da er der Aufgabe, ein Beweisstück zu vernichten, nicht nachgekommen ist. Gesamt unterscheiden sich Hinweise, Belege und dergleichen mehr in offensichtlich zu findende Objekte sowie - nennen wir sie - getarnte Indizien. Und für selbige benutzt ihr die gegebenen Möglichkeiten des mitgeführten Koffers.

CSI Tödliche Verschwörung CSI Tödliche Verschwörung Selbstverständlich tummeln sich auch wieder Zeugen als auch potentielle Verdächtige am Tatort, die ihr auf jeden Fall befragen müsst. Allerdings werden selbige Personen nicht forensisch untersucht, sondern ihr stellt ihnen manchmal recht unbequeme Fragen. Dabei solltet ihr darauf achten, wie und was vor allem die Befragten zu Protokoll geben. So mancher hat sich dabei schon in Widersprüche verstrickt. Andere hingegen sind in der Lage, zumindest für den Anfang euch Herzchen auf die Backe zu malen. Aber denen könnt ihr ganz fix zeigen, wo der Bartl den Most holt. Habt ihr alle Beweise am Tatort gesichert, geht es zurück ins CSI-Labor, wo ihr alle Indizien sprichwörtlich unter die Lupe nehmen könnt.

CSI Tödliche Verschwörung CSI Tödliche Verschwörung Und spätestens jetzt wird mehr als deutlich, dass sich bei CSI - bis auf genannte Kleinigkeiten - wenig bis gar nichts getan hat. Beinahe schon dreist kann man das Vorgehen beschreiben, da ihr als Ermittler mit dem optischen Equipment aus dem Vorjahr hantieren müsst. Während Außenareale und dunkle Tatorte wie z.B. das ausgebrannte Spa-Areal wahrlich kein Fasching fürs Auge sind, kann sich das Labor mit all seinen Facetten und Farben sehen lassen, keine Frage - es ändert jedoch nichts daran, dass das Interface aus dem letzten Jahr 1:1 übernommen wurde. Wer dies angesichts des gebotenen Spielspaßes, der zweifelsfrei vor allem für CSI-Fans gegeben ist, noch wohlwollend entschuldigt, dürfte spätestens bei der Nutzung der Labor-Ausrüstung einen Rückzug von der eigenen Großmut machen, denn Werbung in einem Spiel, die vor allem offensichtlich platziert ist, ist schlichtweg ein Nervfaktor. Im konkreten Fall ist es "Trend Micro", die sich immer dann einmischen und zwar mit einem aufploppenden Werbefenster, will man erstmalig eine Analyse an einem Laborgerät durchziehen. Überdies wurden nun alle technischen, vor allem Computer betriebenen Geräte mit Namen und Logos versehen. Product Placment in seiner reinsten Form - Werbewelt, was bist du doch schön.

Fast gekonnte Charakterstudie

CSI Tödliche Verschwörung CSI Tödliche Verschwörung Eines muss man auch dem virtuelle CSI-Ableger zugestehen: Wenngleich die Umgebungen keine Frischzellenkur spendiert bekommen und auf dem Grundgerüst des letztjährigen Vertreters aufgebaut sind, können die bekannten Charaktere durchaus einiges reißen. Nicht nur, da sie ihrem realen Vorbildern sehr ähnlich sind und damit ein hoher Wiedererkennungswert gegeben ist, ein Teil von ihnen überzeugt auch akustisch mit englischer Originalstimme. Das allein klingt schon recht gut, wird aber noch einen Tacken besser durch die wahrlich gut geschriebenen wie auch angepassten Dialoge. Schade ist allerdings, dass das Spiel gesamt keine frei gestaltbaren Unterhaltungen, Zeugenbefragungen, usw. erlaubt. Jeweils auf die Situation abgestimmt, ergeht eine Art Baukastenprinzip, in dem festgelegt ist, wie es letztlich weitergeht. Scripting heißt das Zauberwort, so dass z.B. ein Verdächtiger erst auftaucht, wenn zuvor ein bestimmter Beweis gefunden und im Labor analysiert wurde. Dies mag sicherlich Einsteiger freundlich sein und Erst-Ermittlern sehr hilfreich unter die Arme greifen; Veteranen werden sich allerding leicht unterfordert fühlen. Abgesehen davon müssen wir auch den sonst überzeugenden Figuren noch eines mit auf den Weg geben: Lernt bis zum nächsten Mal, wie man sich flüssig und lebensechter bewegt! Steifes Gewinke und eckiges Gehen sollten eigentlich lange der Vergangenheit angehören. Leider wissen die CSI-Herrschaften speziell diese Bewegungsabläufe grundsolide zu beherrschen.

Meinung

Wertung zu CSI Tödliche Verschwörung (PC)

Wertung:

7.5 /10
Pro & Contra
abwechslungsreiche Tatorte, die aber leider grafisch in der Gesamtheit schwächelntolles, modernes Labor mit einigen Möglichkeiten & Mini-SpielchenOriginale Charaktere mit z.T. originalen Stimmen (englische Originale)einfache, eingängige und gut funktionierende Steuerungder berühmt-berüchtigte „rote Faden“ zieht sich erstmals durchs gesamte Geschehengelungene Dialoge dargeboten durch ambitionierte Sprecherdeutsche Untertitelautomatische Speicherfunktion
für Veteranen zu einfach und partiell auch zu langweiligtechnisch hoffnungslos veraltet, vor allem bei düsteren Außenlevel sehr auffälligaltbackene Animationen, die steif, eckig und ungelenk wirkennur englische Sprachausgabe verfügbarnervige Ingame-Werbungder „rote Faden“ ging zu Lasten der Individualität und lässt das Ganze sehr linear erscheinenviele Scripting-Abfolgen (‚erst wenn Aufgabe A erledigt ist, dann ist Option B machbar‘, usw.)Dialoge, Zeugenbefragung und dergleichen ist nur bedingt zu beeinflussen; Meistens sind die Aussagen vorgegebenmit knapp/rund 10 Stunden Spielzeit eher ein kurzes Vergnügen
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