Capcom Beat 'Em Up Bundle im Test: Sieben nostalgische Arcade-Klassiker für Nintendo Switch
Test
Capcom packt sieben legendäre Beat 'em Ups, die damals die Arcade-Automaten zum Glühen gebracht haben in ein Bundle! Ob die Nintendo-Switch-Portierung den Charm der alten Spielhallen-Titel beibehalten kann, ohne den Spielspaß zu drücken? Wir werfen einen Blick auf die Seitwärts-Prügler und klären im Test, ob die Klassiker auf der Switch wirklich so gut sind, wie man sie in Erinnerung hat.
Bevor wir loslegen, lasst uns einen Ausflug in das Goldene Zeitalter der Arcade-Automaten machen. Die Umsatzzahlen von Spielautomaten fielen ab der Mitte der 1980er Jahre stetig ab, da der Markt mit populären Titeln wie Pac-Man und Space Invaders übersättigt war. Innerhalb von fünf Jahren halbierten sich die Gewinne, die durch Arcade-Automaten erwirtschaftetet wurden. Obwohl die Beliebtheit der Münzschlucker auf den nächsten Tiefpunkt zusteuerte, probierten einige Entwickler ein letztes Mal den Kurs zu ändern, indem sie neue Genres ausprobierten. Als Renegade und Double Dragon von Taito 1987 das erste Mal das Seitwärts-Prügel-Genre in die Spielhallen brachten, konnten die Spieleentwickler kurzzeitig wieder aufatmen. Allerdings erst mit der Veröffentlichung von Capcoms 16-Bit Klassiker Final Fight, verzeichnete die Spielbranche einen erneuten Höhepunkt. Final Fight gilt seither als das erfolgreichste der klassischen Beat 'em Ups, jedoch wurde es von den darauffolgenden Spielen in den Bereichen Grafik und Spieletiefe übertrumpft.
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Sieben Klassiker
Quelle: PC Games
In der fiktiven Stadt Metro City kämpfen wir uns durch massenweise Gangster-Gruppen. Jede Waffe, die wir auf dem Weg finden, nehmen wir natürlich mit.
Das Capcom Beat 'em Up Bundle verpackt sieben dieser Prügellegenden in ein Paket - zwei davon erscheinen sogar das erste Mal außerhalb von Arcade-Hallen. Mit dabei sind Final Fight (1989), The King of Dragons (1991), Captain Commando (1991), Knights of the Round (1991) und Warriors of Fate (1992). Diese fünf nostalgischen Titel wurden bereits auf diversen Retro-Konsolen als Portierung veröffentlicht. Hinzu kommen die beiden aufgepeppten Beat 'em Ups Armored Warriors (1994) und Battle Circuit (1997), die nun ihr Konsolen-Debüt feiern. Das Spielepaket beinhaltet auch die japanischen Fassungen, die sich im Wesentlichen nur in der Story unterscheiden, und eine Galerie, in der eine überschaubare Auswahl an Artworks zu jedem Titel enthalten ist. Weiteres Bonusmaterial wie Charakterinformationen und separat abspielbare Soundtracks, wie etwa in der Street Fighter 30th Anniversary Collection, sucht man in diesem Bundle jedoch vergebens. Da die Spiele im veralteten 4:3-Format dargestellt werden, könnt ihr links und rechts die schwarzen Balken mit passenden Hintergründen austauschen. Insgesamt wirken die Bonusinhalte im Vergleich zu anderen Klassik-Bundles von Capcom etwas flach.
Ein Überbleibsel alter Tage
Quelle: PC Games
Im Multiplayer ist ein kleines bisschen Teamwork gefragt. Wer seine Teammitglieder fair behandelt , besiegt die knackigen Bossgegner deutlich einfacher.
Besonders auffällig ist die extrem hohe Schwierigkeitsstufe, die ihr nicht verändern könnt. Da ihr bei Arcade-Automaten Münzen einwerfen müsst, um weiterzuspielen, sind die Spiele demensprechend schwerer - schließlich wollten die Entwickler auch Geld verdienen. Glücklicherweise besitzt die Switch keinen Münzschlitz und ihr könnt, nachdem ihr eure Leben aufgebraucht habt, einfach per Starttaste wieder in das Spiel einsteigen.
Die leicht aufpolierte Grafik kommt auf der Nintendo-Konsole gut zur Geltung und die Farben wirken nicht verwaschen. Oftmals sind kleine Details im Hintergrund der Stage animiert und verleihen der Atmosphäre den nötigen Kick. Jede Stage wird von einem prägnanten 16-Bit-Soundtrack begleitet, der direkt ins Ohr geht.
Besser mit der Zeit
Quelle: PC Games
Mech-Teile stehlen gehört bei Armored Warriors zum guten Ton. Verrückte Kombinationen wie Stachel-Ketten-Reifen mit Laser-Schwert-Arm gehören dazu.
Da die Spiele damals in erster Linie nicht für den PC oder eine Konsole entwickelt wurden, benötigt man neben den Analog-Sticks nur zwei weitere Buttons, um seine Kämpfer zu steuern. Mit dem Stick bewegt ihr eure wählbare Figur durch die pixeligen 2D-Welten und mit den Knöpfen hüpft ihr durch die Gegend und verteilt Hiebe und Kicks. In den älteren Ableger wie Final Fight, ist das Kampfsystem extrem simpel und lässt Abwechslung vermissen. Wer coole Combos wie in Street Fighter erwartet, wird leicht enttäuscht sein. Die etwas fortschrittlicheren Ableger des Pakets bieten allerdings deutlich mehr Spielvariation. So könnt ihr beispielweise in Armored Warriors euren Mech-Gegnern die Waffen abschlagen und sie an euren eigenen Kampfroboter befestigen, um sie dann selbst zu nutzen. Das immer komplexer werdende Combo-System zeigt, wie sich das Genre über die Jahre hinweg entwickelt hat und wie sehr kleine Veränderungen der Spielmechanik sowie dem Wiederspielwert guttun.
Quelle: PC Games
Wer schon immer Mal die japanischenn Versionen der Prügelspiele ausprobieren wollte, muss sich nun keinen Arcade-Automaten aus Japan einliefern lassen.
Am meisten Spaß machen die Klassiker mit mehreren Spielern, was zum Glück in allen sieben Titeln sowohl online als auch lokal möglich ist. Da jedoch Fans aus der ganzen Welt ohne Einschränkungen gemeinsam zocken, kommt es nicht selten vor, dass ihr euch eine Lobby mit Spielern aus verschiedenen Regionen teilt, was zu starken Verzögerungen und Lags für alle Beteiligten führen kann. Wer einen schlechten Internetanschluss hat, sollte den Online-Multiplayer meiden oder nur mit Arcade-Fans aus derselben Region spielen. Der lokale Multiplayer funktioniert hingegen einwandfrei und bietet sich hervorragend an, um mit bis zu drei Freunden eine Prügel-Partie zu starten. Da die Steuerung der Spiele nicht sonderlich umfangreich ist, eignen sich die Joy-Cons nahezu perfekt für eine schnelle Couch-Runde.
Oftmals eintönig
Unterm Strich ist das Capcom Beat 'em Up Bundle eine gelungene Portierung für die Nintendo Switch und Fans des Genres werden garantiert auf ihre Kosten kommen. Jedoch fühlen sich die Spiele für Neueinsteiger sehr ähnlich an - insbesondere dann, wenn man nur im Singleplayer durch die Stages metzelt. Wer aber über den Mangel an Bonusinhalten und den furchtbar hohen Schwierigkeitsgrad hinwegsehen kann, bekommt hier ein fantastisches Stück Spielgeschichte.
