Castlevania: Curse of Darkness im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Konamis Kultserie auf Abwegen kann trotz so manchen Lichtblicks nicht auf ganzer Linie überzeugen.

Gähn - Die Welt von Europa ist langweilig

Castlevania: Curse of Darkness Castlevania: Curse of Darkness Ausgestattet mit der richtigen Waffe, einer guten Rüstung und eines willigen Unschuldsteufel stürzen wir uns nun in das Gemetzel. Nach wie vor durchstreift ihr labyrinthartig aufgebaute Gebiete und bringt dort die immer wieder auftauchenden Gegner zur Strecke. Einen Preis für eine gekonnte Architektur bekam der Schöpfer der Bauten aber ganz sicher nicht. Die Gänge und Wege, seien es nun Innenräume oder auch Außenbezirke, scheinen wahllos aneinander gereiht zu sein - ein leider uninspiriertes Leveldesign gestaltet den Alltag eines Spieleheldens recht langweilig. Dazu gesellt sich die meist triste Bauten mit nur wenig Details und einer nicht mehr ganz zeitgemäßen Optik durch verwaschene Texturen. Das verlassene Schloss z. B. weißt viele lange Gänge und nur wenige große Hallen auf, nirgends verzieren irgendwelche Einrichtungsgegenstände den langen Marsch durch das Gemäuer. Nur einige farbige Fensterbilder werfen ein farbenprächtiges Licht in die dunkle Gänge oder einige wenige Gräser wuchern am Waldrand. Ein Raum oder Außengebiet gleicht dem anderen und wirft somit einen trüben Schatten - dieser ist übrigens auch in Form eines undurchdringlichen Nebels vorhanden, welchen man wohl noch aus vergangenen Nintendo 64 Zeiten mitgebracht hat.

Castlevania: Curse of Darkness Castlevania: Curse of Darkness Die Wanderung durch die riesigen Areale werden damit leider zu Qual, zum Glück sorgen massig auftauchende Gegner für etwas Abwechslung. Die Hölle besticht durch einen riesigen Variantenreichtum an Kreaturen, welche nach dem Leben Hectors trachten. Diese entledigt ihr euch in bester Hack'n'Slay Manier, wobei die gute alte Peitsche ausgedient hat. Damit verliert die Serie nicht nur ihr Markenzeichen, "Curse of Darkness" erinnert nun mehr denn je einem "Devil May Cry" bzw. einem ähnlich aufgebauten Titel. Mit Buttonkombinationen werden starke Angriffe ausgelöst, wahlweise werden die Unschuldteufel dabei mit einbezogen. Oftmals reicht es aber auch aus, die Angriffstaste wild zu bearbeiten - den Rest erledigt Hector von selber. Ihr könnt auch einen Feind direkt anvisieren, wobei sich aber nur die Kamera anhand des Gegners ausrichtet, auf den Hauptdarsteller hat dies kaum einen Einfluss. Dieser beackert weiterhin recht gerne die Luft, anstatt die Höllenkreatur zu enthaupten. Das Spielgeschehen wird durch das Lock-On-Feature sehr hektisch und das ständige Umschalten der Perspektive strapaziert recht schnell das Auge und die Nerven. Immerhin könnt in diesem Modus eure Gegner um Gegenstände und Geld erleichtern!

Castlevania: Curse of Darkness Castlevania: Curse of Darkness Nach stundenlanger und einer schier nicht enden wollender Wanderung durch langweilige Levelaufbauten (mit einigen Sackgassen und sinnlosen Abzweigungen), steht ihr vor einer großen mit einem Totenkopf verzierten und roten Türe. In der Nähe lässt sich das Spiel meist abspeichern, was manchmal auch bitter nötig ist. Hinter einer solchen Türe wartet immer das Highlights einer jeden Welt auf euch - ein oftmals bildschirmfüllender und äußerst starker Bossgegner! Diese Schergen lassen sich nicht so leicht beeindrucken, haben gewiefte Angriffstaktiken und besitzen vor allem eine elendslange Energieleiste, welche freundlicherweise auf dem Bildschirm dargestellt ist. Ganz unerwartet tauchen solche Endgegner aber nicht auf. Habt ihr die nassen Gänge des Mortvia-Aquädukt durchwandert, trefft ihr auf einen untoten Riesenfisch, in den Baljhet-Bergen brühtet ein Drache und in einem Tempelbau wartet ein säulenschwingender Minotaurus auf Hector. Ab und werdet ihr aber eine kleine Überraschung erleben - die Peitsche ist nicht mehr ganz so fern und auch andere Charaktere erweisen die Ehre.

Klassisches Orchester gepaart mit moderner Musikkunst

Castlevania: Curse of Darkness Castlevania: Curse of Darkness Musikalisch hat "Curse of Darkness" ebenfalls zwei Seiten: Der orchestrale Soundtrack von Michiru Yamane kommt mit wundervollen Melodien daher, welche einem meist schon nach kurzer Zeit ins Ohr gehen. Nicht selten ertappt man sich dabei, wie man die eine oder andere Tonfolge nachpfeift. Untermahlt werden die Melodien mit teils unheimlichen Tonvariationen oder Orgelklängen, vielmals sorgen aber fetzige Pop- und Rockrhythmen für ein modernes Dasein, was stark an die neuzeitlichen Versionen klassischer Musikstücke der bekannten Violinenspielerin Vanessa Mae erinnert. So schön die musikalische Darbietung oftmals auch sein mag, an einigen Stellen wirken sie leider etwas deplaziert. Mit der etwas zu kitschigen Musik wird kaum eine beklemmende und unheimliche Stimmung geschaffen, was einem Spiel um Vampire und Höllenkreaturen durchaus unwürdig ist.

Meinung

Wertung zu Castlevania: Curse of Darkness (PS2)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
CharakterentwicklungErstellung von WaffenVielseitigkeit der Unschuldteufel
Uninspiriertes Leveldesigntriste und langweilige Optikheftiger und nicht atmosphärischer Nebeldurch schlechte Kameraführung fast sinnloses Lock-On-Feature
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