Im neuen Castlevania haben die Werwölfe und Vampire nichts zu lachen, während wir uns über einen gelungenen Reboot freuen.
Die Castlevania-Reihe kann auf eine lange Tradition und unzählige Spiele zurückblicken, wobei die Serie besonders auf dem NES ihre Glanzzeit feierte und das Genre des Jump 'n Runs 1986 entscheidend prägte. Da kamen verschiedene Waffen, sowie Power-Ups zum Einsatz, man konnte die Umgebungen erkunden und musste sich mit der charakteristischen Peitsche von Simon Belmont schauerlichen Endgegnern stellen. 1999 versuchten die Entwickler von KCE Kobe das klassische 2D-Spielprinzip der Serie dreidimensional auf dem N64 umzusetzen, scheiterten aber kläglich und lieferten einen der schlechtesten Teile der Serie ab. Anschließend besann man sich lieber wieder auf die Wurzeln zurück und veröffentlichte ein weitere, exzellenten 2D-Plattformer für verschiedene Handhelds. Nun jedoch steht das nächste Spiel für die aktuelle Konsolengeneration an und wieder einmal versucht man einen der Belmonts durch die dritte Dimension zu scheuchen. Verantwortlich hierfür sind die spanischen Entwickler von Mercury Steam (Clive Barker's Jericho), welche zudem prominente Unterstützung erhalten haben. Kein geringerer als Metal Gear Solid-Vater Hideo Kojima überwachte den Entwicklungsprozess und stand mit Rat und tat zur Seite. Na, dann kann doch gar nichts mehr schief gehen und das Endergebnis die finsteren 3D-Anfänge vergessen lassen...oder?
Quelle: Konami
Castlevania: Lords of Shadow
In Lords of Shadow wird die Geschichte eines bislang unbekannten Mitglieds des Belmont Clans erzählt und zwar die von Gabriel. Dieser verliert im Kampf mit düsteren Kreaturen seine geliebte Frau, kann aber nicht gänzlich von ihr lassen oder sie vergessen. Als sie ihm eines Nachts in einem seiner Träume erscheint, erzählt sie von schrecklichen Dingen die über das Land kommen werden, wenn er nicht loszieht und die düsteren Lords besiegt. Von dieser Vision getrieben macht sich unser Held zum See der Vergessenheit auf und trifft dort auf den Hüter Pan, welcher die Macht hat mit den Toten zu kommunizieren. Gabriel erweist sich in seinen Augen jedoch als würdig und erhält die Chance, nochmals mit seiner geliebten Ehefrau zu sprechen. In kurzen Worten schildert diese Gabriel was zu tun ist und dass es nur dann Frieden geben wird, wenn die Schatten ein für allemal vertrieben werden. Der Auftrag ist klar; Gabriel muss sich in die Region der Werwölfe und Vampire begeben um die dunklen Lords zu stellen. Doch als er diesen nach und nach gegenübertritt macht er eine furchtbare Entdeckung und lüftet das Geheimnis einer Verschwörung zwischen der Bruderschaft des Lichts und den Schattenlords, denn ohne Licht existiert kein Schatten... und umgekehrt.
Quelle: Konami
Castlevania: Lords of Shadow
Ist die Story zu Anfang eher träge und kommt nur behäbig in Fahrt, werden dem Spieler im weiteren Verlauf allerdings einige interessante Wendungen und Kniffe präsentiert und halten ihn somit bei der Stange, bevor das bombastische Ende über den Bildschirm flimmert. Außerdem präsentiert sich die Geschichte deutlich ernster und lässt die eher spaßigen Randbemerkungen der Vergangenheit vergessen. Castlevania: Lords of Shadow zeigt sich in dieser Hinsicht wesentlich erwachsener als die Vorgänger und beweist erneut, dass auch Videospiele durchaus gute Geschichten erzählen können. Man sollte aber auf keinen Fall den Fehler begehen und Castlevania: Lords of Shadow mit irgendeinem anderen Spiel der Serie vergleichen, denn bis auf den Namen, das Setting und die ein oder andere Gameplay-Mechanik hat der neueste Teil nicht mehr wirklich viel mit den Ursprüngen gemein. Tipp am Rande: Der Abspann sollte keineswegs übersprungen werden, also gilt die gleiche Devise wie im Kino: Schön sitzen bleiben und abwarten.
Quelle: Konami
Castlevania: Lords of Shadow
Wie könnte man das Gameplay mit einem Satz beschreiben? Okay, stellt euch God of War mit einem Schuss Uncharted und dem typischen Castlevania Flair vor und ihr kommt nah dran. Damit könnten wir diesen Punkt eigentlich schon abhaken aber natürlich gehen wir hier noch ein wenig mehr ins Detail. Gabriel kämpft sich in der typischen God of War-Manier durch die Gegner, wobei auch Castlevania keine frei bewegliche Kamera vorweisen kann, sondern immer vorgegebene Einstellungen liefert, während ihr euch durch die linearen Level prügelt. Klingt erst einmal nicht sonderlich spannend und zugegebener Weise benötigt man auch eine gewisse Zeit, um das Potential des Spiels voll zu entdecken und auszureizen. Kämpft sich Gabriel am Anfang nur mit seiner Peitsche durch die Gegnerhorden und zerbröselt sie mittels Kombo-Angriffen, so kommen im Verlauf des Spiels nämlich immer weitere Fähigkeiten dazu. Verbesserte Peitschenteile, Weihwasser-Phiolen, Silberdolche, Feen, Dunkle Kristalle, neue Rüstungsgegenstände und Magie.
Quelle: Konami
Castlevania: Lords of Shadow
Diese Magiefähigkeiten wurden in Licht und Schattenmagie unterteilt, wobei diese unterschiedliche Vorteile im Kampf bieten. Aktiviert man mittels LB-Taste die Lichtmagie, so wird einem Gesundheit hinzugefügt, wenn man auf die Gegner eindrischt und diese trifft. Möchte man jedoch mehr Schaden austeilen, so aktiviert man mittels RB-Taste die rot glimmende Schattenmagie und ist fortan stärker. Dies sind natürlich nur die Basisangriffe, da man die Wirkung der Magie durch verschiedene Objekte noch verstärken und z.B. aus Feen explodierende Zielsuchraketen erschaffen kann oder Weihwasser in gefährliche Brandgeschosse verwandelt. Dadurch wird dem Spieler eine Vielzahl von Angriffsmöglichkeiten geboten, die sich miteinander kombinieren lassen. Außerdem werden die beiden Magiearten bei vielen der Rätsel im Spiel benötigt und sorgen auch innerhalb der Level für stetes fortkommen. Eine bröckelige Mauer reißt man fix mit etwas Schattenmagie ein, während man diverse Schalter mit Licht (oder auch Schatten) Magie drücken kann. Wie man sie erhält? Die Feinde im Spiel lassen nach ihrem Ableben nicht nur brauchbare Gegenstände, sondern auch Energie-Orbs fallen, die man mittels Druck auf den linken oder rechten Analog-Stick seiner Licht, bzw. Schattenmagieleiste hinzufügen kann. Trifft man die Feinde zudem mit verheerenden Kombos und hält die Trefferkette aufrecht, lassen sie ab einem gewissen Zeitpunkt wesentlich mehr dieser Orbs fallen und sorgen für stetigen Magie-Nachschub. Ideal ist es, wenn man an speziellen Brunnen entlang läuft, die einen entweder mit Lebensenergie versorgen oder die Magieanzeigen auffüllen.
