Nach der Pleite des Studios geht der würdige Nachfolger von Sim City nun mit neuem Publisher weiter.
Cities XL versprach im Oktober 2009 ein grandioses Städtebauerlebnis und das nicht nur im Einzelspielermodus, sondern auch vernetzt als MMO Game. Verschiedene virtuelle Bürgermeister sollten hier auf einem Planeten angesiedelt untereinander handeln können. Monte Cristo hat sich mit diesen Plänen aber übernommen und musste das City Life/Cities XL Franchise verkaufen. Der neue Eigentümer Focus Home Entertainment mit Sitz in Pantin, Frankreich, hat nun eine aktualisierte Version unter dem Titel Cities XL 2011 auf den Markt gebracht.
Cities XL 2011
Cities XL 2011 gehört in das Genre der Städtebausimulatoren und für unsere Leser, die damit noch keine Berührungspunkte hatten, hier ein kurzer Überblick worum es bei diesen Spielen geht: Städtebausimulatoren sind eine Mischung aus Stadtbau- und Managementspielen. Als frisch gebackener Bürgermeister haben wir die Aufgabe, aus dem Nichts heraus eine blühende Stadt zu erschaffen. Dazu stehen uns zu Beginn nur ein Fleckchen Land und mehr oder weniger üppige finanzielle Ressourcen zur Verfügung. Mit deren Hilfe bauen wir unsere ersten Straßen und weisen Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete aus. Natürlich benötigen wir für unsere zukünftigen Einwohner auch Elektrizität, Wasserversorgung und Abfallentsorgung. Zu Beginn ist das auch noch gar nicht so schwer, gespannt können wir beobachten wie sich Bürger und Unternehmen in unserer Gemeinde ansiedeln.
Cities XL 2011
Damit ist es aber nicht getan. Unsere Bürger sind anspruchsvoll und wünschen sich Polizei, Feuerwehr und natürlich auch Freizeitaktivitäten. Wie im echten Leben spielen hierbei auch die Standortfaktoren eine große Rolle. Niemand wird gerne neben einem qualmenden und stinkenden Industriegebiet wohnen wollen oder jeden Tag den Gestank und Lärm an einer stark befahrenen Straße akzeptieren. Wenn dann auch noch der Weg zum Supermarkt sehr weit ist oder die ärztliche Versorgung im Notfall zum Problem werden würde, dann kann man sich sicher sein, dass nur wenige Bürger Interesse an einem Umzug in unsere Stadt haben werden.
Cities XL 2011
Auch die Verkehrsplanung ist ein wichtiger Punkt. Permanent verstopfte Straßen frustrieren unsere Bürger und wenn Geschäfte oder Fabriken nicht vernünftig erschlossen sind, wird das die virtuellen Unternehmer früher oder später zum Aufgeben zwingen. Als Lösung kann man in breitere Straßen investieren oder Bus- und später U-Bahn-Linien einführen. Die Steuerzahler erwarten hier einiges von uns, was uns auch gleich zum nächsten Thema bringt: Der ganze Zauber muss schließlich auch bezahlt werden. Das geschieht - wie könnte es anders sein - durch das Erheben von Einkommenssteuern für Erwerbstätige und Unternehmen. Jede Interessensgruppe hat hier aber andere Vorstellungen von einem angemessenen Steuerniveau.
Im Westen nichts neues
Cities XL 2011
Cities XL 2011 folgt hier im Wesentlichen den Ideen des großen Vorbilds und Großmeisters des Stadtbaugenres: Sim City. Sim City, ursprünglich entwickelt von Will Wright, zieht die Liebhaber von Aufbauspielen seit dem Jahr 1989 in seinen Bann. Die letzte Version erschien als Sim City 4 im Frühjahr 2003, sowie das Erweiterungspaket "Rush Hour" im Herbst 2003. Trotz anders lautender Aussagen im Rahmen von Interviews ist es um die Serie leider sehr ruhig geworden. Dies sah das Entwicklerstudio Monte Cristo als Chance und veröffentlichte im Mai 2006 die erste Version seines Städtebausimulators unter dem Namen "City Life". 2006 folgte die "City Life Deluxe Edition" und 2008 "City Life 2008". Erfreulicher Weise waren diese Updates für Besitzer der Vorversionen stets kostenlos. Im Oktober 2009 erschien dann Cities XL das es erlaubte, auf einem Planeten Bauplätze durch verschiedene Internetspieler online zu besiedeln.
Cities XL 2011
Die Idee selbst war nicht schlecht, konnte man doch verschiedene Ressourcen wie Elektrizität oder Erdöl untereinander handeln oder zusammen an Großprojekten bauen. Ein Einzelspielermodus war nach wie vor enthalten, jedoch stark eingeschränkt, so dass man, um alle Features nutzen zu können, zwangsweise den Online-Dienst in Anspruch nehmen musste. Die Zahl der Abonnenten war für den wirtschaftlich tragfähigen Betrieb der Onlineplattform deutlich zu niedrig und so kam es wie es kommen musste: Monte Cristo gab bekannt, den Onlinedienst im März 2010 abzustellen. Dies erschütterte insbesondere das Vertrauen der Käufer, die eine der teuren Limited Editions oder sogar die Lifetime Edition erworben hatten, die - im letzteren Fall - für viel Geld eine lebenslange Mitgliedschaft versprachen aber man effektiv nur rund sechs Monate spielen konnte. Monte Cristo war nach diesem selbst verschuldeten Fehlschlag finanziell am Ende und verkaufte die Rechte an der City Life/Cities XL Reihe an den ebenfalls französischen Entwickler und Publisher "Focus Home Entertainment".
