Genau wie der Vorgänger ist auch Phase Two ein wahres Fest in Sachen Echtzeit-Taktik.
Codename: Panzers - Phase Two
Diese hervorragend ausgearbeitete Echtzeittaktik treiben die Entwickler mit den neuartigen Nachtmissionen noch weiter auf die Spitze: Hier habt ihr die Möglichkeit die Scheinwerfer aller Fahrzeuge per Klick abzuschalten, was zwar 25% weniger Sichtweite bedeutet, dafür aber blitzschnelle Überraschungsangriffe im Schutze der Nacht ermöglicht. Auch verfügt die Infanterie über teils sehr hilfreiche Ausrüstung wie beispielsweise Minensuchgeräte, Granaten oder Panzerhaftminen - im richtigen Moment eingesetzt retten euch diese Waffen ganze Kampfverbände. Letztendlich finden sich im Interface auch noch eine ganze Reihe verschiedener Buttons für Unterstützungsangriffe wie schwere Artillerieschläge, Kampfbomberangriffe oder auch simple Aufklärungsflüge und Spezialkisten zur Sofortreparatur auf dem Feld. Wer versteckte Missionsziele wie beispielsweise die Rettung verschleppter Piloten erfüllt, darf sich mitunter sogar über die Aufstockung derartiger Luftunterstützungen freuen.
Codename: Panzers - Phase Two
"Phase Two" bringt natürlich auch viele zusätzliche Einheiten ins Spiel, darunter hauptsächlich das Kriegsgerät von Mussolinis Armee, aber auch ein von vielen Fans herbeigesehnter deutscher Flammenpanzer. Ansonsten halten sich die Änderungen und Neuerungen stark in Grenzen: Zwar hat man es hier mit völlig neuen Schauplätzen, einer verbesserten Story und einigen Detailverbesserungen in Sachen Missionsdesign zu tun, im Prinzip handelt es sich aber immer noch um das selbe Spiel. Schlecht ist das aber nicht, schließlich waren Gameplay und Grafik bereits beim Vorgänger sehr ausgereift und jede übereifrige Änderung hätte sich womöglich nur negativ auf den Spielspaß ausgewirkt. Trotzdem wirkt "Phase Two" an vielen Stellen nur wie ein überdimensioniertes Addon, dessen Preis aufgrund des mächtigen Umfangs aber durchaus gerechtfertigt ist.
Mehrspielerspaß dank mehr Karten
Codename: Panzers - Phase Two
Wer sich durch die knapp 30 Missionen der drei verschiedenen Solo-Kampagnen gebissen hat, darf diesmal seine erreichten Punktzahlen und Bestleistungen sogar in eine Internet-Rangliste hochladen oder daraus neue Motivation zum erneuten Durchspielen einzelner Missionen schöpfen. Die größtmögliche Langzeitmotivation bietet natürlich nach wie vor der Mehrspielermodus, welcher wieder mit Hilfe des etablierten Gamespy-Matchmaking realisiert wurde. Wer im integrierten Skirmish-Modus genügend gegen den Computer geübt hat, darf sich in drei enthaltenen Spielmodi auf 18 verschiedenen Karten per Netzwerk oder Internet auch gegen menschliche Mitspieler behaupten. Auch dieses Mal dürften die speziell für den Mehrspielermodus entwickelten Missionen für jede Menge Spielspaß sorgen, aber auch die beiden Klassiker wie Herrschafts- oder Teamkampf sind mit von der Partie. Zur größten Neuerung in Sachen Mehrspielermodus zählt natürlich der bei "Phase Two" mitgelieferte Karteneditor, auf den Fans des Spiels bereits seit dem ersten Teil sehnsüchtig warten. Eine Fülle neuer Karten und Missionen ist somit nur noch eine Frage der Zeit, der mächtige Editor kann sogar zum Entwickeln neuer Animationen und Zwischensequenzen eingesetzt werden.
Realistisch und detailverliebt: Die Grafik
Codename: Panzers - Phase Two
Auch wenn die Grafikengine von Panzers nach Spielen wie "Schlacht um Mittelerde" mittlerweile nicht mehr zum Nonplusultra des Genres zählt, sind es immer noch die kleinen, liebevollen Details die den Zuschauer zum Staunen bringen. Sanft im Wind wiegende Palmen oder über der Wüste kreisende Vögel gehören genauso dazu wie mächtige Sandstürme und spektakuläre Explosionen. Natürlich sind die Einheiten selbst auch diesmal sehr liebevoll animiert und begeistern mit realistisch aussehenden Rückstößen beim Feuern oder ihrem dynamischen Einfluss auf die Umwelt, wie beispielsweise Spuren im Sand oder das immer noch mögliche Umfahren von Strommasten. Ihre wahre Pracht offenbart die Engine des Spiels allerdings erst während der zahlreichen Zwischensequenzen: Diese zeigen die enorm flüssig und detailliert animierten Soldaten aus nächster Nähe und wo bei anderen Spielen spätestens bei dieser Nahansicht die Einheiten zu lieblosen Pappkameraden verblassen, zeigt "Codename: Panzers" erst so richtig was es auf dem Kasten hat. Da alle Zwischensequenzen mit einem "Alter Film-Effekt" überzogen sind, wirken ganz besonders die darin vorkommenden Massenschlachten fast schon authentisch und sind nur noch schwer von echten Filmaufnahmen des Zweiten Weltkriegs zu unterscheiden. Aber auch in Sachen Akustik hat man sich hörbar Mühe gegeben: Zwar hat man es bei der Sprachausgabe mit den verschiedenen Akzenten etwas übertrieben, doch dafür hören sich die Funksprüche der Einheiten selbst immer noch gelungen und abwechslungsreich an, zudem klingen die Geräusche von Panzern, Gewehren und Explosionen so wie man es erwartet. Wie schon im Vorgänger, verdient auch diesmal die hollywoodreife Musik ein ganz besonders dickes Lob, die arabisch angehauchten Stücke tragen viel zur passenden Wüstenatmosphäre bei und bereits im Hauptmenü fühlt man sich aufgrund der passenden Untermalung sofort an die großen Kriegsdramen der Traumfabrik erinnert.
