Mit der Xbox 360 Version zeigt uns EA wie ein vernünftiges RTS auf der Konsole zu funktionieren hat.
Das Jahr 2007: Die Grafikreferenz?
Quelle: EA
Command and Conquer 3: Tiberium Wars
Das Gameplay mag man noch als ein wenig überholt bezeichnen, die Grafik ist allerdings im Jahre 2007 angekommen und das nicht zu knapp. Während ihr bei der direkten Konkurrenz meist austauschbare Landschaften zu Gesicht bekommt, bietet euch Tiberium Wars abwechslungsreiche und detaillierte Kriegsgebiete. Seien es das Weiße Haus samt näherer Umgebung, das zerstörte München, staubige Wüsten oder zerklüftete und unwirkliche Felslandschaften, jedes Areal ist einzigartig. Zudem könnt ihr Gebäude effektvoll in Schutt und Asche legen und störende Zäune, Laternen und Gestrüpp einfach überrollen. Die Einheiten und Gebäude selbst sind fein animiert und auch bei näherem Reinzoomen noch sehenswert. Kleine Details wie das Hitzeflimmern über den Kraftwerken, die netten Wasseranimationen oder die Schatten der Wolken, welche am Boden vorbeiziehen, geben ein äußerst positives Gesamtbild ab. Hinzu kommen noch die messerscharfen Texturen und die überaus gute Performance, denn auch auf der Xbox 360 läuft das Spiel bis auf wenige Ruckler weitestgehend flüssig. Diese sind dann aber deutlich bemerkbar. Mit einer hohen Anzahl an Einheiten hat das eher weniger zu tun, sondern scheinbar mit der komplexen Gebäudestruktur. Scrollt ihr beispielsweise zu Beginn der GDI-Kampagne über das Pentagon, geht die Framerate spürbar herunter. Ein weiterer negativer Aspekt sind die unschönen Schatten, die bei näherem Betrachten sehr pixelig und grob wirken und die Straßen, die aussehen, als ob sie mit Eis bedeckt wären. Betrachtet ihr die fulminanten und teilweise bildschirmfüllenden Explosionen, sind dieses Mankos allerdings schnell wieder vergessen. Dennoch sieht die PC-Version im direkten Vergleich einen Tick besser aus. Die Texturen sind etwas knackiger und auch einige Waffeneffekte, wie die der Ionenkanone, weisen mehr Details auf. In 720p oder sogar 1080p zeigt das Schlachtfeld dennoch fulminant. Nur wer mit der Lupe sucht, erkennt die Unterschiede. Sei noch erwähnt, dass Command & Conquer 3: Tiberium Wars selbst auf Röhrenfernsehern gut aussieht und auch die Schrift, obwohl manchmal etwas klein, meist gut lesbar ist.
Command and Conquer 3: Tiberium Wars
Die deutsche Sprachausgabe ist gelungen. Michael Ironside und Co. haben alle ihre gewohnten Synchronstimmen bekommen, wie man sie aus dem Kino und dem Fernsehen kennt. Die kurzen Funksprüche, die von den einzelnen Einheiten abgegeben werden, sind wie immer herrlich überzogen und passen dabei perfekt in die trashige Story. Die Hintergrundmusik ist zwar nicht besonders eingängig, wirkt aber dennoch Atmosphärefördernd. Im großen und Ganzen bietet uns EA in dieser Hinsicht solide Arbeit, an der es kaum etwas zu bemängeln gibt. Leider hat es die ungekürzte Kane Edition nicht auf die Xbox 360 geschafft. Statt einer Atomraketen werft ihr nun Auroraraketen ab und aus Selbstmordattentätern werden Sprengmeister. Am Gameplay ändert dies nichts und auch sonst halten sich die Einschränkungen sehr im Rahmen. Was zwar nicht direkt etwas mit dem Spiel selbst zu tun hat und sich auch nicht in der Wertung widerspiegelt, ist der Umstand, dass das Handbuch der Xbox 360-Version viel knapper ausgefallen ist. Während die PC-Fassung noch mit einem 60-seitigen Handbuch daherkam und auf jede einzelne Einheit einging, bekommen Xboxer nur 20 Seiten und das obwohl sie im Schnitt 10-15€ mehr bezahlen müssen. Eigentlich eine Frechheit, trotz Lizenzgebühren.
