Actionreiches Gameplay, effektvoll bunte Grafik und trashige Videos gibt's auch auf der Xbox 360.
Ganz im Gegenteil, denn der Computer-Partner ist selten eine große Hilfe. Oft stellt er seine Armee falsch auf und rennt regelmäßig ins Verderben. So baut er beispielsweise eine riesige Flotte von U-Booten, obwohl der Feind kaum Seeeinheiten besitzt. Immerhin können wir unserem Kollegen diverse Befehle geben. So schickt man ihn und seine Einheiten an einen bestimmten Punkt, lässt ihn angreifen oder eine Armee ausheben. Direkte Kontrolle über seine Einheiten haben wir dabei allerdings nicht. Dennoch kann man auf diese Weise einigermaßen koordinierte Angriffe durchführen. Und manchmal dient die KI auch ganz gut zur Ablenkung, was aber kein Ersatz für einen menschlichen Mitspieler ist.
Command and Conquer: Alarmstufe Rot 3
Online bietet uns Alarmstufe Rot 3 wieder recht taktische Gefechte, die größtenteils gut problemfrei verliefen. Allerdings hat man diverse Modi gestrichen und ist mit bis zu vier Spielern auf der Karte unterwegs. Für eine kleine Schlacht für zwischendurch eignet sich Alarmstufe Rot 3 hervorragend. Wie immer kann man Armeen zu Gruppen Zusammenfassung, das Tempo des Aufmarsches bestimmen und vorgegeben Formationen wählen, die allerdings nicht unbedingt großen Einfluss auf den Ausgang einer Schlacht haben. Und dann gibt auch Sachen, die sind völlig nutzlos: Einheiten können zwar im Rang aufsteigen und haben dadurch Angriffsboni, im Endeffekt ist dies kaum von Vorteil, da sie zu schnell zerstört werden. Ebenfalls etwas sinnlos sind einige Einheiten, die man ein Mal nutzt, um zu sehen was sie können, danach lässt man sie zu Hause.
Bleiben wir beim Allgemeinen: Glücklicherweise ist der Schwierigkeitsgrad nicht mehr so stark schwankend, wie bei Command & Conquer 3: Tiberium Wars. Dennoch kommt es vor, dass man sich durch eine Mission beißt, während die darauf folgenden Aufträge ein Kinderspiel sind. Die Sowjetkampagne dient quasi als Einführung und ist für jeden machbar, die Alliierten-Missionen dauern da schon etwas länger, während es bei den Japanern durchaus knifflig zur Sache gehen kann. Am Ende sollte man auch diese Reihenfolge beherzigen, da man so die Sidekicks besser verstehen kann.
Auf Kriegsfuß mit dem Gamepad?
Command and Conquer: Alarmstufe Rot 3
Im Gegensatz zur PC-Version musste das Interface an die Gamapad-Steuerung der Xbox 360 angepasst werden. Dabei hat EA die Bedienung größtenteils von Command & Conquer 3: Kanes Rache übernommen und im Detail optimiert. Das Baumenü für Einheiten und Gebäude, Spezialbefehle und alle anderen Funktionen wird jetzt in einer Kreisdarstellung angezeigt, die mit der Schultertaste des Gamepads aufgerufen wird, was durchaus es erlaubt eine Armee präzise zu kommandieren, vor allem weil sich der magnetische Cursor an die Einheiten heftet. Da es mit dem Gamepad manchmal schwierig ist kleine und flinke Einheiten anzuwählen, kann man mit den vier Richtungstasten des Steuerkreuzes direkt zwischen den Feinden hin und her springen.
Dennoch kann man die Xbox 360-Variante immer noch nicht ganz so schnell und präzise steuern, wie auf dem PC mit Maus und Tastatur, da man sich noch etwas zu umständlich durch das Kreismenü drücken muss, um zum Beispiel einen Spezialangriff zu starten. Das kostest alles Zeit, die man nicht immer hat und schon bricht die Hektik aus. Trotz dessen muss man EA zugute halten, dass sie sich in dieser Hinsicht deutlich Mühe geben und immer wieder kleine Feinheiten verbessern. Auch die Konsolen-Version hat das Problem, dass man einfach nicht weit genug heraus zoomen kann, um den Überblick zu behalten. Dafür kann man sich stets eine große Übersichtskarte einblenden lassen, um schnell hin und her zu springen.
Zu bunt?
Command and Conquer: Alarmstufe Rot 3
Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3 ist ziemlich farbenfroh, daran muss man sich natürlich erst gewöhnen, denn mit dem vergleichsweise düsteren Kampf zwischen GDI und NOD hat das Ganze hier kaum noch etwas zu tun. Lässt man sich auf die Optik mit all ihren verrückten Einheiten ein, bekommt man allerdings eines der schönsten Strategiespiele auf der Konsole. Abwechslungsreiche Landschaften mit ansehnlichen Texturen, knallige Explosionen und viel kleine Details an Einheiten und Gebäuden verzücken die Augen. Besonders schön ist das Wasser ausgefallen, das man selten in dieser Pracht beobachten konnte. Nichtsdestotrotz muss die Xbox 360-Fassung in Sachen Texturqualität gegenüber der PC-Version keine all zu großen aber trotzdem sichtbare Einbußen hinnehmen.
Leider werden mal wieder die kleinen Fehler, wie die zu pixelige Schattendarstellung mitgeschleppt. Zudem ärgern sich Xbox 360-Besitzer über das deutliche Tearing der Konsolen-Fassung. Dafür ist der rockige Soundtrack ein richtiger Ohrwurm und auch die deutsch Sprachausgabe ist bestens gelungen und bewegt sich auf dem Niveau von teuren Filmproduktionen. Es wird viel gesprochen, zum Glück von professionellen und motivierten Sprechern, denn nur so kann der selbstironische Humor zünden.
