Command & Conquer Generäle: Die Stunde Null im Gamezone-Test

Test GreenAcid

Ein vorbildliches Addon für alle Hobby-Generäle. Hier bekommt man wirklich viel Spiel für wenig Geld!

Viele Generäle für wenig Geld!

Nach dem hektischen hin und her rund um die deutsche Version von C&C Generals, welche sich nun "Generäle" nennt und mit Cyborg-Kämpfern und weniger realitätsbezogenen Namen stark entschärft wurde, kam nun gleich eine Woche danach das Addon "Die Stunde Null" heraus. Gleich vorneweg: Die Besitzer der indizierten deutschen Version brauchen keine Angst haben, dieses Addon verändert die bestehende Installation von Generals nicht, es installiert sich sogar in ein eigenes Verzeichnis und läuft auch sonst komplett eigenständig ab. Man hat es hier aber nicht nur in technischer Hinsicht mit einem fast schon eigenständigem Spiel zu tun, die zahlreichen Verbesserungen und der Umfang des Addons können sich wirklich sehen lassen und überzeugten uns auf ganzer Line.

Kernstück des Ganzen sind eindeutig die 9 völlig neuen Generäle, welche zwar grundsätzlich über die Einheiten ihrer jeweiligen Fraktion verfügen, aber durch signifikante Änderungen im Waffenarsenal bestimmte Vor- und Nachteile haben. So hat zum Beispiel AP General "Kwai" keine Nukleargeschütze, bekommt dafür aber alle Panzer billiger und sofort in verbesserter Form. Zusätzlich verfügt er über die Generalsfähigkeit "Panzer-Abwurf" mit der mitten im Feindgebiet ein paar Panzer per Fallschirm abgeworfen werden können. Jeder der Generäle verfügt also über ein Spezialgebiet, welches sich auf seine bestehenden Einheiten auswirkt und auch völlig neue Spezialfähigkeiten ermöglicht. Die neuen Generäle sind im Onlinemodus neben den drei normalen Fraktionen genauso wählbar wie im Gefechtsmodus, doch damit nicht genug, man hat ihnen sogar einen völlig neuen Einzelspielermodus gewidmet: Die Generalsherausforderung. Hier wählt man in einer Übersichtskarte den eigenen General aus und tritt dann nach und nach, wie bei einem Prügelspiel, gegen alle acht anderen Befehlshaber an. Die Missionen spielen sich ähnlich wie der Gefechtsmodus, jeder feindliche General verfügt aber bereits über fest installierte Basen und hat so manche Überraschung für uns auf Lager. Sehr witzig sind hierbei die passenden Kommentare des Gegners: Wenn man zum Beispiel seine Waffenfabrik zerstört, droht er uns prompt selbiges mit unserer zu machen oder verspottet unsere anfangs noch kleine Armee. Man hat sich hier wirklich viel Mühe gegeben und jedem einzelnen General eigene Sprüche verpasst, welche das Spielgeschehen enorm auflockern und dem Computergegner somit auch eine richtige Persönlichkeit einhauchen. Bis man in diesem Modus mit jedem General alle anderen Generäle einmal gespielt hat, vergeht schon eine ganze Weile und man ist somit auch bestens gerüstet um gegen die meist sehr starken Online-Spieler anzutreten.

15 neue Einzelspielermissionen, je 5 pro Fraktion, sind ebenfalls in diesem Addon vorhanden. Der Schwierigkeitsgrad zieht hierbei bereits nach der jeweils dritten Mission deftig an und auch erfahrene Kommandanten werden einiges an den teilweise sehr langen Aufträgen zu knabbern haben. Zentrale Rolle spielt diesmal der böse Dr. Trax, welcher ursprünglich bei der IBG seinen Dienst verrichtete, sich nun aber sogar auf eigene Faust anschickt die Weltherrschaft zu übernehmen. Des öfteren kommt es deshalb vor, dass wir von den anderen Armeen Unterstützung bekommen um die neue Bedrohung so schnell wie möglich zu beseitigen. Sehr schön werden in diesem Modus die neuen Einheiten und Gebäude erklärt und sehr oft auch in den Ablauf der einzelnen Aufträge integriert.

Neue Einheiten, Upgrades, Gebäude und Generalsfähigkeiten gibt es nämlich zu Genüge, aber alle hier aufzuführen würde den Umfang dieses Tests bei weitem sprengen. Besonders herauszuheben wären allerdings die neuen Kampfbikes der IBG, welche ohne Probleme über steile Berghänge fahren können, oder der riesige Helix der AP welcher nicht nur Einheiten transportieren kann, sondern auch mit Napalmbomben und einem MG bestückt ist. Zusätzlich kann man für diese fliegende Festung auch Upgrades kaufen, ein Propagandaturm oder ein fliegender Bunker für Raketensoldaten gehören unter anderem dazu. Sehr interessant sind auch die neuen "Kulissen" der IBG, welche Produktionsgebäude der Basis als ganz normale Zivilgebäude tarnen können. Die neutralen Hightech-Gebäude wurden ebenfalls erweitert, nun können Soldaten auch Artilleriestellungen, Entsatzzonen und Reparaturplattformen besetzen, was wiederum für große strategische Vorteile sorgt.

Die Grafikengine wurde überarbeitet, neue Effekte und eine stabile Framerate zeigen dies. Auch die Missionen werden nun mit wesentlich aufwendigeren Echtzeit-Intros begonnen, man hat diesmal viel mehr filmähnliche Sequenzen integriert die sich erneut mit spektakulären Explosionen auszeichnen. Wieder mit dabei sind die Videosequenzen welche die Ladezeit der Missionen verkürzen sollen, erstmals kommen dabei auch wieder echte Schauspieler zum Einsatz so wie man es von diversen anderen C&C's gewohnt war. Ein paar Feinheiten in der Steuerung hat man ebenfalls geändert und erweitert, so können Verbände nun mit einem simplen Doppelklick zum Überwachen eines Gebietes befehligt werden und neue Hotkeys zur Auswahl aller Einheiten machen die Bedienung des Spiels um einiges leichter. Wie bereits im Hauptprogramm "Generäle" wurden hier alle auftretenden Generäle mit "Borg-Implantaten" verziert um jegliche Ähnlichkeiten mit realen Nationen oder Personen zu vermeiden. Dies stört beim eigentlichen Gameplay nicht, warum so ein Aufwand für die deutsche Version eines Strategiespiels überhaupt nötig ist, steht auf einem anderen Blatt.

Meinung

Wertung zu Command & Conquer Generäle: Die Stunde Null (PC)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
riesiger Umfang mit sehr langer Spielzeitvöllig neuer Herausforderungsmodusviele sinnvolle neue Einheiten und Gebäude15 neue Kampagnen-Missionensehr günstiger Preis
sehr hohe Hardwareanforderungen
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