Crash: Mind over Mutant im Gamezone-Test

Test Goreminister

Crash mutierte zu einem eher belanglosen, zweidimensionalen Plattform-Beuteldachs.

Mit Crash: Herrscher der Mutanten (engl. Mind over Mutant) liegt uns das mittlerweile fünfzehnte Spiel mit dem charmanten Beuteldachs vor, nachdem dieser im Jahre 1996 seinen Einstand auf der ersten Playstation feierte. Wusste der erste Teil bei Kritikern und Fans gleichermaßen zu punkten, musste Crash aber auch magere Zeiten durchleben, wobei das Spiel Crash Boom Bang den derzeitigen Tiefpunkt der Serie markiert. Das 2006 veröffentlichte Spiel konnte laut Metacritic.com gerade mal 41% erlangen und auch ansonsten gelang es Crash nicht mehr in derartig hohe Wertungsregionen wie zu Anfang vorzustoßen. Ob die Entwickler aus dem Hause TOSE (Radical Entertainment war für die Konsolenumsetzung zuständig) dies mit der NDS-Version von Herrscher der Mutanten ändern könnt ihr im nachstehenden Review erlesen.

Und täglich grüßt der böse Neo Cortex

Die Hintergrundgeschichte ist hierbei die gleiche wie bei der Umsetzung für die "großen" Konsolen. Erzbösewicht Neo Cortex kehrt verjüngt und voller Elan zurück und verfolgt das altbekannte Ziel: Crash Bandicoot muss endgültig von der Bildfläche verschwinden! Zu oft hat der sympathische Held seine Pläne durchkreuzt und viel zu oft musste sich der Bösewicht mit einer Niederlage zufrieden geben. Nun könnte das Vorhaben des Schurken allerdings tatsächlich gelingen. Cortex verschenkt an alle Bewohner der Wumpa Wumpa Insel eine High-Tech-Maske, die zunächst Zugang zu Emails, tollen TV-Sendungen und anderen Multimedialen Spielereien verspricht, aber letztendlich jeden Nutzer früher oder später in einen bösartigen, riesigen und zugleich auch hässlichen Mutanten verwandelt. Opfer wurden auch Crashs Freundin Coco und der hünenhafte Crunch, so dass der Held der Geschichte zusammen mit der Voodoomaske Aku Aku sich sofort auf den Weg macht um seine Freunde zu befreien und abermals die Welt zu retten. Business as usual für den guten Crash.

Altbekanntes neu aufgewärmt

Wer bereits den Vorgänger Crash of Titans auf dem Nintendo DS gespielt hat, dem wird das zugrunde liegende Spielprinzip auch bei Herrscher der Mutanten erstaunlich vertraut vorkommen, wohingegen man in Sachen Grafik einen deutlichen Schritt zurück getätigt hat. Während sich die Konsolenbesitzer an einer dreidimensional in Szene gesetzten Umgebung erfreuen können, müssen die User von Nintendos Handheld erneut mit einer klassischen 2D-Jump 'n Run Szenerie Vorlieb nehmen und das, obwohl der Vorgänger auf dem DS ebenfalls mit gelungenen 3D-Umgebungen und Charakteren auftrumpfen konnte. Ihr rauscht also von links nach rechts durch die verschiedensten Level und kloppt unterschiedliche Gegner windelweich. Dabei seid ihr allerdings nicht gänzlich auf euch allein gestellt, denn hin und wieder könnt ihr bis zu fünf verschiedene Mutanten besinnungslos prügeln und anschließend be"herrschen", so dass sie euch hilfreich zur Seite stehen, um die unterschiedlichsten Hindernisse zu überwinden. Mit Hilfe mächtiger Muskelprotze schubst man Bäume um, damit man Abgründe überwindet, vereist fließendes Wasser, um über Eisblöcke hinweg springen zu können oder macht sich telekinetische Eigenschaften zunutze, um Brücken zu bauen. Darüber hinaus ist man stetig auf der Jagd nach Upgrades, welche für neue Kleidung sorgen, die ebenfalls einige Attribute des Beuteltiers verbessern und unseren lieben Crash stärker, schöner und schneller werden lassen. Im Grunde genommen bietet sich uns mit Herrscher der Mutanten ein sehr klassisches Jump 'n Run, welches den Vorgänger aufwärmt und die "Titanen" gegen die "Mutanten" auswechselt, wobei sogar bei Mario geklaut wurde. Bereits nach dem Absolvieren des ersten Levels dürfte klar sein, welche Spielmechaniken man beim Klempner gemopst hat.

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Neben dem eigentlichen Hauptspiel bietet das Modul aber auch noch Minispiele, sowie den sogenannten Mutantenkampf. Die Minispiele bieten allerdings nur drei Aktivitäten und so muss man in "Rollen für Wumpa" einen Rhinoroller bemannen und möglichst viele Wumpa-Früchte sammeln, wobei uns Cortex das Leben schwer macht, während man in "Tritt sie!" möglichst viele Objekte in Cortex' Schiff kicken muss. "Crash KABUMM!" hingegen stellt den Spieler vor die Aufgabe, möglichst viele Bomben in den gegenüberliegenden Spielbereich zu befördern um so die Gegner auszuschalten. Einziger Haken daran ist, dass die Bomben anfangs alle beim Feind liegen. Das Ganze gestaltet sich nett, aber nicht weiter erwähnenswert, wohingegen der "Mutantenkampf" auf kurze Dauer recht unterhaltsam ist. In diesem Modus kann man sich mit einem Freund via lokaler Datenübertragung in den Clinch um Edelsteine begeben, wodurch das ein oder andere Match zustande kommt, bei dem man sich das Leben mit den verschiedenen Mutanten schwer macht. Um gegeneinander zu spielen, wird aber leider ein DS-Modul pro Spieler benötigt, was definitiv ein Nachteil ist.

Eine phasenweise ignorante Steuerung

Wie bei diversen Plattformspielen auf dem DS dient auch hier der B-Button dazu um einen Sprung auszuführen. Wird dieser zweimal betätigt, sollte Crash einen Doppelsprung hinlegen um höher gelegene Gebiete zu erreichen. Hierbei liegt die Betonung auf dem kleinen Wörtchen "sollte", denn manchmal wird diese Funktion nicht standesgemäß ausgeführt, da sie absolut präzises Timing voraussetzt. Gerade bei kniffligen Passagen ist dies immer wieder ein größeres Ärgernis.

In Bezug auf die Touchscreen-Funktionen so sind diese eher schmückendes Beiwerk, da sie lediglich dazu genutzt werden, um den jeweiligen Mutanten "in die Tasche" zu stecken falls dieser in der jeweiligen Situation nicht benötigt wird oder um sich die Infos von Maskenmann Aku Aku zu Gemüte zu führen. Hierzu wurden die Punkte so angebracht, dass diese mit dem rechten oder linken Daumen erreichbar sind, so dass der Stylus nicht zwingend benötigt wird, wenn es den Spielern egal ist mit den Fettfingern auf dem Touchscreen herumzupatschen. Ansonsten kann sich der Spieler eigentlich nicht über die Steuerung beklagen, wobei es schon frustrierend genug ist, dass es immer wieder zu massiven "Doppelsprung-Problemen" kommt, was den Titel streckenweise schwer macht.

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