Wer außer Harmonix könnte die Spitze der Kinect-Musikspiele erklimmen? Eine rundum gelungene Ganzkörper-Tanzsimulation!
Nach dem hochkarätigem Rock Band 3 greift Musikspielexperte Harmonix abermals zur Siegertrophäe. Mit Dance Central stellen die Jungs und Mädels des talentierten Studios sämtliche Tanzspiele angefangen beim Urvater Dance Dance Revolution bis hin zu Ubisofts Überraschungserfolg Just Dance ohne mit der Wimper zu zucken in den Schatten. Was einst mit der Matte angefangen hat, später dann durch die Wii-Remote in Handbewegungen umgewandelt wurde, folgt mit Kinect dem einzig logischen Schritt: Ihr seid der Controller! Ihr müsst wie Lady Gaga durchs Wohnzimmer steppen und deren Choreographien exakt nachspielen!
Dance Central
Was passiert mit einer feiernden Meute inmitten dem Blitzgewitter einer Disco? Richtig, sie bewegt sich mehr oder weniger passend zur Musik und versinkt in den Klängen der Harmonien. Wer schon immer gerne das Tanzbein schwang, ein Gefühl für Rhythmus und Musik hatte und vor allem auf Chartstürmer wie auch Klassiker der letzten Jahrzehnte steht, kommt um Dance Central nicht herum. Hier wird passend zu über 30 Hits gefeiert und getanzt - das auf einem künstlerisch hohen Niveau und mit viel Spaß!
Just Dance
Ein kurzer Blick auf einen Dance Central Spieler und man fühlt sich wie in einem Déjà-vu. Ganz abschütteln kann der Titel nicht, dass Harmonix wohl offensichtlich bei den Kollegen von Ubisoft in die Schule gegangen ist und einige Prinzipien aus Boogie Superstars bzw. dem deutlich erfolgreicheren Just Dance übernommen hat. Während die Wii-Controller noch mit dem Nachteil zu kämpfen hatten, dass man mit einfachen rhythmischen Bewegungen aus dem Handgelenk die Moves imitieren und somit die schweißtreibende Hüftschwünge außen vor lassen konnte, setzt Harmonix auf Erkennung aller Bewegungen angefangen bei den Armen, über den Oberkörper bis hin zu den Füßen - die Kinect Kamera von Microsoft macht es möglich! Auf dem Bildschirm werden Tanzschritte, rhythmische Körperbewegungen und agile Moves vorgemacht und ihr müsst das alles direkt vor der Linse umsetzen.
Kein wirklich leichtes Unterfangen vor allem bei denjenigen, die nicht so geschmeidig zu Poker Face oder den Dancekrachern von Cascada das Hüftbein schwingen. Dennoch ist das Spielprinzip äußerst einfach. Während die Vortänzer, Harmonix verzichtet auf die Integration der eigenen Bewegung über Avatare, vor euch die Schritte durchführen, bekommt ihr auf der rechten Seite vorab Infokarten angezeigt, die bildlich darstellen, was als nächstes zu tun ist. Punktgenau zum Beat der Musik wippt man hin und her, bewegt sich mit den Füßen nach links und rechts oder kippt die Arme. Dabei ist sowohl auf die Beinhaltung, als auch Körperbewegung zu achten, denn die Kamera ist tatsächlich in der Lage, gewisse Drehungen und Bewegungen haargenau auszuwerten. Als Rückmeldung sieht man die Bereiche rötlich beim Vortänzer markiert, die nicht gestimmt haben. Schummeln ist aber bei Dance Central kaum mehr möglich, wobei natürlich gewisse Bewegungen auch ein wachsames Kameraauge austricksen können.
Dance Central
Erstaunlich ist vor allem, dass sich Harmonix mit der jeweiligen Musik ordentlich auseinander gesetzt hat und wirklich passende Choreographien aus ihrem Spiel kitzeln konnte. Die Bewegungen zu den beiden Songs von Lady Gaga sind so Gaga wie die Lady und dröhnt zum Beispiel Benny Benassi mit dem Kulthit Satisfaction mittels Dolby Digital aus den Lautsprechern, so werden roboterhafte, abgehackte Bewegungen an den Tag gelegt bzw. bei der Textstelle "Push me" mit den Armen ordentlich gedrückt! Wirklich klasse umgesetzt und die Kamera erlaubt sich bei der Auswertung solch eleganter Moves kaum einen Fehler - hier muss man sich tatsächlich eher an die eigenen Nase fassen. Sehr schön auch, dass ein jeder Song mit einer wahrhaftig eigenständigen Choreographie daher kommt, wo nur einige Grundbewegungen gewisse Wiederverwendung in anderen Musikstücken finden.
