Wer außer Harmonix könnte die Spitze der Kinect-Musikspiele erklimmen? Eine rundum gelungene Ganzkörper-Tanzsimulation!
Von der Tanzschule auf die Bühne
Dance Central
Wenn die großen Zuschauermengen noch einschüchtern und es einfach nicht so klappt, wie man sich das vorstellt, so bietet sich die Tanzschule für jeden Song an. Hier lernt man in schnellen, aber ausführlichen Schritten die Bewegungsabläufe aller einzelnen Moves, wobei Dance Central eher auf simple Figuren und deren Wiederholung im Song setzt. Zuerst führt der Lehrer die Figuren vor, anschließend gilt es diese möglichst perfekt nachzuahmen. Wenn Schwierigkeiten bestehen, so können die einzelnen Lektionen wiederholt oder die Praxis in Zeitlupe durchgeführt werden. So nach und nach prägt man sich die Figuren ein und kann diese fast schon blind umsetzen. Wirklich toll gemacht, für Anfänger wie Fortgeschrittene geeignet und eine perfekte Vorbereitung auf jeden einzelnen Song. Da jedes Stück eigene Figuren und Choreographien vorzuweisen hat, gibt es jedes Mal auch reichlich zu lernen.
Dance Central
Neben der Tanzschule kann man jeden Song komplett trainieren und ist man schlussendlich bereit, geht es raus auf die Bühne und unter die Zuschauern. Optisch macht Dance Central alles richtig. Der Comic-Stil passt, sorgt für knallig bunte Farben und die Animationen der Tänzer, Backround-Tänzer und Zuschauer sind geschmeidig und gefallen. Verschiedene Stages sorgen für Abwechslung, wobei mit dem laufenden Spielfortschritt und den eigenen Punkten immer mehr Schauplätze freigeschaltet werden. Einzig allein die deutsche Sprachausgabe wirkt wie ein Faustschlag ins Gesicht. Selten solch dämliche Sprüche von noch schlechteren Sprechern aufs Ohr bekommen! Die Songsliste wiederum, eine Auswahl an knapp 30 passenden Dancestampfern verschiedener Epochen, ist durchwegs hörbar. Bezüglich Künstlern und wirklichen Hits hat Sony mit dem kommenden Singstar Dance aber die Nase definitiv vorn, doch diesen Umstand kann Harmonix mit dem Onlinestore in Zukunft ausbügeln. Dort erweitert man die bis dato recht knapp bemessene Plattensammlung mit neuen Klängen. Die Songs der Disc müsst ihr übrigens nicht freispielen, was einerseits zwar der Langzeitmotivation schadet, andererseits aber niemandem etwas vorenthält.
Dance Central
Bei der Modivielfalt bietet Dance Central gerade mal das nötigste. Neben den angesprochenen Trainingsstunden sorgt das freie Spiel für die meiste Unterhaltung. Hier werden Rekorde aufgestellt und die Songs frei nach Schnauze gespielt. Eine richtige Karriere vermisst man, aber es geht ja eher um den spontanen Spielspaß. Ihr habt es wirklich drauf? Dann schaltet die Vorschau in Form der Infokarten ab oder beweist euch im Tanz-Battle. Zwei Spieler treten gegeneinander an und können sogar den Schwierigkeitsgrad auf das jeweilige Können anpassen, spielen aber leider nicht gleichzeitig. Abwechselnd wird das Hüftbein geschwungen und zum Schluss verglichen, wer die bessere Performance vorzuweisen hatte. Nette Idee, hätte man aber sicherlich mehr draus machen können. Harmonix hat somit ein gelungenes Spiel abgeliefert, wo vor allem im Bereich der Modi noch reichlich Luft nach oben ist.
