... bietet ein kurzweiliges und arcademäßiges Spielgefühl ohne sich in bedientechnischer Komplexität zu verfangen.
Die Benutzerschnittstelle - HUD oder nicht HUD
Leider ist die Benutzerschnittstelle nicht so gut gelungen, allerdings bezieht sich das mehr auf die spieleigenen Verwaltungsfunktionen, als auf die Spielsteuerung. Sicherlich ist vieles dem Multi-Plattform-Konzept des Spiels geschuldet, ist die unterliegende Evolution-Engine doch auch auf PlayStation 3-, Xbox 360- und PC-Plattform Zuhause und musste dementsprechend mit einigen Kompromisslösungen entwickelt werden.
Dark Sector
Auffälligstes Manko der Benutzerschnittstelle sind die undefinierten Anzeigen für Munition oder Gesundheitszustand. Es existiert kein HUD im eigentlichen Sinne. Also die landläufig bekannten Anzeigen für Munition, Richtung, Gesundheitszustand usw. Es scheint sogar so zu sein, dass in der PC-Version einige Elemente nicht richtig angezeigt werden. Zumindest wenn man einen Widescreen-Monitor benutzt und das Seitenverhältnis nicht günstig ist. Getestet wurde das Spiel auf einem 22"-TFT-Monitor mit dem Seitenverhältnis 16:10 und es ließ sich eigentlich alles erkennen. Es gibt allerdings Berichte aus dem Forum zu diesem Spiel, in dem einige Benutzer über abgeschnittene Anzeigen am unteren Rand klagen.
Man kann dieses HUD-lose Design mögen oder aber auch nicht. Beim Test fiel dieser Ansatz eher negativ auf. Nicht nur dass man nie genau sah wie viel Munition man eigentlich noch besaß, man wusste auch nicht wie es um die Gesundheit des Charakters bestellt war.
Dark Sector
Apropos! Die Gesundheit des Charakters ist ein echtes Novum im Genre der Shooter. Es gibt weder Medipacks noch sonst irgendeine Form von regenerative Maßnahmen die man durchführen könnte um die Einsatzfähigkeit zu erhalten. Unser Spieler regeneriert sich von selbst. Hat man zu viele Treffer eingesteckt, macht sich das optisch wie akustisch durch lautes Herzklopfen und eine rötlich bis blutig verschleierte Sicht bemerkbar. Um wieder zu Kräften zu kommen, muss man lediglich aus dem Schussfeld treten. Dann dauert es nur wenige Sekunden und man ist wieder ganz der Alte. Es gibt allerdings auch die Möglichkeit ein funktional äußerst begrenztes Inventar (Taste "i") aufzurufen um sich den Status diverser Dinge anzeigen zu lassen. Darunter halt auch der Bestand an Waffen (und deren Erweiterungen), Munition, Ausrüstung und zuvor angezeigte Hilfstexte. Also, ein Inventar mit Informations-Log.
Die Waffen - Grillspieß im Preis inbegriffen
Eines der Highlights des Spiels ist sicherlich die bumerangähnliche rotierende Dreiklingen-Wurfwaffe. Quasi eine Endloswaffe mit einschneidender Wirkung. Tatsächlich ist es im Laufe des Spiels taktisch klüger nur diese Waffe zu nutzen, als mit den diversen Handfeuerwaffen für Eindruck zu sorgen. Einmal weil man keine Munition braucht und zum Anderen weil man damit auch entfernte Gegenstände zu sich heranholen kann.
Beim Übergang vom ersten Prolog genannten Level zum zweiten bekommen wir das Ding quasi gratis geliefert. Ein kurzer Erzählabschnitt erklärt uns warum das gute Stück jetzt aus unserem rechten Arm bzw. der Hand gewachsen ist. Ja, richtig gelesen, der praktische Handschredder ist fortan Teil unseres Körpers. Da freut sich natürlich die holde Weiblichkeit auf dass uns noch an anderen Stellen große rotierende Dinge nachwachsen. Wie auch immer, mit diesem praktischen Schnetzler ist man natürlich der Star jeder Grillparty.
Dark Sector
Neben der eigentlichen Hauptwaffe des Protagonisten existieren selbst murmelnd noch eine Reihe weiterer Waffen. Dazu gehört eine 08/15 Halbautomatik 9mm Pistole der Marke Tekna und diverse Schnellfeuerwaffen. Unter anderem auch eine Bazooka mit der sich sowohl Hubschrauber vom Himmel holen - was recht früh im Spiel geschieht - als auch böse Buben erledigen lassen. Die Zielgenauigkeit der ganzen Ballermänner ist erstaunlich miserabel. Ohne den Zielmodus per rechter Maustaste zu aktivieren, trifft man praktisch gar nichts. Das heißt auch für den geplagten Spieler teilweise Spielabschnitte im Schneckentempo zurück legen zu müssen, weil im Zielmodus die Bewegungsgeschwindigkeit herabgesetzt ist.
Die Basiswaffen lassen sich genau wie das Glaive in ihrer Funktionalität ausbauen. Es hat sich während des Spieles herausgestellt, dass ein mit Strom aufgeladenes Glaive am effektivsten von allen Waffen ist. Darüber hinaus verfügt das Glaive noch über einen Power-Modus in dem es noch mehr Zerstörung anrichtet. Die Handhabung vor allem im Hinblick auf die Möglichkeit die Klingenwaffe über Bande einzusetzen, verlangt allerdings einiges an Übung. Auch wenn es in diesem Test nicht ausprobiert wurde, scheint eventuell ein Gamepad der Maus/Tastatur-Kombination überlegen zu sein. Dies dürfte ein Tribut an die Konsolenherkunft sein.
Sein Glaive kann man übrigens ganz einfach mit Strom aufladen, indem man es in eine Stromquelle wirft. Da es ja wie ein Bumerang immer wieder in unser dreckiges Händchen zurückkehrt, hat man so auf einfache Weise die Möglichkeit die Effektivität der Waffe zu erhöhen. Neben den ganzen Zerstörungsfunktionen des Glaives, wird das Teil während des Spielgeschehens hin und wieder auch als Werkzeug zum Türen öffnen oder als Schalter zum Bedienen von Einrichtungen benutzt. Nur zum Salatschneiden kommt man damit während des Spiels nicht.
Die Grafik und der Levelaufbau - Massivbauten
Dark Sector
Das Spiel ist sehr linear aufgebaut und bietet kaum Möglichkeiten den Forscher im Spieler zu bedienen. Nichtsdestotrotz ist der Levelaufbau gelungen und abwechslungsreich. Es gibt wirklich gut durchdachte Passagen die entfernt an Half-Life 2 erinnern und sich auch so spielen lassen. Die Hubschraubersequenz am Anfang des Spiels, wo noch alles in schwarz-grau gehalten ist, ist die auffälligste Ähnlichkeit mit dem Gameplay aus Half-Life 2. Leider verfügt die Bazooka in Dark Sector nicht über den kleinen roten Suchpunkt der Waffe, so dass diese Sequenz in Dark Sector wesentlich schwerer zu bewältige ist als die Hubschrauberkämpfe in Half-Life 2.
Viele Bauten sind leider nur aus Gründen der Optik vorhanden und lassen sich nicht betreten. Es gibt also einen unsichtbaren Pfad im Spiel, wie bei derart linearen Spielen üblich, dem man folgen muss. Der Pfad ergibt sich dann natürlich schlicht aus der möglichen Begehbarkeit auf dem Spielfeld.
Technisches - Die Tücken der Konsolenportierung
Wenn man ein Spiel wie dieses das erste Mal auf den Redakteurstisch geknallt bekommt und der Fortgesetzte mit einem grummelnden Grunzen befiehlt: "Teste!". Gefolgt von der üblichen horizontalen Bewegung mit der Handfläche am Hals vorbei - für den Fall das man der liebevollen Aufforderung nicht umgehend nachkommt, ist das einzig Schöne ein gutes und fehlerfreies Spiel bekommen zu haben.
Schönheit ist ja bekanntlich relativ, aber Fehlerfreiheit ist es nicht. Existieren technische Fehler im Programm und sind diese sogar noch reproduzierbar, bleibt einem nicht mehr viel um den täglichen Sklavenalltag als Redakteur ein wenig mehr erträglich zu machen. Dark Sector ist, gelinde gesagt, um die Qualitätskontrolle herumgeschlichen und hat sich hinterlistig ins Verkaufsregal geschmuggelt.
Dark Sector
Diesen Eindruck kann man gewinnen, wenn man das erste Mal versucht irgendwelche Einstellungen im Optionsmenü zu verändern. Es fängt damit an, dass man über das spieleigene Einstellungsmenü zum Ändern der Auflösung keine andere Auflösung als 800 x 600 Pixel, der voreingestellten Auflösung, einstellen kann. Man kann zwar wie von anderen Spielen gewohnt die Werte aus einer Vielzahl von Auflösungskombinationen einstellen, doch beim Wechsel derselben hängt sich das Programm auf. Das heißt, der im Hintergrund dudelnde Sound mutiert zum Techno-Dauerstakkato und wenn man Glück hat beendet sich das Programm selbst irgendwann. Im ungünstigsten Fall muss man den Windows-Affengriff bemühen (Strg + Alt + Entf) und das Teil rabiat per Taskmanager entsorgen.
Ein ähnliches aber viel dämlicheres Problem stellt es dar, die voreingestellten Tastenkombinationen zu ändern. Unsereins spielt lieber mit den Pfeiltasten als mit den meist eingestellten WASD-Tasten. Versucht man sich an einer Änderung wird man mit einem völlig verbuggten Konfigurationsdialog belohnt, der nicht in der Lage ist die gewünschten Tasten richtig zu erkennen. Lustigerweise wird immer "Mouse1" als Tastendruck erkannt, egal welche Taste man auf der Tastatur (!) drückt. "Mouse1" steht hierbei natürlich für die linke Maustaste. Ähnlich verhält es sich wenn man statt der Maus die Konfiguration - für die Tastatursteuerung - über die Tastatur selbst vornehmen will. Anstatt die Taste zu erkennen die man drückt, erkennt das Programm immer nur "Return", also die Eingabetaste. Es war nicht möglich irgendeine andere Einstellung vorzunehmen, ohne die das Programm sich verabschiedete oder das irgendein Unsinn konfiguriert wurde.
Da die Testplattform Windows Vista Business mit SP1 in der 64Bit-Edition war, ist man natürlich schon des öfteren mit derlei "Features" des Betriebssystems konfrontiert gewesen und man probiert daher schon ganz automatisch den Betrieb des Programms mit Administartorrechten aus. Doch hier ist Windows Vista dieses mal völlig unschuldig.
Dark Sector
Auf der Verpackungsrückseite ist auch eindeutig zu lesen, dass Windows Vista unterstützt wird. Ob nun in 32Bit oder 64Bit ist dort nicht zu lesen. Jedenfalls scheint das Programm ins Programmverzeichnis schreiben zu wollen, denn dort liegen die Konfigurationsdateien des Spiels, und genau das ist unter Windows Vista nicht mehr ohne weiteres möglich. Das ist aber nur eine theoretische Möglichkeit, warum der gleiche Fehler unter Windows XP auftritt, erklärt diese Theorie nicht wirklich.
So blieb nichts anderes übrig als mit entsprechenden Administratorrechten diese Konfigurationsdateien per Hand anzupassen. Das heißt, Auflösung, Steuerung und alle anderen Optionen sind über mehrere nicht dokumentierte Textdateien einzustellen. Aua!
Wahlweise kann man sich hier vor Schreck oder Lachen an den Kopf fassen...
