Darksiders im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Krieg ist einfach nur cool und Darksiders auch auf dem PC nach wie vor himmlisch schön und höllisch gut!

Von Krieg und Ruin

Darksiders Quelle: Nordic Games Darksiders Dennoch verzichtet Krieg nicht auf die Waffenkunst, schon gar nicht bei den dicken Gegnern, die sich im fortwährend in den Weg stellen. Der Reiter kann einem Kratos oder der aktuellen Schönheit Bayonetta aber ganz sicher nicht das Wasser reichen, wenn es ums Kampfgeschehen geht. Dazu stürzt sich der Kollege viel zu schwerfällig in die Auseinandersetzung, vermöbelt die Gegner mit dennoch ansehnlichen und schnellen Argumenten. Seine Aktionen sind wahrlich bemüht und trotz seiner Behäbigkeit gar elegant anzusehen - dank herrlich flüssiger Animationen! Und wo einst ein Link per Knopfdruck das Schwert schwang und zusätzlich noch Gegenschläge parierte, versucht Krieg mit drei unterschiedlichen und verbesserungsfähigen Waffen, einer unglaublich komplexen und erweiterbaren Movepalette sowie zusätzlichen Spezialtechniken wesentlich mehr spielerischen Tiefgang für Action-Fanatiker zu liefern. Das Konzept geht weitestgehend auf. Neben der Hauptwaffe "Chaosklinge" wird auch mal zu Tods Sense gegriffen und alternativ ein Eis brechender Handschuh zu Rate gezogen.

Darksiders Quelle: THQ Darksiders Insgesamt geht der Meinungsaustausch recht flott von der Hand, wobei der Wechsel der Zweitwaffe, ähnlich der Items dank eines überladenen Handlings, etwas umständlich ist und nur der offensive Teil wahrlich bluttriefende Bände spricht. Wurden genügend Hiebe ausgeteilt, kann Krieg per Knopfdruck den letzten Akt der Zerstörung walten lassen. Kopf- und Flügellose Engel, zerteilte Dämonen und reichlich rote Flüssigkeit sorgten schließlich für die Altersfreigabe ab 18 Jahren - dank einer Wiederholung aber auch für aufkeimende Langeweile. Etwas schwer tut sich der Reiter in der Abwehr. Die Möglichkeiten der Defensive und der Deckung sind gegeben, aber durchaus knifflig und nicht wirklich intuitiv gehalten, wobei Ausweichen eine zumindest für fast jeden Gegner sehr effektive Art und Weise der Steuerung darstellt. Kleine Gegner können überrumpelt werden, größeren weicht man nur aus und vermeidet einen schmerzhaften Gegentreffer. Leider, auch hier zeigt sich ein wenig Eingewöhnungsarbeit, bleibt die Lock-On-Funktion nicht auf den Gegner gesetzt, so dass die Taste pausenlos gehalten werden muss. Man gewöhnt sich relativ schnell an diesen Umstand, doch hätte Entwickler Vigil hier dem Spieler etwas zur Hand gehen können.

Ausrüstung mit Zorn

Die drei Grundwaffen verfügen darüber hinaus über Sockel, welche in der Waffenschmiede mit zusätzlichen Erweiterungen in Form von Medaillen belegt und damit aufgewertet werden können. Dadurch kann mehr Erfahrung gesammelt, mehr Schaden verursacht oder mehr Seelen einkassiert werden. Manch ein Artefakt versorgt euch darüber hinaus mit zusätzlichen Fähigkeiten oder Rüstwerte und erleichtert damit den Weg zum Zerstörer.

Darksiders Quelle: Nordic Games Darksiders Aber auch die Taktik kommt trotz der gewaltigen Schnetzelorgien nicht zu kurz. Während das allgemeine kleine Fußvolk angefangen von Zombies, über kriechende Dämonen und Fledermäuse sowie die jüngeren Engel kaum etwas entgegen zusetzen hat und der Kampf fast gar in sinnloses Button- bzw. Tastensmashing abdriftet, ist vor allem bei den dickeren Brocken Vorsicht geboten. Diese sind meist gepanzert und können etliche Attacken ohne mit der Wimper nur ansatzweise zu zucken wegstecken bzw. blocken jeglichen frontalen Schlag. Das Ausloten der jeweiligen Schwachstelle wird letztendlich zum allumfassenden Studium der zahlreichen Gegner, vor allem wenn man sich in den höheren Schwierigkeitsgrad begibt. Dieser ist ganz ehrlich nicht unmöglich, trotz zahlreicher Hindernisse und sicherlich einiger frustrierender Momente, aber letztendlich, sobald man den Dreh raus hat und weiß, wie der Hase läuft, durchaus angenehm zu spielen.

Darksiders Darksiders Getoppt wird der taktische Schlagabtausch letztendlich nur noch durch die epischen Bosskämpfe, die mitunter sogar recht puzzlelastig ablaufen und wahrlich Hirnschmalz in Anspruch nehmen. Den meist fast gar todbringenden Attacken geht man geschickt und vor allem zur richtigen Zeit mit einem Dash aus dem Weg, um alsdann sämtliches Inventar und bevorzugter Weise die neu entdeckten Gegenstände im vollen Maße auszuschöpfen. Nur dann offenbaren sich die möglichen Schwachstellen, um den meist Bildschirm füllenden Obermotz irgendwie in die Knie zu zwingen. Der Eisspinne gibt man zum Beispiel ein leckeres Fresschen, bevor man sich am Kristall auf ihrem Rücken zu schaffen macht. Erst wenn dieser geknackt ist, kann bei anschließenden weiteren Zwischengängen der Mahlzeit das empfindliche Hinterteil der Ekel erregenden Kreatur mit Hieben und Schlägen beackert werden. Nach meist drei Runden des Schlagabtausches geben auch solche Kolosse dem gewaltigen Zorn des Reiters endgültig nach. Die Bossfights sind gleichermaßen actionlastig wie taktisch und vermischen sich mit reichlich Rätselspaß. Da ärgert man sich auch nicht mehr über das zigfache Ableben. Denn ist der Ablauf erst einmal klar, freut man sich wie ein Schneekönig über den wohlverdienten Sieg.

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