Krieg ist einfach nur cool und Darksiders auch auf dem PC nach wie vor himmlisch schön und höllisch gut!
Ein nicht ganz epischer Rachefeldzug
Quelle: Nordic Games
Darksiders
Trotz all der spielerischen Pracht zwischen rätselbetonten Entdeckertouren durch eine recht große und nicht gerade lineare Spielwelt sowie den kurzen kämpferischen Intermezzi bleibt die eigentliche Hintergrundgeschichte ein wenig zurück. Zahlreiche Videosequenzen sorgen vor allem mit einer durchwegs ordentlichen deutschen Sprachausgabe (Englisch ist natürlich wieder einen Tick besser) für Stimmung und Atmosphäre, doch die Story um Rache und letztendlich auch Verrat verliert sich ähnlich wie das Kampfgeschehen mit der Zeit ein wenig. Ähnlich Link verfolgt Krieg schlicht das eine Ziel und lässt sich von A nach B scheuchen, um dem Zerstörer näher zu kommen. Relativ schnell schürt er ein wenig Vertrauen zum Abtrünnigen Samael und offenbart dadurch eine leicht dämonische Art, obwohl der Reiter eigentlich zwischen Himmel und Hölle steht und für das Gleichgewicht zu sorgen hat. Letztendlich bietet die Story noch genügend Stoff, um bis zum bitteren Ende zu unterhalten und mit einigen gravierenden Enthüllungen aufwarten zu können. Die Bemühungen des Entwicklers sind beachtlich und bedenkt man, dass es sich um ein Erstlingswerk handelt, steigt die Achtung vor dem Geschaffenen umso mehr. Dennoch hätte Vigil aus dem Gegebenen sicherlich noch mehr herauskitzeln können.
Quelle: Nordic Games
Darksiders
Letztendlich erlebt man aber eine solide und gelungene Geschichte mit einem düsteren Hang, was durchaus als Gegensatz zur optischen Präsentation angesehen werden kann. Diese steht letztendlich aber im Einklang mit dem hervorragend ausbalancierten Gameplay, den zahlreichen Rätsel und den stellenweise knackigen Kämpfen. Neue Akzente setzt "Darksiders" aber kaum. Vigil setzt vollkommen auf altbewährte Elemente und vermischt zahlreiche bekannte Ideen anderer Entwickler zu einer gelungenen Gesamtmixtur. Das nun Gegebene wurde optimal im Spielablauf ausgenutzt und ergibt ein Erlebnis, welches jeder abenteuerlustige Actionfan gesehen haben muss. Nur ist leider nach etwa 20 Spielstunden der wahre Zerstörer gefunden und der Rachefeldzug vollendet.
Quelle: Nordic Games
Darksiders
Außerdem gibt es neben den zahlreichen Lobeshymnen auch einiges in Sachen Technik zu bemängeln. Neben einigen Steuerungsschwierigkeiten aufgrund einer ziemlich überladenen Controllerbelegung bzw. ungünstig ausgelegten Tastatur sorgt vor allem die Grafik für manch trübe Stimmung: Gegenüber den Konsolen wurden die Probleme des Ruckelns und Tearing stark verbessert, doch die schon vor fast einem Jahr stellenweise triste Abschnitte der postapokalyptischen Umgebung mit schlichten Texturen sorgen weiterhin für etwas Unmut. Dank einer höheren Auflösung von nun maximal 1080p anstatt 720p (Xbox 360 und Playstation 3) sieht die PC Version natürlich am besten aus und offenbart vor allem in der Texturqualität seine Vorteile. Schärfer, knackiger und flüssiger - so das abschließende Statement, aber nicht unbedingt detailreicher. Ganz im Gegenteil! Wer seinen Monitor tatsächlich auf Full HD eingestellt hat, ärgert sich über die ziemlich schlechte Qualität der Rendervideos. Virgil hat seinerzeit wohl nicht bedacht, diese PC gerecht zu halten und bietet nun pixelige, verwaschene Videos auf 720p Niveau - und dabei war schon auf den Konsolen ein Qualitätsverlust anzumerken.
