Als vor nicht einmal zwei Jahren die tropische Insel Banoi zum Schauplatz einer erbarmungslosen Zombie-Apokalypse wurde, konnte Entwickler Techland einen unglaublichen Überraschungserfolg feiern. Millionenfach ging der erste Dead Island Ableger über die Ladentheke und beschert uns heute dank klingender Kassen den Ableger Riptide. Tropisches Setting, massig Zombies im Paradies und wieder das typische Gameplay des Vorgängers. Solides aber leider auch freches Recycling zum Vollpreis!
Quelle: Deep Silver
Dead Island: Riptide (8)
Bezüglich der Charaktere und dem Kampfsystem hat sich ebenfalls nur wenig getan. Nach wie vor gleicht Dead Island eher einem Hack'n Slay als einem Shooter, da der Fokus auf den Nahkampf liegt. Man schnappt sich irgend eine Planke, den Baseballschläger oder das Fleischmesser aus der Küche, pimpt diese Gerätschaften noch genüsslich an der Werkbank mit fiesen Extras auf und beackert anschließend die stupiden Klongegner. Wer bereits in Dead Island zu Werke ging, kennt das recht üppige Repertoire an unterschiedlichen Waffen, welches nur geringfügig erweitert wurde. Ähnlich dem Waffenrecycling fallen auch sämtliche Scheußlichkeiten des Erstlingswerk über Palani her und selbe Taktiken führen ebenfalls wieder zum erwarteten Erfolg. Wenn nicht, taucht man eh wieder gegen geringen $-Verlust in der Nähe auf und kann vorherigen Arbeitsprozess ungeniert wieder aufnehmen. Kleine Notiz am Rande: Techland überrascht mal wieder mit wiederbelebten Zombies im Spawnpunkt, um die man sich sofort kümmern darf!
Quelle: Deep Silver
Dead Island: Riptide (9)
Wirklich anspruchsvoll ist das Kampfsystem noch immer nicht, den Biestern aber Arme und Köpfe abzuhacken und dafür auch noch Bonuspunkte zu kassieren, kann aber durchaus Laune machen. Das Quintett sammelt dadurch Erfahrung, welche in (fast komplett bekannte) Fähigkeiten gesteckt werden kann. Die RPG-Elemente sind nett, bieten auch den einen oder anderen Vorteil, doch leider verpufft das meiste davon an der Resistenz der Biester. Hirn hin oder her, auch die Zombies scheinen zu lernen und steigen mit dem Spieler im Level auf. Niemals stellt sich daher eine befriedigende Überlegenheit gegenüber dem hirnlosen Volk ein und somit will der Import des Charakters aus dem ersten Teil auch ganz gut überlegt sein. Es ist gerade deswegen ärgerlich, da zahlreiche Aufträge uns immer und immer wieder durch dieselben Gebiete hetzen und man immer wieder das faulige Volk auseinander nehmen muss – meist Stück für Stück denn für eine große Meute gleichzeitig ist der Solist meist dann doch zu schwach!
Quelle: Deep Silver
Dead Island: Riptide (10)
Dies führt unweigerlich zum kooperativen Mehrspielermodus, das Prunkstück von Dead Island Riptide. Bis zu vier Überlebenskämpfer können sich jederzeit zusammenraufen und online gemeinsam gegen den Zombie-Wahn antreten. Gemeinsam fühlen sich die Kämpfe gegen Bosse oder auch die neuen Super-Zombie der Todeszonen nicht mehr ganz so unfair an und man kann sogar mit etwas Taktik gegen die Biester vorgehen. Die unterschiedlichen Fähigkeiten ergänzen sich nach wie vor und es fällt einem deutlich leichter, von Zombies überflutete Gebiete zu säubern. Alleine muss man häufig bereits die kleinsten Hirnfresser "pullen" um nicht von gefräßigen Biestern umzingelt und in sekundenschnelle getötet zu werden. Praktischerweise wird der Spielfortschritt jedem Teilnehmer gutgeschrieben, will heißen, dass gemeinsam absolvierte Missionen dem eigenen Spielstand ebenfalls hinzugefügt werden. Der Spielaufbau ist denkbar einfach: Rechts am Bildrand wird immer angezeigt, wenn sich ein andere Spieler im selben Gebiet aufhält und per Knopfdruck lassen sich beide Spielverläufe sofort verbinden. Leider gerät die Technik im Koopmodus aber mehr denn je ins Wanken, denn spätestens mit weiteren Teilnehmern gerät das Geschehen doch recht häufig ins Stocken. Während Ladehemmungen zwar ärgerlich aber noch zu verkraften sind, ist es unverzeihlich, dass sich Riptide bisweilen im Code verzettelt und uns zum Reboot des Spiels zwingt!
