Dead Space 2 im Gamezone-Test

Test Sandro Odak

Die Inhalte, die eure Mütter Spiele hassen lassen: Blut, Köpfe abhacken, Gedärme und massig Monster. Alles in einem Test!

Dead Space 2 Dead Space 2 Natürlich muss man sich in Dead Space 2 auch wieder mit den ganz alltäglichen Fehlerchen einer Raumstation rumkämpfen. Mal gibt es hier einen Stromausfall, dann fällt mal dort der Lift aus. Isaac wäre aber nicht Schiffsingenieur, wenn er das nicht in den Griff kriegen würde - die dauernden Laufwege aber, so atmosphärisch sie auch inszeniert sind, nerven auf Dauer. Irgendwann hat man sich nun mal dran gewöhnt, dass im letzten Moment, bevor man seine Retter endlich zu Gesicht bekommt, ein Bossgegner die entscheidende Tür kaputt haut und man wieder einen Umweg gehen muss.

Dead Space 2 Dead Space 2 Trotzdem: Wir wissen nicht genau wie, aber das Studio schafft es ständig, die Aufmerksamkeit des Spielers mit einem banal einfachen Effekt auf sich zu ziehen und das Monster dann doch aus einer ganz anderen Richtung kommen zu lassen. Hut ab: Das klappt und treibt uns den Angstschweiß auf die Stirn! An dieser Stelle sollte übrigens erwähnt werden, dass Dead Space 2 nicht an Gewalt spart. Egal ob mutierte Kinderleichen oder Riesengegner, pfeilschnelle Viecher, die aus dunklen Ecken hervorspringen oder Leichen am Boden, allen muss und soll man die Gliedmaßen abtrennen und kann auf ihren Leichen herumspringen. Das ist, bei aller Liebe zur dichten Atmosphäre, manchmal unnötig provokant und absolut nichts für Kinder und Jugendliche. Zu einem gewissen Grad können wir sogar den Einspruch Bayerns verstehen. Dead Space 2 ist ein exzessives Gewaltspektakel, der Zugang sollte Erwachsenen vorbehalten sein. Man kann das ruhig auch als Tipp für Eltern sehen: Dead Space 2 gehört nicht in die Hände Minderjähriger!

Technik

Dead Space 2 Dead Space 2 Technisch kratzt man wieder an einer ähnlichen Brillanz wie der Vorgänger. Die düstere und spärliche Ausleuchtung schafft eine gruslige Atmosphäre, fieses Monstergestöhne und trügerische Geräusche im Hintergrund lassen einem das Mark gefrieren. Gerne mal huscht ein Schatten um die Ecke, just in dem Moment, als man ein Zimmer oder einen Gang betritt oder es rollt auch mal verräterisch ein Gegenstand vorbei, der von einem fiesen Nekro angeschubst werden musste... Nur wo ist der Nekro? Unser Tipp: Einfach mal nach hinten schauen!

Dead Space 2 Dead Space 2 Grafisch hat sich auch ein wenig getan. Personen sehen detailreicher aus, angelegte Rüstung noch fetziger. Aber insgesamt wirken Bewegungen noch relativ "eckig", falls man es so ausdrücken kann. Kantenglättung konnten wir auf unserer Testversion jedenfalls eher selten entdecken - das mag vielleicht an der Debug-Testversion liegen, beurteilen können wir aber nur das, was uns vorliegt. Und das sieht an manchen Stellen einfach einen Tick zu verwaschen aus. Dafür aber gelingt es dennoch das Dunkel zu transportieren. Der gefühlte Horror ist der durchgehend konstant hohen grafischen Darstellung geschuldet, die halt nur manchmal kleine Macken aufweist.

Mit Freunden gegen Monster

Dead Space 2 Dead Space 2 Erstmals hat Dead Space 2, mal vom Koop-Modus in Dead Space: Extraction abgesehen, einen richtigen Mehrspieler-Modus erhalten. Dieser spielt sich ein wenig wie ein Mix aus Left 4 Dead und Missions-Gameplay: Ein Teil des Teams übernimmt Nekromorphs, die andere Hälfte Überlebende eines Schiffs. Die Überlebenden müssen mehrere Aufgaben lösen. Meist läuft das in mehreren Stufen ab. Als Überlebender versucht man, die Schleusen zum nächsten Raum zu öffnen, dabei müssen zwei Schalter für mehrere Sekunden gedrückt werden. Dabei ist Teamplay von Nöten. Wird man unterbrochen oder getötet, muss der Vorgang von vorne begonnen werden. Sprich: Ein Spieler drückt den Knopf oder trägt das Ersatzteil, das benötigt wird, mit sich herum, die anderen beschützen ihn. Pro Kill gibt es Punkte, die Überlebenden können nur gewinnen, wenn sie binnen einer Zeitfrist alle Phasen überstehen und alle Hindernisse überwinden.

Dead Space 2 Dead Space 2 Überlebende können jederzeit bei Freunden oder an einem Startpunkt spawnen. Sie haben ein Level und werden beim Aufstieg mit neuen Waffen, Rüstungen und Fähigkeiten belohnt. Als Nekromorph sieht die Welt hingegen viel einfacher aus. Das Level ist hier egal, lediglich einige Extras kann man freischalten. Je nachdem wie lange man vor dem Spawnen warten will, kann man zwischen verschiedenen Nekro-Sorten wählen. Nach einigen Sekunden kann man schon als kleiner Runner ins Spiel treten, die anderen "Klassen" brauchen länger zum Spawnen, halten dafür aber auch mehr aus. Ziel der Nekros ist es, die Überlebenden von ihrem Ziel abzuhalten. Sie gewinnen, wenn der Timer abläuft. Jedes Spiel hat zwei Runden, die Spieler wechseln also jedes Mal zwischen Menschen und Nekros, es bleibt wettbewerbsfähig.

Dead Space 2 Dead Space 2 Der Modus ist zwar interessant und macht, gute Mitspieler vorausgesetzt, Spaß, ist aber, wie der Multiplayer von Assassin's Creed: Brotherhood nur eine gänzlich kurzfristige Sache. Das Spiel lebt von seiner dichten Atmosphäre und der Geschichte rund um Isaac Clarke im Singleplayer. Der Multiplayer wirkt von daher arg aufgesetzt, nach dem Motto "Hauptsache dabei". Ein Alleinstellungsmerkmal ist er sicherlich nicht. Die deutsche Version beinhaltet übrigens kein Friendly Fire. Sobald ein Deutscher einem Spiel beitritt, wird dieses für alle anderen Spieler auch ausgeschaltet. Es bringt also nichts, PEGI einzukaufen... Außer man will die USK-Käufer dann manuell vom Server schmeißen.

Meinung

Wertung zu Dead Space 2 (PS3)

Wertung:

8.9 /10
Pro & Contra
unheimlich intensive GeschichteAtmosphäre ungemein realistisch umgesetzt, überall huschen Schatten umher, man hört fiese Hintergrundgeräusche: das treibt einem den Angstschweiß auf die Stirn!Geräuschkulisse und Sound generell sehr hochwertiginhaltlich ungeschnitten (mit Ausnahme von Friendly Fire im MP)Multiplayermodus, aber wirkt eher dahingeklatschtfiese Waffen und noch fiesere MonsterRätseleinlagen
bis auf einige marginale Kleinigkeiten nichts Neuesteils relativ provokante Gewaltdarstellung, bsp. in der Kinderkrippeim Vergleich weniger richtige Höhepunkte als im ersten Teil (dafür generell höheres Pacing)Multiplayer wirkt blass, wie schnell dazuprogrammiertKantenglättung an Protagonisten, anywhere?häufig langgezogene Latsch-Sequenzen und sich immer wiederholende Sequenzen, die einen Umweg erforderlich machen
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