Das gibts nur in Japan: Knapp bekleidete Lolita-Engel mit dicken Dingern stellen sich dem Kugelhagel der Höllenbrut.
Einfach ballern und irgendwie überleben ...
Deathsmiles
Wie ein schillernder Engel mit farbigen Heiligenschein durchkreuzt man die sieben (bzw. acht) Welten von Gilverado und setzt sich mit gleißender Schussmagie zur Wehr, so gut es halt nur geht. Der Hintergrund liefert ein berauschendes Gefühl, dank der Geschwindigkeit in der die vor allem in der aufpolierten Xbox 360 Fassung hübsch gezeichneten Grafiken vorbei ziehen. Das Augenmerk gilt aber nach wie vor dem hektischen wie auch schweißtreibenden Kampf, welcher offline wie auch online gar kooperativ mit einem weiteren Teilnehmer ausgefochten werden kann. Per Tastendruck werden die Geschosse nach rechts oder links gelenkt, während das Herz der Dame möglichst um Gegner und Attacken herum manövriert wird - kein leichtes Unterfangen, vor allem bei den imposanten Bossgegnern.
Deathsmiles
Begleitet wird die holde Maid von einem kleinen Schutzgeist, welcher sich todesmutig in den Kampf stürzt, selber ein paar Kugeln auf die Monster abfeuert und gelegentlich das Schutzschild mimt - ein wenig Taktik findet Einzug und mit der zusätzlichen Bombe kann man sich in brenzligen Situationen ebenfalls zumindest hin und wieder behelfen. Winda, Casper, Follet und Rosa unterscheiden sich hauptsächlich durch die Art ihres Schusses, spielerisch ist der Umstand aber nur recht marginal merklich. Die Kunst ist es viel mehr, mit möglichst wenig Gegentreffern die Welt zu retten - dank unendlicher Continues selbst für die blutigsten Anfänger ein 30 minütiger Spaziergang. Klingt recht oberflächlich, birgt aber vor allem für Rekordjäger genügend Motivation. Denn Punkte sahnt man erst mit einer gewissen Combo ab und geht die ausgesuchte Dame in die ewigen Jagdgründe ein, so wird der Zähler rigoros auf Null gesetzt. Eine gute Platzierung in der Weltrangliste ist daher nur mit viel Übung und noch viel mehr Fleiß möglich.
Bevorzugte Europäer
Publisher Rising Star serviert uns übrigens eine aufgemotzte Variante des japanischen Originals mit einigen kleinen Änderungen. Den geringen Umfang überspielend sollen sechs Modi den Preis von ca. 40 Euro rechtfertigen. Leider offenbaren diese nur marginale Unterschiede. Arcade spiegelt das Spielhallenvorbild wieder, mitsamt der Pixelpracht und extrem niedrigen Auflösung. Wie die Japaner damit zurecht kommen, bleibt uns ein Rätsel - da greifen wir doch lieber zur grafisch extrem aufpolierten Xbox 360 Fassung. Diese ist identisch mit dem Arcade, kann aber den Bildschirm ausfüllen und auf hochauflösende 2D-Bilder zurückgreifen. Ver. 1.1 ist ein komplett neue entworfener Modus für die Xbox 360, nutzt ein einzigartiges Steuerungsschema und variiert das Gameplay um gewisse Nuancen.
Deathsmiles
Hier kommt auch die wirklich verrückte Variante ins Spiel, in der man den Engel sowie den Schutzgeist gleichzeitig mit beiden Sticks steuern kann. Wahrliche Gedankenverrenkungen, aber wer dies mal drauf hat, kann jeden imponieren. Dazu gibt es noch den Download-Inhalt Mega Black Lable gratis dazu, für den die Japaner seinerzeit ordentlich MS Points hinblättern durften. Insgesamt geht der Spielumfang in Ordnung, sofern man auch immer wieder mal eine Runde genießt und Deathsmiles nicht nach dem ersten Abspann in die Ecke wirft. Immerhin gibt es zwei verstecke Bonuswelten, die es in sich haben, mit Sakura eine weitere spielbare Figur und zahlreiche unterschiedliche Ausgänge der Story - basierend auf Spielerentscheidungen! Letztendlich bleibt aber nur der Wille zur Besserung und der Kampf um die Highscore - eben das, was ein Arcade-Spiel halt ausmacht. Vielleicht genießt man aber auch immer wieder eine Runde, nur um Toccata und Fuge d-Moll (Johann Sebastian Bach) im letzten Gefecht lauschen zu können. Der Soundtrack auf jeden Fall umschmeichelt die Gehörgänge und sorgt für eine sehr gelungenes Ambiente!
